
"Wir waren irgendwie noch im Freundschaftsspielmodus", haderte Kaiser mit der Einstellung seiner Mannschaft. Vor allem den Beginn verschliefen die Gäste. Wildeshausen dagegen preschte von Anfang an los und übte Dauerdruck auf die Jahn-Abwehr aus. Einen ersten zaghaften Vorstoß in den gegnerischen Strafraum wagte die Kaiser-Elf nach 15 Minuten – Dariusch Azadzoys Schuss war jedoch leichte Beute für Wildeshausens Torhüter Sebastian Pundsack.
Die Folgeminuten gehörten dann René Tramitzke: Nach einem starken Alleingang, bei dem er erst seinen Gegenspieler und dann den Torhüter ausgetanzt hatte, schob der Wildeshauser Stürmer den Ball zum 1:0 ein (20.). Nur vier Minuten später folgte sein zweiter Streich. Mustergültig von Janek Jacobs bedient sorgte Tramitzke für die 2:0-Führung.
Scheinbar in einen Schockzustand gefallen, funktionierte bei den Delmenhorstern so gut wie nichts mehr. Verdient fiel deshalb auch das 3:0 für die Hausherren, das Tobias Düser nach einem starken Pass von Sascha Görke in der 35. Minute erzielte. Im Gegenzug dann ein Lichtblick für den TV Jahn: Aus dem Getümmel heraus markierte Arnold Koletzek den 1:3-Anschlusstreffer. Wirklich souverän wirkte Jahn trotzdem bis zum Halbzeitpfiff nicht.
"Uns hat irgendwie die Power gefehlt. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent", fand Kaiser. Immerhin nahm seine Mannschaft nun jeden Zweikampf an, sodass sie das Spiel bis zum Halbzeitpfiff etwas ausgeglichener gestalten konnte.
Wildeshausen zu inkonsequent
In der zweiten Hälfte besannen sich die Gäste dann auf ihre Stärken und zogen das Spiel über die Außen auf. Bei Standards war die Jahn-Elf nun ebenfalls brandgefährlich. Dass die Hausherren plötzlich ins Schwimmen gerieten, war im Grunde jedoch ihre eigene Schuld. Denn anstatt die Bälle aus ihrem Sechzehn-Meter-Raum heraus zu schlagen, verstrickten sie sich in Eins-gegen-Eins-Situationen. Wildeshausens Trainer Klaus Ebel wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: "Ich bin froh, dass wir Sebastian im Tor stehen hatten."
Ansonsten hätte die Partie auch leicht kippen können, sagte er. Doch Pundsack war gleich drei Mal zur Stelle und parierte (61./67./78.). Auf der Gegenseite machte der starke Sascha Görke es besser und sorgte im Alleingang für den 4:1-Endstand (86.).
"Natürlich ist es bitter, so in die Saison zu starten", sagte Kaiser nach der Partie. Zumal die nächsten Spiele wohl noch um einiges schwerer würden. "Bockhorn und Wilhelmshaven heißen unsere nächsten Gegner", blickte der Jahn-Coach voraus. Auch Ebel dachte bereits an die nächste Partie. Anders als Kaiser, war ihm jedoch nicht bange. Und das, obwohl die Wildeshauser am Mittwoch im Bezirkspokalspiel auf den Landesligisten Blau-Weiß Lohne treffen (19 Uhr, Krandelstadion). "Mit unserer Bilanz – zwei Siege in zwei Pflichtspielen – im Rücken, wird das Spiel richtig Spaß machen."





















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