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DFB-Pokal SV Falkensee will weniger als sechs Gegentore

Da der kleine Platz des Sechstligisten nur knapp 1000 Zuschauern Platz bietet, zieht der brandenburgische Landespokalsieger ins Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion um und hat im Vorverkauf schon fast 7000 Tickets abgesetzt.

41 000 Einwohner zählt die Kleinstadt am westlichen Stadtrand von Berlin, fast ein Viertel davon wollen beim wichtigsten Match in der Vereinsgeschichte dabei sein, in dem der David gegen den Goliath aus Schwaben eigentlich keine Chance hat. «Ich werde den Jungs nicht viel sagen müssen, sie werden um ihr Leben rennen», ist sich Trainer Frank Rohde sicher. Der 42-malige DDR-Auswahlspieler ist der Star des Teams: neunmal wurde er mit dem BFC Dynamo DDR-Meister, absolvierte nach der Wende 103 Bundesligaspiele für den Hamburger SV und kickte zwischen 1993 und 1995 auch 48 Mal für die Berliner Hertha in der 2. Bundesliga.

Die zweite Pokalrunde ist für Rohde Utopie. Er hofft, dass seine Kicker dem Favoriten einen Treffer einschenken und weniger als sechs Gegentore kassieren. «Wir werden uns ein paar Dinger reinhauen lassen müssen und freuen uns, dass wir gegen einen Bundesligisten wie Stuttgart spielen dürfen. Alles andere ist nur Träumerei», sagte Rohde. Er lebt von seinem kleinen Salär als Fußballtrainer, während alle seine Spieler täglich einem anderen Broterwerb nachgehen und als reine Amateure nur dreimal wöchentlich zum Training erscheinen.

So ist Stürmer Alexander Knappe Sänger und hat es schon bis in die Vox-Show «X-Faktor» geschaffte, Co-Trainer Andreas Schiemann arbeitet als Flugbegleiter bei Easy-Jet. Torhüter Stefan Demuth, der Flughafen-Manager am Airport Tegel, sorgte aber auch schon für sportliche Schlagzeilen. Mit einem gehaltenen Foulelfmeter hatte er großen Verdienst, dass die Falkenseer beim 2:1 über Drittligist SV Babelsberg 03 am 1. Mai die Überraschung im Finale des Landespokals schafften und nun ihr Debüt im DFB-Pokal geben dürfen.

Für den Brandenburgligisten zahlt sich dieser Erfolg finanziell aus: 109 677 Euro gibt es vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für das Erreichen der 1. Runde. Wenn das Geld überwiesen ist, darf sich jeder Kicker über eine Prämie von 1000 Euro freuen, der Verein hingegen kann seine Schulden tilgen, die in der Oberliga-Zeit zwischen 2008 und 2010 angelaufen waren.

«Für uns ist die Brandenburgliga momentan das höchste der Gefühle. Doch dieses Spiel gegen Stuttgart wird ein einmaliges Erlebnis für die Spieler und den ganzen Verein», ist sich Trainer Rohde sicher. Doch so ähnlich hatte sich der Coach auch vor dem Landespokalfinale am 1. Mai geäußert, in dem Finkenkrug nach zwei Platzverweisen in der zweiten Halbzeit mit zwei Spielern weniger auskommen musste.



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Leserkommentare
kabu am 18.06.2013 20:23
110 Mio € für einen Neubau, den man so gar nicht bräuchte und den man so nie gebaut hätte, hätte die Geno richtig kalkuliert bzw. die Stadt und der ...
pico1966 am 18.06.2013 19:38
Heute in der welt.de. Ich denke, dass sagt doch alles.

Eichin: Ich glaube, dass die Mannschaft durch den Trainerwechsel einen neuen ...

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