
Rettungskräfte sichern am Samstag (04.08.2012) die Absturzstelle eines Segelflugzeuges in Quakenbrück (Kreis Osnabrück). Das Flugzeug war zuvor in ein Wohnhaus gestürzt.
Die Leiche der bei einem Segelflugzeugabsturz in Quakenbrück (Landkreis Osnabrück) gestorbenen 17-Jährigen soll am Montag obduziert werden. Wie die Polizei mitteilte, soll die genaue Todesursache der jungen Frau geklärt werden. Zur Unfallursache konnte die Polizei am Sonntag noch nichts sagen und verwies auf die Sachverständigen des Bundesamtes für Flugunfälle in Braunschweig. Trotz des tragischen Falls hat sich der Deutsche Ultraleicht-Segelflugverband unterdessen gegen ein Flugverbot für Minderjährige ausgesprochen.
Die junge Frau war am Samstagabend allein von einem örtlichen Flugplatz gestartet. Die Ursache des Absturzes blieb zunächst unklar. "Ein Kollege hat den Absturz als Augenzeuge beobachtet", sagte ein Beamter der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Er habe nach dem Absturz versucht, erste Hilfe zu leisten, doch leider erfolglos. "Das Flugzeug ist wohl sehr tief geflogen und hat unregelmäßige Bewegungen gemacht. Es wurde wohl auf Baumhöhe versucht hochzuziehen und sei in einer Art Looping abgestürzt", sagte ein Polizeisprecher.
Nachdem das Flugzeug in ein Fenster gekracht und an einer Häuserwand entlang schlitterte, kam das schwerbeschädigte Segelflugzeug senkrecht vor einem Haus zum Stehen. Das Heck wurde verbogen und eine Tragfläche brach bei dem Unfall ab. "Insgesamt sind vier Häuser in Mitleidenschaft gezogen worden", hieß es nach Angaben der Polizei. Acht Bewohner sind davon betroffen. Verletzte habe es aber rund um die Absturzstelle nicht gegeben. Zur Höhe des Schadens konnten die Beamten noch keine Einschätzung abgeben. Die Familie der 17-Jährigen werde nach Angaben der Polizei seelisch betreut.
Der THW Quakenbrück hat das Wrack in der Nacht vor Feuchtigkeit geschützt und die Unfallstelle ausgeleuchtet. Am Sonntag wurde es geborgen und zum Segelclub Quakenbrück transportiert, von dem aus die 17-Jährige gestartet war. Sachverständige des Bundesamtes für Flugunfälle in Braunschweig haben die Ermittlungen aufgenommen. Für ein Ergebnis zur Unfallursache sei es derzeit aber noch zu früh, sagte ein Sprecher. "Unfallstelle, Flugzeug, Zeugenaussagen und eventuell vorhandene Aufzeichnungsgeräte müssten noch ausgewertet werden."
Nach Angaben des Bundesamtes für Flugunfälle sei das Alter der jungen Pilotin bei ihrem Alleinflug nichts außergewöhnliches. Bereits mit 14 Jahren kann man einen Segelschein machen. Mit 16 Jahren kann die Lizenz erhoben und allein geflogen werden. Nach Ansicht des Vorsitzenden des Deutschen Ultraleicht-Segelflugverbands soll das so bleiben. "Segelfliegen ist ein guter Ausgleichssport, das sollte man jungen Menschen nicht verbieten", sagte Verbandschef Peter Poppe dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). (dpa)












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