
"Wenn jemand sagt, dass er sich über 47,7 Prozent ärgert, ist er verrückt", sagt Fraktionsvorsitzender Heiko Oetjen. "Es liegt nun an uns, mit den anderen Parteien zu sprechen." In den kommenden Tagen und Wochen werden die Vorsitze der derzeit sechs Ausschüsse festgelegt. Dass es dabei Ärger geben könnte, glaubt Oetjen nicht. "Bisher ist das immer einvernehmlich entschieden worden", sagt er. Und so solle es auch in Zukunft bleiben.
Besonders gute Wahlergebnisse erzielten die Oytener Sozialdemokraten in Bassen, der Heimat des Fraktionsvorsitzenden. Im Wahllokal in der Grundschule Bassen war die SPD mit 58,8 Prozent aller Stimmen mit großem Abstand die stärkste Partei, und auch im Wahllokal Schützenverein Schwarzer Weg fuhr sie mit 55,5 Prozent ein beachtliches Ergebnis ein. "Oyten ist generell ein gutes Pflaster für die SPD", begründet Oetjen. Das liege unter anderem an den starken Kandidaten der Partei. "Viele unserer Wähler haben von der Personenwahl Gebrauch gemacht. Das zeigt, dass wir gute Arbeit vor Ort geleistet haben."
Gelassen in die Zukunft
Trotzdem muss die Oytener SPD in Zukunft auf einen ihrer Ratssitze verzichten. Statt 15 Ratsfrauen und -herren gibt es dann nur noch 14 Plätze. Die anderen Sitze verteilen sich auf die CDU (10), die Grünen (5) und die FDP (1) - die absolute Mehrheit der SPD, mit der sie bisher arbeiten konnte, ist somit gebrochen. "Natürlich ist es angenehmer, die absolute Mehrheit zu haben", sagt Heiko Oetjen. "Vor allem, wenn eine Entscheidung Spitz auf Knopf steht." Dennoch sehe er der Zukunft gelassen entgegen. Einmal habe man bisher von dieser Mehrheit Gebrauch machen müssen. Ungefähr zwei Jahre ist das her, damals ging es um Steuererhöhungen. "Zwei unserer Ratsherren waren damals verhindert", erinnert sich der SPD-Fraktionsvorsitzende. Gemeinsam mit den Grünen habe man die Erhöhungen dann aber doch noch verabschieden können.
Dass die SPD Oyten einen ihrer Ratssitze an die Grünen verloren haben, erklärt sich Heiko Oetjen mit dem Bundestrend. "Die Grünen haben ihr Wahlziel ohne eigenes Zutun erreicht", sagt er. Sie profitierten von der allgemeinen Stimmung, schließlich seien die meisten Kandidaten über die Listenwahl in den Rat gekommen.
Heiko Oetjen konnte mit 1402 Stimmen gut ein Viertel aller Personenstimmen auf sein Konto verbuchen. Damit liegt er 524 Stimmen vor dem CDU Spitzenkandidaten Kai Grönke, der mit 878 die zweitmeisten Personenstimmen bekam. "Bei der SPD ist ein Listenplatz nicht unbedingt ausschlaggebend", sagt der Fraktionsvorsitzende. "Wenn man etwas tut, dann kommt man auch in den Rat." Als Beispiel aus den eigenen Reihen nennt er hierfür Heinz-Otto Johann und Thomas Blöthe, die von den Listenplätzen 15 und 20 aus ins Rennen um die Sitze gestartet sind und sich in Zukunft Ratsherren nennen können. Knapp über die Listenwahl hat es der SPD-Kandidat Wolfgang Brühl (Listenplatz 5) in den Rat geschafft, von den jüngeren Kandidaten konnte sich lediglich Hauke Cordes über die Personenwahl durchsetzen.







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