
Sie sind als Trainer (Peter Moussalli) beziehungsweise Spieler für den Regionalligisten FC Oberneuland tätig und fiebern ihrem persönlichen Spiel des Lebens in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund entgegen.
Das was sich im Vorfeld der Partie des Viertliga-Aufsteigers FC Oberneuland und des deutschen Meisters abspielt lässt sich ganz nüchtern betrachtet als "aufregend" bezeichnen. Peter Mousalli, der im zweiten Jahr auf der Trainerbank des FCO sitzt und vorher bei seiner neunjährigen Spielertrainertätigkeit den Blumenthaler SV wieder zu einer festen Größe in der Bremen-Liga machte, spricht lieber von einem "Riesen-Hype".

Zwei Fernsehsender waren bereits beim Training zu Gast, zwei weitere hätten sich angekündigt, telefonisch Auskünfte gab Moussalli bereits dem Kicker, dem WDR, dem NDR, Radio Bremen, Sat 1 und Sport 1. "Ich werde morgens, mittags, abends, nachts, sonnabends und sonntags angerufen. Es ist an der Grenze, belastend zu werden", erklärt Peter Moussalli, der es als "schwierig" bezeichnet, vernüftig trainieren zu können.
Denn natürlich geht der Wirbel auch nicht spurlos an den Spielern vorbei. Storys mit dem Amateur-Kicker, der tagsüber seinem Beruf nachgeht, abends trainiert und jetzt gegen Borussia Dortmund vor dem Spiel seines Lebens steht, sind beliebt. Gestern erhielt beispielsweise Angreifer Shaun Minns, der sich beim Blumenthaler SV für höhere Aufgaben empfahl und über den OSC Bremerhaven beim FCO landete, von Sport 1 Besuch an seinem Arbeitsplatz.

Obwohl der Countdown läuft, gibt sich Minns cool: "Ich bin noch ganz ausgeglichen. Sonnabend auf dem Weg zum Stadion wird es dann kribbelig." Dass mit dem Spiel gegen den Double-Gewinner des Vorjahres um Trainer Jürgen Klopp etwas Besonderes auf ihn wartet, verschweigt er aber nicht: "Es war immer ein Traum von mir, einmal im Weserstadion zu spielen. Ich hoffe, ich spiele auch oder bin wenigstens im Kader." Minns verspricht für alle, die mitwirken dürfen: "Wir werden unser Bestes geben und uns zerreißen."
Die Sorge nicht zu spielen oder gar nur auf der Tribüne zu sitzen, geht um. Der Kader ist groß, Peter Moussalli stehen 24 einsatzfähige Spieler zur Verfügung. Wie schnell das geht, nicht dabei zu sein, erfuhr Dominic Krogemann ("Das Dortmunder Kollektiv ist atemberaubend. Das ist eine große deutsche Mannschaft") – er kam über den Lüssumer TV, SAV, Bremer SV und Werder Bremen III zum FCO – am vergangenen Wochenende. Peter Moussalli verpasste ihm einen "Denkzettel", er stand beim 3:0 gegen den SC Victoria Hamburg nicht im Kader.
Für den 39-jährigen Ex-Profi Sören Seidel wiederum könnte sich mit dem Spiel gegen Dortmund irgendwie ein Kreis schließen, schließlich landete er über den Blumenthaler SV bei Werder Bremen, wurde zum Profi, hatte weitere Stationen in der 2. und 3. Liga sowie der Regionalliga und kehrte schließlich nach Bremen zurück. Er hat schon im Weserstadion gespielt, insgesamt zwölf Einsätze in der ersten und 28 in der zweiten Liga gehabt. Im DFB-Pokal war er sechsmal dabei. Zuletzt vor rund einem Jahr mit Oberneuland gegen Ingolstadt (1:4).
"Die schwierigste Aufgabe ist, dass ich sechs Spieler streichen muss", verrät Peter Moussalli, der aber letztlich genau diese Herausforderungen gesucht hat. Und aus diesem Grund seinen sicheren Trainerjob beim Blumenthaler gegen den unsicheren beim FCO tauschte: "Ich bin auch zum FCO gegangen, um solche Spiele zu erleben." Mit dem Blumenthaler SV hatte ihm immer wieder der FCO auf dem Weg zu einer DFB-Pokalteilnahme im Weg gestanden. Worauf er bei der Auswahl der Startformation Wert legen wird, daraus macht Peter Moussalli kein Hehl: "Ich brauche Spieler, die wie die Ochsen laufen und wie verrückt verteidigen."
Peter Moussalli ist also für die richtige Auswahl und die richtige Einstellung des Teams verantwortlich und dafür, im Vorfeld wie nach dem Spiel auf für ihn ungewöhnlich großen Pressekonferenzen die richtigen Worte und Erklärungen zu finden. Doch welches sind die besonderen Momente, die neben der Trainer-Pflicht bei diesem Spiel des Lebens, welches es fraglos auch für den Trainer ist, bleiben? "Ich freue mich darauf, fünf Minuten lang mit Jürgen Klopp zu fachsimpeln und auf ein paar Videoszenen als Erinnerung.
Am Sonnabend um 15.30 Uhr beginnt für Trainer und Spieler die letzte Etappe des mit der Auslosung gestarteten "Spiel des Lebens". Sie dauert 90 Minuten und kann für den Fall, dass sich Glück und Geschick wie beim Sieger auf dem Spielbrett zusammenfinden, zu einer Verlängerung des Spiel oder ins Glücksspiel Elfmeterschießen führen.





















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