
Peter Moussalli, Trainer des FC Oberneuland
"Ich bin mit einem Strahlen im Gesicht aufgewacht und dachte, wir haben gegen Dortmund gewonnen", berichtete Moussalli, der Anfang der Woche 40 Jahre alt geworden ist, von einer unruhigen Nacht mit Träumen und Wachphasen. Einer Nacht, wie er in Erwartung des Spiels gegen den Deutschen Meister und Pokalsieger einige hatte. Der Traum wurde zwar nicht wahr und Dortmund der Favoritenrolle mit dem 3:0 gerecht. Doch der Traum lebte und begleitete Trainer und Mannschaft ins Stadion hinein, die Realität sie später auf den Heimweg.
Vor dem größten Spiel der Vereinsgeschichte des FC Oberneuland ergriff Peter Moussalli gestern im Mannschaftsbus gegen 13.30 Uhr das Wort: "Wer Angst hat, der soll jetzt aussteigen, die anderen ab jetzt genießen." Keiner stieg aus, alle wollten genießen. Auch Moussalli genoss. Und nicht nur das: Er bewegte sich auf der großen Fußball-Bühne so, als wäre es für ihn Alltagsgeschäft.
Im Stadion bat er im Medienraum vor die Bildschirme. Und präsentierte einen Zusammenschnitt von überraschenden Spielausgängen im Fußball – auch im DFB-Pokal. Um 14.14 Uhr die erste Begegnung mit Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Während Moussalli mit seinen Mannen das Spielfeld verlässt, kommen die Westfalen auf den Platz. Später laufen sie nicht aneinander vorbei, um 15 Uhr stehen sie Seite an Seite im Scheinwerferlicht und geben "Sky" einen Ausblick auf das Spiel. "Ich bewundere Jürgen Klopp für seine Arbeit. Ein unheimlicher Sympathieträger", sagt Peter Moussalli über seinen prominenten Nebenmann und lernt ihn schlichtweg als "freundlich" kennen. Auch ein paar private Worte werden gewechselt, und Klopp verteilt nach dem Spiel ein Lob: "Wir sind auf einen gut sortierten Gegner getroffen."
Von "Sky" geht’s gleich weiter zu Stadionsprecher Christian Stoll, der Peter Moussalli nach dem Wunschergebnis fragt. "1:0 für den FC Oberneuland." Der Traum von der Sensation lebt. Um 15.25 Uhr fesselt die von den Dortmunder Fans eingenommene Westkurve Moussallis Blick auf dem Weg zur Trainerbank: "Überragend, wenn man auf diese gelbe Wand zugeht."
Fortan feiert diese gelbe Wand den Favoriten, und Peter Moussalli feiert innerlich einen FC Oberneuland, mit dessen Leistung er "sehr, sehr zufrieden" ist. Erst an die seitliche Begrenzung der Trainerbank gelehnt, später weiter vorne im linken Eck der Coaching-Zone hat er meist die Hände hinter den Rücken verschränkt. "Äußerlich ruhig, innerlich aufgeregt. Aber wenn’s losgeht, ist es ja letztlich auch nur ein Fußballspiel, das 90 Minuten dauert", beschreibt Moussalli sein Empfinden.
Dem Abpfiff folgt das Abklatschen mit seinen Spielern, das Shakehands mit den Schiedsrichtern, ein Smalltalk mit Jürgen Klopp an der Mittellinie und der Dank an die Freunde und Fans. Peter Moussalli genießt es, den Rasen des Weserstadions unter seinen Füßen zu spüren. Und denkt schon weiter: "Um so etwas wieder erleben zu können, müssen wir im Lotto-Pokal wieder alles geben." Er will es wieder erleben.
Bei der abschließenden Pressekonferenz stand Jürgen Klopp zwar im Mittelpunkt, stellte den souverän, sachlich und unterhaltsam auftretenden Moussalli aber keineswegs in den Schatten. Alle Aufmerksamkeit gebührte Peter Moussalli rund zwei Stunden später. Bei seiner Geburtstagsfeier im "Nautico" in Vegesack musste er den meisten der 160 geladenen Gäste vom Auftritt auf der großen Fußball-Bühne berichten.





















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