
Frank Thinius stand die Freude ins Gesicht geschrieben. "Im Nachhinein war es vielleicht ganz gut, dass wir die letzten Ligaspiele verloren haben", urteilte der Brinkumer Trainer, "in der Kabine war vor diesem Spiel wieder die notwendige Spannung zu spüren." Auch auf dem Platz ließen die Gastgeber von Beginn an wenige Fragen offen, sondern störten die Blumenthaler frühzeitig und suchten konsequent den Weg nach vorne. Bereits nach fünf Minuten wurde der Einsatz belohnt, Dennis Mertgen staubte nach einem abgewehrten Schuss von Janek Piontek zur Führung ab.
Im Vorfeld der Begegnung war auf Seiten der Gäste viel über die ungünstige, weil frühe Anstoßzeit diskutiert worden. Letztlich war es eine Hypothek, die schwer wog, denn neben den verletzungsbedingten Ausfällen musste Interimscoach Uwe Meyer-Porsch kräftig improvisieren. "Ahmed Abdoulaye ist gerade einmal zehn Minuten vor dem Anpfiff hier gewesen", meinte Meyer-Porsch, wobei sein Abwehrmann noch einer der besseren Blumenthaler war. "Leider hat aber auch er nicht für die nötige Stabilität sorgen können."
Pechvogel Dimitri Fiks
Die Unsicherheit zeigte sich nicht nur bei gleich drei Möglichkeiten, die Piontek allesamt knapp neben den Pfosten setzte (8./26./42.), sondern auch beim Treffer zum 2:0. Ein Eckball von Brinkums Ole Strangmann flog derart hoch in Richtung Strafraum, dass er eigentlich eine sichere Beute für Keeper Daniel Anders hätte sein müssen - war er aber nicht. Stattdessen wuchtete Mertgen die Kugel aus dem Stand per Kopf in die Maschen (45.).
Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Platzherren das Geschehen unter Kontrolle, für einen weiteren Treffer agierten sie jedoch meist zu umständlich. Richtig Pech hatte dagegen Dimitri Fiks: Gleich zwei Mal scheiterte er am Aluminium (46./75.), ein Mal wurde er klar hörbar im Strafraum gefoult, doch Schiedsrichter Frank Brüggemann entschied zur Verwunderung aller Beteiligten und der rund 150 Zuschauer auf Freistoß für Blumenthal (58.).
Große Wirkung hatte diese Fehleinschätzung allerdings nicht mehr - weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Und so trudelte die Partie gemächlich dem Ende entgegen, die Brinkumer zogen völlig verdient ins Endspiel ein. "Ich freue mich riesig für die Jungs, dass sie nun einmal vor rund 1000 Zuschauern spielen dürfen", erzählte Frank Thinius mit Blick aufs Finale am 16. Juni auf der Anlage des TuS Komet Arsten. "Sie sollen diesen Tag einfach mal genießen."
Allein für den Finaleinzug kassiert der Verein rund 2500 Euro, sollten die Brinkumer tatsächlich die Überraschung schaffen, das Endspiel gewinnen und somit in den DFB-Pokal einziehen, winken sogar Prämien von bis zu 100.000 Euro. Alles Zukunftsmusik - doch mit Musik kennen sie sich in Brinkum ja nun bestens aus.
Brinkumer SV:Meyer - Witte, Demirkapi, Piontek (76. Tönsmeyer), Mertgen, Müller, Fiks, Netzke, Morkan (68. Röpke), Bender, Strangmann (89. Gaytan).





















Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »