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Kommunalwahl 2011 im Landkreis Rotenburg Grün gewinnt, Schwarz-Gelb verliert

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Sie verstanden sich am Wahlabend schon ganz gut: Heinz-Günter Bargfrede, Elke Twesten und Hans-Heinrich Ehlen (von links
Sie verstanden sich am Wahlabend schon ganz gut: Heinz-Günter Bargfrede, Elke Twesten und Hans-Heinrich Ehlen (von links

"Ich habe damit gerechnet, dass wir Sitze abgeben müssen. Aber gleich drei - das ist schon ganz schön viel", sagte Heinz-Günter Bargfrede gestern über den Wahlausgang. "Aber wir sind wieder die stärkste Fraktion." Das sieht der Rotenburger CDU-Fraktionschef als Verdienst für die Arbeit, die die CDU zusammen mit der FDP geleistet habe. Dass beide Parteien Sitze abgeben mussten, sei keine Folge der politischen Tätigkeit im Kreis. "Mit den niedrigen Arbeitslosenzahlen, dem Breitbandausbau und dem Krippenplatzausbau stehen wir hervorragend da", ist Bargfrede überzeugt. Es sei aber schwer gewesen, die Wähler der CDU zu mobilisieren.

Auch die FDP will sich nun laut Jan-Christoph Oetjen mit dem Resultat auseinandersetzen. Nach vorläufigem Ergebnis haben die Liberalen zwei von drei Mandaten und über zwei Prozentpunkte an Stimmen verloren. Aber: Nach 219 von 220 ausgezählten Bezirken hatte die FDP noch zwei Mandate. Das müsse man noch einmal nachrechnen, kündigte Oetjen an. Dieses eine Mandat wurde nach Ende der Auszählung der Wählergemeinschaft Freier Bürger (WFB) zugeschlagen, die nach diesem Ergebnis ihre drei Sitze halten kann. Möglich wurde dies dadurch, dass die WFB in Hipstedt, der Heimat des Kreisverbandsbegründers Karl-Heinz Poredda, als drittstärkste Kraft aus der Wahl herausging.

FDP will nachrechnen

Jan-Christoph Oetjen ist enttäuscht von der Wahl. "Dazugewonnen haben wir nicht, das stimmt", sagt er. Positiv sieht er, dass die FDP weiter in einigen lokalen Parlamenten vertreten ist. Er sieht den schlechten Trend in der liberalen Bundespolitk mit als Grund für das bescheidene Abschneiden. Dennoch: "In den vergangenen fünf Jahren haben wir im Kreistag gut mit der CDU zusammengearbeitet, das würden wir gern fortführen."

Schon in der Wahlnacht wurde allerdings ein neues Bündnis locker und unverbindlich im Rotenburger Kreishaus angesprochen - nämlich schwarz-grün. "Es könnte sein, dass es neue Bündnisse gibt", formuliert es Bargfrede vorsichtig. Die Christdemokraten brauchen für eine Mehrheit im Parlament bei 54 Sitzen mindestens 28 Stimmen - die hätten sie zusammen mit dem Mandat des CDU-Landrats Hermann Luttmann, wenn sie sich mit der FDP und der WFB zusammentun. Deutlicher, das sieht auch Bargfrede ein, sei die Mehrheit aber in Koalition mit anderen Parteien. Nun stünden aber zuerst Gespräche an.

Die werden vermutlich auch die Grünen führen. "Grün ist gewollt im Landkreis Rotenburg", sagte Fraktionsvorsitzende Elke Twesten. "Das ist eine wunderbare Bestätigung für uns und ein klarer Wählerauftrag." Die Grünen sind also die Gewinner bei der Kreistagswahl - das quittierte Twesten noch in der Wahlnacht mit einem breiten und zufriedenen Lächeln im Gesicht. Mögliche Kooperationen sollen nun in einer Kreismitgliederkonferenz besprochen werden. Ein schwarz-grünes Bündnis wollte die Scheeßeler Abgeordnete allerdings nicht ausschließen.

Die Sozialdemokraten im Kreisgebiet waren zufrieden mit dem Ergebnis - die SPD konnte sogar ein Mandat hinzugewinnen. Ralf Borngräber allerdings betonte, dass er sich für die künfitge Kreistagsarbeit auf jeden Fall mehr Transparenz wünscht.

Die CDU verlor einen Stimmenanteil von etwa fünf Prozentpunkten, die SPD konnte leicht zulegen, sie bekam 33,2 Prozent der Stimmen. Die Grünen lagen am Ende bei 12,7 Prozent, die FDP bei 3, WFB bei 5, NPD bei 1,2 und die Linke bei 1,6 Prozent. Die Sitze verteilen sich derzeit wie folgt: Die CDU bekommt 23 Sitze (2006: 26), die SPD 18 (17), die Grünen 7 (4), FDP 1 (3), WFB 3(3), NPD 1 (1) und Linke 1 (0). Aus der Samtgemeinde Tarmstedt sind künftig drei Mitglieder im Kreistag vertreten: Heinz-Hermann Holsten (CDU), Bernd Sievert (SPD) und Manfred Damberg (Linke) aus Wilstedt. Die Wahlbeteiligung fiel mit 57,66 Prozent etwas geringer aus als 2006. Vor fünf Jahren lag sie bei 58,6 Prozent.



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Leserkommentare
kabu am 18.06.2013 20:23
110 Mio € für einen Neubau, den man so gar nicht bräuchte und den man so nie gebaut hätte, hätte die Geno richtig kalkuliert bzw. die Stadt und der ...
pico1966 am 18.06.2013 19:38
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