
VON MERLE HEUSMANN
Twistringen. Die Pläne sind zwar noch nicht konkret, doch eines steht fest: Dem Twistringer Stadtzentrum soll wieder Leben eingehaucht werden. Verschönerungen und Neuerungen sind geplant. Denn noch bis zum 31. Dezember 2015 winken der Stadt Fördermittel, die Projekte zur Sanierung der Innenstadt realisierbar machen. Zur Rede stand bei der Bauausschusssitzung im Februar unter anderem die Neugestaltung des Markt- und Centralplatzes. Doch während die Politiker ihre Ideen für den Platz an der Bundesstraße 51 bisher nicht weiter konkretisierten, haben die Bürger bereits ganz genaue Vorstellungen.

"Wenn man gar nichts verändert, verfällt das Stadtbild irgendwann", ist sich die 40-jährige Simone Wilkens sicher. Die Twistringerin plädiert deshalb dafür, dass Augenmerk der Sanierung auf den Twistringer Centralplatz zu lenken. Der falle durch seine zentrale Lage an der Bundesstraße 51 schließlich besonders auf. Die Neuerungen müssten aber nichts Luxuriöses sein, sondern sich im finanziellen Rahmen bewegen. Gerade vor dem Hintergrund der Haushaltssituation in Twistringen sei das entscheidend, so Wilkens.
Der Central- und Marktplatz steht nicht nur für Simone Wilkens an oberster Stelle der Prioritätenliste. Auch die Twistringer Entscheidungsträger sehen in dem Parkplatz, der den Wochenmarkt und die Stadtfeste beherbergt, echtes Potenzial. Damit scheinen die Politiker das Sprachrohr der Bürger zu sein. Der 22-jährige Andreas Kletker fixiert bei den potenziellen Neuerungen ebenfalls den Centralplatz und steht dem Projekt Innenstadtsanierung positiv gegenüber. Auf dem Centralplatz wünscht sich der Twistringer "einen schicken Blickfang". Eine große Uhr wäre schön, sagt Andreas Kletker.

Für eine Veränderung plädiert auch Helga Lange. Beim Plätschern des Brunnens auf dem Twistringer Markt- und Centralplatz fühlt sich die 48-Jährige an ihre Kindheit erinnert. "Dort haben wir uns früher immer getroffen", sagt die Twistringerin. So ein Ort der Begegnung sei der Platz heute nicht mehr. Zeit für eine Veränderung also.
Auch ein Oldenburger sieht den Zustand der Fläche an der B51 realistisch. "Der Platz ist tot", sagt er schlicht. Bei Spritztouren fährt der leidenschaftliche Motorradfahrer regelmäßig durch Twistringen. Ein Stopp an der Eisdiele ist Programm. Immer mit Blick auf den "sterilen" Centralplatz. Als Außenstehender hat auch er einen Vorschlag zur Erneuerung parat. "Eine große Schachfläche wäre toll", findet der Oldenburger. So ein Riesenspielbrett sei genau das Richtige für Senioren.
An die älteren Semester denkt auch Martina Behrensen aus Abbenhausen. "Ein Bäckerwagen mit Kaffeeangebot auf dem Wochenmarkt wäre ideal", meint die zweifache Mutter. Das fördere schließlich die Geselligkeit und daran mangele es dem Twistringer Wochenmarkt. Wenn die wenigen Händler am Freitagmorgen ihre Stände öffnen, ist von ausgelassener Marktatmosphäre keine Spur. "Da gibt es einfach nicht genug Stände", sind sich Martina Behrensen und Claudia Meyer einig. Man müsse sich auch dort etwas Neues überlegen.
Georges El-Haddad kennt das Problem. An ihrem Antipastistand Onkel George bietet die Sykerin seit drei Jahren einmal wöchentlich Waren an. Doch die Abnahme der Stände in den vergangenen Jahren ist auch an ihr nicht vorbeigegangen. Ein Schritt in Richtung Veränderung sei aber bereits getan, erzählt Georges El-Haddad. Ab Ende September werde der Markt von Freitagmorgen auf Donnerstagnachmittag verlegt.
Vorerst dürfen die Twistringer gespannt bleiben, welche Ideen und Plänen zur Innenstadtsanierung letzen Endes in die Umsetzung gelangen. In einem Punkt sind sie sich schon jetzt einig: Eine Steigerung der Aufenthaltsqualität des Twistringer Central- und Marktplatzes könnte sich positiv auf den Wochenmarkt auswirken.









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