
Auf der Goldenen Hochzeit ihrer Eltern sei sie mit Achims stellvertretendem Bürgermeister, Rainer Ditzfeld, ins Gespräch gekommen, erzählt Silke Goldmann. Sie hatte damals gerade damit begonnen, ihre Firma, die "Goldmann Consulting - Universale Postdienstleistung" aufzubauen und sich auch bei der Stadt beworben. Was zunächst nicht von Erfolg gekrönt war. Soweit nichts Ungewöhnliches im Geschäftsleben. Aber die Art und Weise, wie im Rathaus mit ihrer Bewerbung umgegangen wurde, habe sie geärgert. Entsprechend habe sie Dampf bei Rainer Ditzfeld abgelassen.
Offensichtlich mit nachhaltiger Wirkung: Als es darum ging, die Kandidatenliste für die CDU zusammenzustellen, erinnerte sich Ditzfeld an die quirlige 43-Jährige. Warum nicht, habe sie sich gedacht. Wenn du was bewegen willst, musst du aktiv werden. Und davon, dass dem Stadtrat neue und vor allem jüngere Mitglieder gut tun würden, ist die Unternehmerin aus Baden ohnehin überzeugt. "Ich glaube, dass ich rhetorisch ganz gut drauf bin. Ich kann Menschen motivieren und anschieben." Hartnäckigkeit sei eine andere Eigenschaft von ihr: "Ich bin wie ein Pitbull, ich beiße mich mit Freundlichkeit fest."
Der Vergleich aus der Hundewelt kommt übrigens nicht von ungefähr. Zum Haushalt der Goldmanns gehören vier Huskies ("und zwei zugelaufene Katzen"), ein Hobby, dem sie und ihr Mann mit Leidenschaft nachgehen. Dazu gehören ein Trainingswagen für den Sommer und ein Schlitten im Winter. Nicht ausgeschlossen, dass sie damit eines Tages auch Rennen fährt. Bikejöring betreibt sie schon heute - ein Laufhundesport, bei dem man mit einer Leine verbunden auf dem Fahrrad hinter einem Hund "jört".
Trotz ihrer Kandidatur - CDU-Mitglied ist Silke Goldmann nicht. Was wäre eigentlich gewesen, wenn nicht Ditzfeld, sondern sein SPD-Pendant Bernd Junker als stellvertretender Bürgermeister zur goldenen Hochzeit der Eltern gekommen wäre? "Mit Herrn Junker verstehe ich mich prima", lacht die 43-Jährige. "Er hat mich zur City-Initiative Achim (CIA) gebracht." Auch hier war der Ansatz: "Wenn du was erreichen willst, musst du selbst was tun." Inzwischen gehört sie dem Vorstand der CIA an, ist dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Auch wenn sie sich politisch noch nicht festgelegt habe, "meine Familie war schon CDU-orientiert", erklärt Goldmann, die sich von daher auf der CDU-Liste am richtigen Platz sieht. Für die Ratsarbeit findet sie dies aber weniger entscheidend. "Es sind doch von allen Seiten gute Ideen da." Die gelte es umzusetzen und zwar möglichst unkompliziert, mit schlanken Lösungen ohne große Kosten. "Bloß nicht immer alles totdiskutieren."
Nicht aufgeben, nicht resignieren, lautet eine weitere Maxime im Leben der gebürtigen Hannoveranerin, die seit zwei Jahrzehnten in Achim lebt. In Hannover hat sie an der Europafachakademie Wirtschaft und Fremdsprachen studiert, anschließend für mehrere Unternehmen als Exportleiterin gearbeitet. Dieser Managementtätigkeit folgte dann jedoch ziemlich überraschend die Arbeitslosigkeit. "Ich kenne nicht nur oben, sondern auch unten", umschreibt die 43-Jährige diese Phase ihres Lebens. Als Subunternehmerin eines regionalen Postdienstanbieters kam sie in ihr heutiges Tätigkeitsfeld. Als der in Achim die Segel strich, sei sie gefragt worden, ob sie die Sache nicht selbst weiterführen wolle. Das war vor fünf Jahren. Heute leitet Silke Goldmann einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern.
Nach ihren politischen Schwerpunkten gefragt, nennt die CDU-Kandidatin zum einen "Wirtschaft und Stadtentwicklung", zum anderen das Thema "Integration". Hier sieht sie in Achim enormen Handlungsbedarf. "Wir müssen bei den Kindern und Jugendlichen ansetzen." Was für Silke Goldmann, die mit einem Türken verheiratet ist, eine Frage von vielen Kleinigkeiten ist, die es umzusetzen gelte. "Dafür muss man keine teuren Projekte ins Leben rufen - Integration beginnt von Mensch zu Mensch."







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