
"Wir haben zu keinem Zeitpunkt der Saison ernsthaft etwas mit dem Abstieg zu tun gehabt", stellt Peter Powels zufrieden, aber auch mit etwas Genugtuung fest. Allein Widrigkeiten zum Trotz hat sich die Fußballmannschaft des A-Junioren-Niedersachsenligisten FC Verden 04 innerhalb weniger Wochen zu einer immer besser funktionierden Einheit entwickelt, die zu Beginn der Rückrunde bis auf den zweiten Tabellenplatz kletterte. Am Sonnabend beendeten Powels’ Schützlinge das Spieljahr 2011/12 im Anschluss an eine 2:4-Auswärtsniederlage gegen Rasensport Osnabrück auf Platz fünf.
Rückblickend lieferte der FC Verden 04 eine stressfreie Saison ab, zwischen ihm und der Abstiegsregion lagen während der Rückrunde nie weniger als fünf Tabellenplätze – und unmittelbar nach dem Saisonfinale in Osnabrück sprach der Trainer dem gesamten Team seinen Glückwunsch aus. Mit dem überwiegenden Teil ihrer Youngster werden Powels und sein Assistent Jens Ludwig auch in der Saison 2012/13 zusammenarbeiten. Torwart Stefan Wöhlke, die Mittelfeldspieler Alexander Arnhold und Ahmed Leilo sowie Stürmer Ruben Scheele werden in den Kader der gerade in die Landesliga Lüneburg aufgestiegenen Ersten übernommen, und Aldin Meholi hat sich noch nicht abschließend zu seinen Zukunftsplänen geäußert. Doch die restlichen zwölf Spieler dürfen noch ein weiteres Jahr in der A-Junioren-Niedersachsenliga auflaufen.

Eine so große Auswahl hätte Powels im August des vergangenen Jahres auch gerne gehabt. Er musste bis zur Winterpause mit nur einem Torwart (Stefan Wöhlke) und 15 Feldspielern über die Runden kommen, seinen Spielgestalter Micha Langreder zum Bundesligisten VfL Osnabrück ziehen lassen (den er in diesen Tagen vielleicht wieder in Richtung Verden verlassen wird) und erst noch das geeignete Spielsystem für seinen zahlenmäßig knapp bemessenen Kader finden.
Der konkurrenzlose Wöhlke blieb zur Erleichterung des Trainers von einer Verletzung verschont, letztendlich absolvierte er als einziger Verdener A-Junior alle 26 Meisterschaftsspiele. Bereits nach drei Spieltagen ließen Powels/Ludwig mangels eines geeigneten Sturmduos und zugunsten eines stärker verdichtenden Mittelfeldes von einem 4-4-2 auf ein 4-2-3-1 umschalten, und mit Tugay Dogru konnte ein Langreder-Ersatz in den eigenen Reihen gefunden werden. Der Zehner wurde aus der U18-Mannschaft des FC Verden 04 hochgezogen – und schlug "wie eine Bombe" (Powels) ein. "Tugay ist schnell, wendig, kopfballstark und ständig darum bemüht, unser Angriffsspiel als zweite Spitze zu unterstützen. Er bringt für die Niedersachsenliga alles mit", lobt Powels.

Entscheidend jedoch, dass während der Winterpause die zahlenmäßig erhoffte Verstärkung kam: Tino Heimbruch vom U18-Landesligisten JSG Langwedel sowie drei Spieler aus der in der Winterpause aufgelösten U17-Mannschaft des FC Verden 04, von denen es Außenverteidiger Niklas Sternberg gelang, sich in der Frühjahrsrunde einen Stammplatz in der Niedersachsenliga-Elf zu erobern.
Im Laufe der Saison 2010/11 bildete Powels’ Vorgänger Jens Dreyer nicht weniger als sieben Talente für die Erste des FC Verden 04 aus. Beispielsweise Philipp Breves, Steen Burford, Dennis Hoins, Muhamed Özer oder Patrik Zimmermann erkämpften sich nicht nur Stammplätze in der Bezirksliga-Elf, sondern lieferten in sämtlichen Mannschaftsteilen auch gewichtige Beiträge zum Gewinn der Meisterschaft ab. Jetzt werden vier begabte Spieler die Schwelle von der A-Junioren- in die Herren-Mannschaft des FC Verden überschreiten, und Powels traut vor allem Alexander Arnhold und Ruben Scheele zu, hohen Druck auf die etablierten Kräfte der Meister-Elf auszuüben.

Der sowohl in der defensiven als auch offensiven Zentrale des Mittelfeldes einsetzbare Arnhold ist in der abgelaufenen Saison der wohl größte Leistungsträger des Niedersachsenligisten FC Verden 04 gewesen, Powels bezeichnet ihn als "meinen komplettesten Spieler". Körperlich zwar nicht optimal ausgeprägt, erkämpft Arnhold Dutzende von Bällen, weiß auch das Angriffsspiel klug zu eröffnen und ist obendrein torgefährlich. Mit 15 Saisontreffern blieb er im Kader des FC Verden 04 unübertroffen. "Im Prinzip eine Granate", urteilt Powels über Alexander Arnhold.
Unberechenbarer Ruben Scheele
Seinen mit 14 Saisontoren gefährlichsten Angreifer lobt Powels kaum weniger. Ruben Scheele sei ein "Vollblutstürmer mit einer Pferdelunge und großem Kämpferherz". Der wuselige Scheele gibt selten einen Ball verloren, vor allem aber bewegt er sich als Stürmer völlig untypisch – doch genau das macht ihn unberechenbar und letztendlich für jeden Abwehrspieler gefährlich. "Ruben wird seinen Weg machen", bringt Peter Powels seine Überzeugung zum Ausdruck.





















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