Pluznica. Anneliese Nagels war vor zehn Jahren dabei, als die Partnerschaft zwischen der Samtgemeinde Hagen und der polnischen Gemeinde Pluznica aus der Taufe gehoben wurde. "Ausgangspunkt war eine Umweltaktion des Landes Niedersachsen", erinnert sich die frühere stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Partnerschaft, die noch unter Samtgemeindebürgermeister Arno Skorniakow entstand. Gemeinsam mit einer Delegation von 29 Personen machte sie sich jetzt mit Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel auf den Weg, um das zehnjährige Bestehen zu feiern.
Mit dabei waren politische Vertreter aus der Samtgemeinde Hagen ebenso wie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, des Heimatvereins Uthlede, des Hagener Gewerbevereins und Jugendliche aus Hagen und Bramstedt.
Mit einer Konferenz begannen die Feierlichkeiten. Nach Umarmungen beim Wiedersehen gab es ein Resümee der zehnjährigen Partnerschaft, die jetzige Lage wurde beleuchtet und ein Blick auf künftige Initiativen geworfen. Susanne Puvogel stellte die Samtgemeinde Hagen detailliert vor und Marcin Skonieczka, Bürgermeister der Gemeinde Pluznica, meinte: "Das könnte für uns ein Zukunftsbild darstellen." Er stellte viele Ähnlichkeiten fest, wies aber auch auf Rückstände hin, die sich in der Historie des Landes begründen.
Die Gemeinde Pluznica hat rund 5000 Einwohner und besteht aus 20 Dörfern auf einer Fläche von rund 12 000 Hektar. Vier Binnenseen und viele Grünanlagen sind in dem nicht sehr dicht besiedelten, ländlichen Gebiet zu finden. Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern, im Gemeindeamt gibt es etwa 40 Angestellte, der Bürgermeister wird für vier Jahre gewählt. Landwirtschaft und Unternehmertum sind in der Region ansässig: 318 Firmen finden sich in der Gemeinde, darunter drei größere Unternehmen - ein kunststoffverarbeitender Betrieb, ein Produzent von Möbeleinlagen und ein Hersteller von Sauerkraut, Gurken und Rohsalaten. Es gibt eine Grundschule und ein Gymnasium, die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung werden zurzeit ausgebaut. Beachtlich ist das ehrenamtliche Engagement der Bürger, die im Seniorenverein, bei den Landfrauen, in Familienhilfegruppen oder in der Gesellschaft für die Entwicklung der Gemeinde Pluznica aktiv mitarbeiten. Es gibt Jugendaustauschprojekte mit Kanada, Litauen, Weißrussland und Georgien und auch die Freiwillige Feuerwehr spielt eine große Rolle im gesellschaftlichen Leben.
Eine emotionale Rede
Horst Riedel aus Wittstedt, der erstmals 1981 das damals noch kommunistische Land besuchte und dessen Familienwurzeln im heutigen Polen liegen, hielt eine emotionale Rede und lobte die Offenheit, Freundlichkeit und Gastfreundschaft der polnischen Gastgeber. "Ich hatte mir schon damals gewünscht, dass Polen frei wird", sagte er und meinte, ohne die deutsche Einheit hätte es keine Freiheit in Polen gegeben.
Seine Hoffnung, dass die gemeinsamen Aktivitäten nicht nachlassen würden, äußerte Organisator Mariusz Bartosik. Susanne Puvogel sieht positive Impulse in beiden Gemeinden und setzt ihren Schwerpunkt der Partnerschaft bei der Jugend. Sie könne sich vorstellen, die Partnerschaft mehr losgelöst von den Bürgermeistern und nicht immer auf der hochoffiziellen Schiene zu leben, unterstrich sie. Und Pluznicas Bürgermeister Marcin Skoniezka, der seit eineinhalb Jahren im Amt ist, wünschte sich, dass das Niveau der Partnerschaft gehalten werde und auch auf dem Gebiet der Wirtschaftskontakte "fruchtbar" sein könnte.
In Hagen wird bereits der Gegenbesuch im September geplant.








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