
In Großstadtbibliotheken seit einigen Jahren gang und gäbe, können jetzt auch die Verdener mit ihrem Bibliotheksausweis und einem kurzen Handgriff ihre Medien ausleihen - eine Sache von wenigen Augenblicken. "Und für uns eine enorme Arbeitsentlastung", freut sich Kaplon. Die Mitarbeiter der Bibliothek hätten damit nun wieder mehr Zeit, sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Kaplon: "Wir wollen die Medienkompetenz fördern. Eine Arbeit, die wir in den vergangenen Jahren immer mehr vernachlässigen mussten."
Die Zahl der Entleihungen steige kontinuierlich. 1999, als die Stadtbibliothek ihr neues Domizil am Holzmarkt bezog, seien es 80000 gewesen. Aktuell seien es in diesem Jahr bisher 350000 - rund 1000 Entleihungen pro Tag. Die Zahl der Mitarbeiter dagegen ist seit Jahren konstant geblieben: 5,69 Stellen plus drei Auszubildende. "Wir sind personell an die Grenze gestoßen. Deshalb setzen wir immer mehr auf Technik", so Kaplon.
Während in Großstadtbibliotheken das System zur Ausleihe und Rückgabe genutzt wird, können in Verden über RFID nur Medien ausgeliehen werden. Die Rückgabe erfolgt weiter am Tresen. Und wer möchte, kann dort auch weiter ganz konventionell seine Bücher ausleihen. Kaplon und sein Team hoffen aber, dass möglichst viele das Selbstverbuchungssystem nutzen werden. "Es ist wirklich kinderleicht zu bedienen."
Rund 40000 Medien hat die Stadtbibliothek im Bestand, davon 30000 Bücher. Der Rest sind unter anderem CDs, DVDs und auch noch Kassetten, die aber immer weniger nachgefragt werden. Im nächsten Jahr sollen für rund 50000 Euro weitere Medien gekauft werden.
Die Mitglieder des Kulturausschusses waren begeistert von der neuen Technik - aber vor allem auch beeindruckt davon, dass die Bibliothek für rund 1000 Entleihungen am Tag genutzt wird. Jürgen Weidemann (FDP), der sich auch im Förderkreis der Stadtbibliothek engagiert: "Das ist für eine Stadt wie Verden ein absoluter Spitzenwert." Weidemann zu Kaplon: "Dafür Respekt und danke."
Bei der Beratung des Haushaltsansatzes für die Stadtbibliothek im nächsten Jahr gab es dann auch keine Diskussion. Ausschussvorsitzende Gesine Ahlers (Grüne): "Diese Bibliothek ist ihr Geld wert."
Zuschuss fürs Filmfestival
Einstimmig befürwortet wurde ein Zuschuss zu den Kosten fürs Kurzfilmfestival. Im September 2012 soll der "filmsalat 10" angeboten werden. Die Gesamtkosten werden mit 17700 Euro kalkuliert. 5700 Euro sollen über Einnahmen wie Eintrittsgelder und Sachspenden reinkommen. Die Stadt Verden will sich mit 3500 Euro an den Kosten beteiligen. Sinnvoll ausgegebenes Geld, wie Sprecher der Fraktionen betonten. Jürgen Weidemann (FDP): "Das Festival ist einfach klasse. Klasse statt Masse." Heinz Möller (SPD): "Da steckt viel ehrenamtliches Engagement dahinter." Birgit Mellerowitz (CDU): "Wir können gut mit dem Zuschuss leben."
Um die Kosten gering zu halten, war das 9. Filmfestival um einen Tag verkürzt und die Jury um zwei Mitglieder verkleinert worden. Dabei soll es auch im nächsten Jahr bleiben. In diesem verkleinerten Rahmen möchte das Kommunalkino als Veranstalter den Filmsalat künftig alle zwei Jahre anbieten.







Niederschlagswahrscheinlichkeit: 
Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »