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Finn Lemke wechselt zum TBV Lemgo Lemke plant Sprung in den Bundesliga-Kader

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Handball-Jugendnationalspieler Finn Lemke wechselt von der HSG Schwanewede/Neuenkirchen zum Bundesligisten TBV Lemgo
Handball-Jugendnationalspieler Finn Lemke wechselt von der HSG Schwanewede/Neuenkirchen zum Bundesligisten TBV Lemgo

Wer 2,10 Meter groß ist, braucht nicht mehr abzuheben. Finn Lemke steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Sein Abitur hat er in der Tasche, überreicht wird es ihm genau an dem Wochenende, an dem er nach Lemgo umzieht. Obwohl er weiß, dass da kein Film läuft, muss er sich doch manchmal noch zwicken, um zu prüfen, ob er schläft oder wach ist. "Es ist ein Traum, demnächst mit Erstliga-Spielern zu trainieren", sagt er. Ein Traum, den er eigentlich nie geträumt hat. Vielmehr wurde der 19- Jährige vor knapp einem Jahr von dieser Gestaltungsmöglichkeit seines Lebens vollkommen überrascht.

"Niels Pfannenschmidt hat mich während unseres Regionalliga-Spiels in Hildesheim beobachtet und sich später bei uns zu Hause telefonisch gemeldet", sagt Finn Lemke. Er hatte vom prominenten Besuch auf der Tribüne allerdings gar nichts gewusst - was ja, wenn es um eine Bewerbung geht, nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Auch als Pfannenschmidt, der Jugendkoordinator des ehemaligen Deutschen Meisters und Europapokalsiegers, bei Familie Lemke anrief, war Finn noch nicht im Bilde.

Kein Probetraining beim Bundesligisten

"Ich war nicht da, er hat mit meinem Vater gesprochen." Als der Junior dann vom Lemgoer Interesse erfuhr, fühlte er sich überwältigt. "Vielleicht habe ich Gedanken daran mal im Hinterkopf gehabt, aber das hält man dann eher für unwahrscheinlich", sagt er. War es jedoch nicht - im Gegenteil. Nach dem ersten Kontakt im Herbst vergangenen Jahres ging alles ziemlich schnell - sogar ohne Probetraining beim Bundesligisten. Vater Jan, Mutter Kirsten und Finn fuhren zu einem Bundesliga-Spiel nach Lemgo - und wurden sich mit dem TBV ziemlich schnell einig.

Finn Lemke, eigentlich noch Jugendspieler, stand danach ein weiteres Mal unter Beobachtung - diesmal im Einsatz mit der ersten Herrenmannschaft der HSG in der Oberliga Nordsee. Danach wurde alles ausgehandelt. Dabei war es sicherlich auch nicht von Schaden, dass der halblinke Rückraumspieler in einem Freundschaftsspiel gegen den TBV Lemgo Anfang Januar mit drei Toren in nur zehn Minuten Spielzeit gehörig auf sich aufmerksam machen konnte. Dass Lemke nicht länger spielte, hatte im Prinzip wieder mit seiner Größe zu tun: Ein TBV-Abwehrspieler packte den Angreifer ein bisschen fester an, was bei dem prompt zu einem ausgerenkten Rückenwirbel führte.

"Finn bringt die körperlichen Voraussetzungen für einen Bundesliga-Spieler mit"

Während viele Abiturienten in ihrem letzten Schuljahr noch gar keine Ahnung haben, wie es beruflich mit ihnen weitergeht, war bei Finn Lemke also alles fast wie von selbst gelaufen. Für einen Berufseinsteiger mit höchst lukrativen Rahmenbedingungen: Unterstützung des TBV in Sachen Wohnung, Auto und Gehalt, dazu nach Vermittlung des Vereins bei der Sparkasse Lemgo eine Ausbildung ab September zum Bankkaufmann. Was sollte ein Handball-Talent mehr wollen - zumal, wenn es auch noch eine vertraglich festgezurrte dreijährige sportliche Förderung erhält? "Finn bringt die körperlichen Voraussetzungen für einen Bundesliga-Spieler mit", sagt Lemgos künftiger Cheftrainer Dirk Beuchler, "nun kommt es auf ihn selbst an, was er daraus macht." Zwei Jahre Zeit müsse man einem Talent schon geben, so Beuchler, "aber sicher wird er in der kommenden Saison schon seine Chance auf ein paar Bundesliga-Minuten bekommen."

