
Robert Bartkomit Peter Schep? Oder Leif Lampater mit Partner Iljo Keisse? „Das Laktat in den Beinen“, sagte Marvulli, in Bremen 2010 zuletzt ganz oben auf dem Podium, trocken. Er sollte sich täuschen. Es waren Bartko/Schep – sie schnappten Marvulli Dienstagnacht noch den Sieg weg.
Das einstündige Finale wie aus dem dramaturgischen Bilderbuch – die drei Favoriten, siehe oben, lagen innerhalb der Nullrunde und in der Punktewertung dicht beisammen – begann mit einem Paukenschlag. Für den sorgten Marc Hester und Andreas Müller. An einem durchwachsenen Montag hatten sich ihre zuvor guten Außenseiterchancen minimiert: Sie gingen mit einer Runde Rückstand und einem aussichtslos schlechten Punktestand ins Rennen. Wie wäre es denn mal mit einer Doublette, einem dieser seltenen, zweifachen Rundengewinne, war Müller noch kurz vor dem Anschuss gepiesackt worden. „Gute Idee“, sagte er ironisch, „da sind wir noch gar nicht drauf gekommen.“ Auch wenn es mit der Doublette nichts wurde – das Rennen war gerade zweieinhalb Minuten alt, da hatte das dänisch-österreichische Gespann ruckzuck mit den Führenden gleich gezogen. Und Hester/Müller blieben dran. Die kleine Sensation war plötzlich greifbar.
Dass es vor den gut gefüllten Rängen der ÖVB-Arena nicht dazu kam, lag an der Souveränität des Teams mit der Nummer neun. Bartkound Schep setzten das fort, was sie die ganzen Tage über gezeigt hatten: Sie behielten jederzeit die Kontrolle, schonten Kräfte, wann immer es möglich, setzten Nadelstiche, wann immer es nötig war. 20 Runden vor Schluss der tödliche Nadelstich: Marvulli/Kalz drohten ihnen noch den Sieg wegzuschnappen, nachdem sie in der Punktewertung uneinholbar in Führung gegangen waren – dann zauberten Schep und Bartkodie Doublette aus dem Ärmel. Fast so, als hätte es die Strapazen der Nächte zuvor nicht gegeben. „Wer in Bremen gewinnt“, hatte Danny Stam tags zuvor bei seiner Verabschiedung gesagt, „ist ein großer Sechs-Tage-Fahrer.“ Wie wahr.








Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »