
Herr Stürmann, wie wird die geplante Versteigerung ablaufen? Was ist für diesen Tag genau geplant?
Stürmann:Ein professioneller Auktionator wird das Inventar der Bootswerft an diesem Tag ab 11 Uhr gegen Höchstgebot versteigern. Ab 8 Uhr ist das Gelände für Besichtigungen geöffnet. Die Versteigerung wird auch vorab annonciert, damit alle Interessenten wissen, was versteigert werden soll.
Was genau kommt denn bei der Auktion gegen Höchstgebot unter den Hammer? Nennen Sie doch mal ein paar Beispiele.
Das gesamte Inventar, also die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Metallbearbeitungsmaschinen, Elektrobohrmaschinen, Schiffsmotoren, Hobelbänke.Die Gebäude waren nur gemietet.
Bremen verzichtet auf Mietforderungen in Höhe von rund 120000 Euro und will im Gegenzug den Vulkan-Schornstein, den Schiffs-Ponton, den Bootsbau-Lehrpfad und einige Exponate behalten. Machen Sie bei diesem Deal als Insolvenzverwalter ein schlechtes Geschäft?
Es ist für alle Seiten ein gutes Geschäft. Die Situation ist doch wie folgt: Die Werft ist der städtischen Grundstücksgesellschaft eine Zeit lang die Miete schuldig geblieben. Bis zur Höhe der Summe, die offen geblieben ist, hätte die Wirtschaftsförderung Bremen ein Pfandrecht. Jetzt gibt es eine Vereinbarung, dass bestimmte Dinge wie der Vulkan-Schornstein und der Bootsbau-Lehrpfad übereignet werden und das Vermieterpfandrecht aufgegeben wird. Die Vereinbarung ist ausgewogen. Das haben wir durch einen vereidigten Sachverständigen bewerten lassen. Wobei es durchaus schwer war, den Wert der "Wietze" zu taxieren.
An dem Logger wurde über Jahre auf der BBV mit öffentlichen Zuschüssen gearbeitet. Welcher Preis wurde für die "Wietze" genannt?
Das sage ich nicht.
Wie viel ist die BBV noch Wert und wie viel Geld hoffen Sie mit der Versteigerung einnehmen zu können?
Wir erwarten so viel, dass wir die ausstehenden Löhne der Mitarbeiter bezahlen können. Ich denke, wenn wir fertig sind, haben wir so viel Geld, dass wir die Verbindlichkeiten begleichen können und eine vernünftige Quote für die Gläubiger erreichen. Gläubiger sind die Arbeitnehmer, Sozialkassen, Kreditinstitute...
Haben sich bei Ihnen vorab Interessenten für die Versteigerung gemeldet?
Wir weisen alle Interessenten auf die Versteigerung hin. Es wird alles versteigert, mit Ausnahme der Ausstellungsstücke, die die BBV von Bürgern bekommen hat. Auch der Verkauf der "Weser", einem Jugendherbergsschiff, das zurzeit vor Radio-Bremen liegt, wird nicht Gegenstand der Versteigerung sein. Der Rest kommt unter den Hammer.
Es handelt sich um die zweite Insolvenz der BBV, die Sie als Insolvenzverwalter abwickeln. Mit welchen Schwierigkeiten sind Sie seit der Stilllegung des Betriebs am 29. Februar konfrontiert worden?
Es gab keine Probleme. Wir haben uns mit dem Vermieter und Wirtschaftssenator zusammengesetzt. Wir hatten ja auch einen langen Vorlauf.
Werden Sie nach der Versteigerung noch einmal auf dem Gelände in Vegesack zu tun haben?
Es sind noch Forderungen einzutreiben, die "Weser" muss verkauft werden. Das Gelände in Vegesack wird noch der Versteigerung hoffentlich leer sein. Der Mietvertrag ist Ende Mai gekündigt.
Zur Person: Detlef Stürmann ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und hat in den vergangenen Jahren zahlreiche namhafte Unternehmen in dieser Phase begleitet. Er hat in Münster, Bremen und New York studiert und war unter anderem für die Vereinten Nationen tätig.








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