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Kabarettist Helmut Meier schlüpft in der Barrier Wassermühle in verschiedene Rollen Nichts als die unbequeme Wahrheit

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Sein nächster Rundumschlag traf die Banken: "Wir sitzen alle im selben Boot, aber 85 Prozent rudern, und der Rest isst Kaviar und trägt Pelz." Auch musikalisch kriegten Banker ihr Fett weg. "Geht mit eurer Kohle doch nach China", sang Meier und hatte viel Mitgefühl mit der arbeitenden Bevölkerung, die die Angst vor dem Jobverlust kompensieren müsse. "Kennen Sie das? Bisher waren Sie ehrlich, jetzt wird Ihnen Ehrlichkeit gefährlich", lauteten Zeilen im nächsten Lied. Zudem hatte Meier sich Verstärkung mitgebracht. Mit grauem Werkstattkittel und schwarzem Hut schlüpfte er in die Rolle von Werkstattmeister Werner Susak, der dem Begriff "Servicewüste Deutschland" eine neue Dimension verlieh.

Außerdem widmete er sich den telefonischen "Heißleitungen". "Bleiben Sie sachlich, vermasseln Sie es nicht, weil Sie die Geduld verlieren", meinte er sarkastisch und war nicht ganz zufrieden mit der verhaltenen Publikumsreaktion: "Wenn Sie wie 300 klatschen, spiele ich auch für 300", so der Kabarettist. Aber Meier bekam Unterstützung von anderer Seite. Mit kariertem Jackett und Nickelbrille erschien er als Professor Doktor Block-Schölling auf der Bühne und wusste mit den Werken aus seiner Hobbylyrikgruppe zu beeindrucken. "Dicht fällt der Regen, man möchte sich zum Sterben legen", rezitierte er mit der Aussprache Reich-Ranickis.

Nach der Gesangseinlage des Männerliedes "Lass mich einfach schlafen, lass mich doch in Ruh'" ging er in die nächste Runde gegen die Kapitalisten und dichtete das kirchliche Glaubensbekenntnis in ein kapitalistisches um. Dabei hatte er die Theorie parat, dass Zahnprothesen Beruhigungsmittel enthalten, die dafür sorgen, dass in Deutschland nicht protestiert wird.

Nach der Pause und einer Jungs-Mädchen-Unterschiedsgeschichte sorgte Meier als Sänger für Stimmung mit dem Baggerlied, das zur Melodie von "Eine Seefahrt, die ist lustig" schnell zum Panzerlied wurde. Und bevor es zu gemütlich wurde, folgte noch ein schneller Seitenhieb gegen die Politik: "Als der Schröder damals gesagt hat, man soll den Status nicht an den Zähnen erkennen, meinte er doch eigentlich: Haltet alle das Maul." Und auch die Wirtschaft war noch einmal dran. Meier mokierte sich über die Forderung nach unbegrenztem Wirtschaftswachstum.

Nach weiteren Auftritten von Susak und Block-Schölling mit der viel beklatschten Triologie von der Lerche, der Lärche und der Lärche widmete er sich dem Titel seines Programms und sang "Das Blaue vom Himmel": "Ich seh dich rennen auf und ab, ich seh dich fliegen hin und her. Ich seh' das Glück aus deinen Fingern rinnen. Lauf dem Glück nicht hinterher, davon wird's nicht mehr." Meiers Mischung aus Kabarett, Gesang und Gedichtkunst im Stil Heinz Erhardts kam beim Publikum so gut an, dass der Künstler erst nach zwei Zugaben die Bühne verlassen durfte.



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Leserkommentare
admiral41 am 21.05.2013 23:58

Nur mit gutem Service bindet man Kunden ud gewinnt neue hinzu. Jetzt nehmen manche ihr Auto und bleiben weg.Der ganze Spareffekt ist dahin und ...

fedtmule am 21.05.2013 23:46

Mielitz hat an guten Tagen nicht allzu viel falschgemacht, Besser lässt es sich nicht beschreiben.Ein netter freundlicher Junge ,ohne jedes ...

 
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