Beuchlers Ankündigungen sind Finn Lemke nur recht. Einerseits bekommt er Zeit, um sich entwickeln zu können - andererseits kann er schon mal reinschnuppern in die große Handball-Welt: Genau so stellt sich der 19-Jährige seine nahe Zukunft in Lemgo auch vor. "Erst mal muss ich natürlich körperliche Defizite abstellen", sagt Lemke. Dirk Beuchler sieht es auch so. Der Trainer möchte beim TBV verstärkt auf junge Leute setzen und ist froh, dass die zweite Mannschaft des Klubs künftig als U23-Team in der 3. Liga auflaufen wird. Hier soll auch Finn Lemke, der mit dem Bundesliga-Kader regelmäßig trainieren wird, behutsam aufgebaut werden.

Finn Lemke will seine Chance nutzen, er will den Sprung in den Bundesliga-Kader unbedingt schaffen. "Wenn ich das Ziel nicht hätte, bräuchte ich erst gar nicht dorthin zu wechseln", sagt er. Bis Anfang September kann er sich dabei ganz auf Handball konzentrieren, erst dann beginnt er bei der Sparkasse. Als Oberliga-Spieler hat er in dieser Saison fünf bis sechs Mal pro Woche trainiert, Dirk Beuchler und sein Team werden zwei Mal pro Tag zur Arbeit aufrufen. Und noch etwas Grundlegendes wird sich für Finn Lemke ändern: Er wird erstmals allein wohnen. "Nein", sagt er und lacht, "darauf habe ich mich nicht besonders vorbereitet."

Zum Glück haben andere mitgedacht. So schenkte die E-Jugend der HSG Schwanewede/Neuenkirchen ihrem scheidenden Trainer ein ganz besonderes Kochbuch. Bei den Gedanken an seinen Klub, für den Finn Lemke mit vier Jahren zu spielen begann und bei dem er sich immer so wohl fühlte, kommt doch ein bisschen Wehmut auf. "Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben, aber ich lasse auch viele Menschen zurück, mit denen ich gern weiter mehr Kontakt haben würde."

Nur gut, dass Finn Lemke in Lemgo auch über ein Kontingent an Bundesliga-Dauerkarten verfügen darf. "Anfragen hat es schon gegeben", sagt er. Als sicher dürfte gelten, dass Dennis Bolz und Syver Theuerholz zumindest mal in deren Genuss kommen werden. "Unter diesen beiden Trainern habe ich in der A-Jugend die größten Sprünge gemacht", sagt Finn Lemke - und meint diesmal sein Leistungsvermögen und nicht die Körpergröße. Schließlich aber ist auch die Chance auf ein Wiedersehen in Bremen ziemlich groß: beim erima-Cup im August in der Bremen Arena. "Ich glaube, dass wir ihn nahe seiner Heimat auch einsetzen werden", sagt Dirk Beuchler. Das Bremer Handball-Turnier hätte dann einen echten Lokalmatadoren.

Tickets für den erima-Cup am 6. und 7. August mit dem HSV Hamburg, dem TBV Lemgo, der SG Flensburg-Handewitt und den Füchsen Berlin gibt es im Pressehaus, in unseren regionalen Zeitungshäusern, unter www.weser-kurier.de/ticketsowie bei Nordwest Ticket unter 0421 / 363636.



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Leserkommentare
Posaune am 19.06.2013 20:27
Rot-Grün muß endlich weg. Doch bis dahin werden sie noch viel Unheil anrichten. Zur Erinnerung: Ich bin kein Beamter, ich finde es einfach ...
Posaune am 19.06.2013 20:04
Also Leute, wir bekommen einen neuen Torwarttrainer und der wird Mielitz weiter nach vorne bringen, denn schlecht ist er nicht. Seine Ausstrahlung ...

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