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Fußball-Kreisliga SC Colnrade pflegt Image des Dorfklubs liebevoll

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Steht vor seiner ersten Saison in der Kreisliga: der SC Colnrade um Kapitän Stefan Sommerfeld (2. von links), der hier w
Steht vor seiner ersten Saison in der Kreisliga: der SC Colnrade um Kapitän Stefan Sommerfeld (2. von links), der hier während des Kreispokalfinals einen Zweikampf gegen Harpstedts Jannis Bunzel bestreitet. Die Mannschaft, die fast ausschließlich aus waschechten Colnradern besteht, hat sich den Klassenerhalt zum Ziel gesetzt.

Einige Kreisliga-Fußballer dürften sich in der Anfang August beginnenden Saison verwundert umschauen, wenn sie die Umkleidekabine des SC Colnrade fertig umgezogen verlassen. Von einem Fußballplatz ist dann nämlich auf den ersten Blick nichts zu sehen. Erst nach rund 600 Metern Fußweg über eine schmale Schotterstraße erreicht man die auf einer Anhöhe gelegene Spielstätte des Aufsteigers. "Das ließ sich aus Platzgründen nicht anders machen, dafür sind unsere Kabinen sehr gepflegt", sagt Dietrich Kirchhoff, Fußball-Obmann und Stürmer des SC Colnrade in Personalunion.

Der Verein aus der 887-Seelen-Gemeinde zwischen Wildeshausen und Twistringen ist etwas anders als die anderen, und das liegt nicht nur an der ungewöhnlichen Gestaltung seiner Sportanlage. Der SC Colnrade ist etwa ein Klub, in dem auch tatsächlich Colnrader spielen. Fast alle Akteure haben in der Gemeinde gelebt oder tun es noch. Das ist in Zeiten ständiger Spielerwechsel selbst in der Kreisliga selten geworden. Neben Trainer Dirk Lenkeit aus Wildeshausen stehen im aktuellen Kader des Aufsteigers in Torhüter Ole Grabowski und Abwehrspieler Rafael Hesse lediglich zwei Auswärtige. "Dafür kommt Oles Freundin aus Colnrade. Rafael stammt aus Harpstedt, spielt aber schon ewig bei uns", fügt Kirchhoff an, betont aber sogleich, dass auch Fußballer aus anderen Orten im Verein willkommen sind. "Wir hätten gerne einige dabei, aber Colnrade liegt nun einmal im Niemandsland. Das macht es uns schwer, neue Leute zu holen."

Bei vier Kandidaten fragten die Colnrader Verantwortlichen in der Sommerpause an, holten sich jedoch durchweg Absagen. Also gibt es eben keine Zugänge. "Einige wollten Geld haben. Das machen wir nicht mit", berichtet Kirchhoff. Statt in Aufwandsentschädigungen für die Fußballer investiere der Verein lieber in die Peripherie. "Den Sportplatz und das Vereinsheim haben wir in Eigenregie errichtet. Darauf sind wir stolz", betont der Fußball-Obmann. Mindestens ebenso stolz sind die Colnrader auf das, was sie in der vergangenen Saison erreicht haben. Mit 68 Punkten lagen sie am Saisonende in der 1. Kreisklasse lediglich einen Zähler hinter dem Meister VfL Wildeshausen II und sicherten sich den Aufstieg. Zusätzlich schaffte es die Mannschaft ins Kreispokalfinale, das sie mit 0:2 gegen den Harpstedter TB verlor. Nachdem sie im Jahr 2000, als die Fußballsparte gegründet wurde, in der 3. Kreisklasse gestartet waren, haben es die Kicker aus der Samtgemeinde Harpstedt nun also tatsächlich bis in die Kreisliga geschafft.

"Die Euphorie ist riesig. Wir stehen vor einem großen Abenteuer", sagt Kirchhoff, der seine Fußballschuhe schon an den Nagel hängen wollte, sich die Premierensaison auf Kreisebene nun aber auf keinen Fall entgehen lassen will. Seit dem 2. Juli ist die Mannschaft von Trainer Lenkeit wieder im Training, heute steht das erste Testspiel beim Bezirksligisten VfL Wildeshausen an (16 Uhr). "Unser Ziel kann nur der Klassenerhalt sein", meint Kirchhoff, der sein Team mit sechs oder sieben Ligarivalen auf Augenhöhe sieht. "Bei uns stimmt der Teamgeist. Wir sind heimstark und haben einige Spieler mit Bezirksliga-Niveau." Damit meint der Fußball-Obmann zuallererst Stürmer André Sommerfeld, der sich in der abgelaufenen Spielzeit mit 39 Treffern die Torjägerkrone der 1.Kreisklasse sicherte. Auch Sommerfelds Brüder Stefan und Kay-Simon gehören zu den Colnrader Leistungsträgern. Dietrich Kirchhoffs Bruder Johannes steht ebenfalls im Aufgebot.

Die verwandtschaftlichen Beziehungen sorgen bei Zuschauern und Gegenspielern mitunter für Irritationen: "Da wir so viele Brüder haben, die sich gut kennen, geht es auf dem Platz manchmal derbe zu. Da werden deutliche Worte untereinander gewechselt, aber nach dem Abpfiff ist alles vergessen", sagt Kirchhoff. Verwunderte Blicke der gegnerischen Mannschaft gibt es trotzdem, doch die ist man bei dem etwas anderen Verein aus Colnrade inzwischen gewohnt.



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Leserkommentare
kabu am 18.06.2013 20:23
110 Mio € für einen Neubau, den man so gar nicht bräuchte und den man so nie gebaut hätte, hätte die Geno richtig kalkuliert bzw. die Stadt und der ...
pico1966 am 18.06.2013 19:38
Heute in der welt.de. Ich denke, dass sagt doch alles.

Eichin: Ich glaube, dass die Mannschaft durch den Trainerwechsel einen neuen ...

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