Twistringen. Die Ankündigung von Christina Lehmkuhl war der Hammer schlechthin. Schließlich trägt die 23-Jährige seit der E-Jugend das SCT-Trikot. Sie ist die Mannschaftsführerin, seit Jahren die beste Torschützin, und auch im Training geht sie immer mit gutem Beispiel voran. "Ich habe mich immer sehr wohl gefühlt und hatte viel Spaß", betont Lehmkuhl. Ihre Entscheidung hat sie sich deshalb nicht leicht gemacht. "Eine Woche lang habe ich jeden Abend geweint", verrät sie. Dennoch entschied sie sich, nach Vechta zu gehen. "In den vergangenen Jahren hatte ich einige Anfragen von anderen Vereinen. Die habe ich immer abgelehnt. Da ich aber nicht jünger werde, wollte ich jetzt die Chance, in der Oberliga zu spielen, am Schopfe packen", erklärt sie.
Das Angebot war verlockend, denn der SFN-Trainer versprach ihr einen Platz in der ersten Sieben. Einziger Haken: Statt auf ihrer gewohnten Position im rechten Rückraum soll Lehmkuhl als Kreisläuferin auflaufen. "Diese Position ist vakant. Und der Trainer hatte gehört, dass ich schon einmal als Kreisläuferin gespielt habe", so Lehmkuhl. Tatsächlich hatte die Twistringerin einige Male auf dieser Position ausgeholfen, als Lena Hedtke verletzt war. "In der Vorbereitung werden wir mich umtrainieren. Dabei geht es dann um das richtige Stellungsspiel oder wie ich eine Sperre stehe", erklärt die SCT-Kapitänin.
Aber nicht nur die Aussicht auf einen Stammplatz lockte, sondern auch die Tatsache, dass die Torjägerin einige ihrer neuen Teamkameradinnen aus der Schulzeit in Vechta kennt. Zudem freut sie sich auf die noch höhere Qualität im Training. "Dort habe ich fitte Leute, die großen Ehrgeiz haben und alle auf einem Leistungsniveau sind. Da werde ich viel lernen können."
Dem SCT bleibt sie dennoch verbunden. "Ich werde weiter als Schiedsrichterin im Einsatz sein. Vielleicht kann oder darf ich montags zum Training kommen. Bei den Partien werde ich auf jeden Fall zusehen - vorausgesetzt, ich habe zur gleichen Zeit kein Spiel. Mein Herz wird immer am SC Twistringen hängen", betont Lehmkuhl.
Ihre Noch-Trainerin Cordula Seefeld zeigt Verständnis für den Wechsel. "Wir lassen sie nur schweren Herzens gehen. Aber Christina soll ruhig andere Luft schnuppern. Sie wird viel lernen können. Ich wünsche ihr, dass sie viele Spielanteile erhält. Wenn das allerdings nicht der Fall ist und sich Christina nicht wohlfühlt, kann sie jederzeit zurückkommen."
Auch Seefeld weiß natürlich, dass durch den Weggang der absoluten Leistungsträgerin eine riesengroße Lücke entsteht. "Wir werden umdisponieren müssen. Im Angriff müssen alle Spielerinnen nun mehr Verantwortung übernehmen. Da gibt es mehrere Varianten", versichert die Trainerin. Für die 5:1-Abwehr, in der Lehmkuhl als Spitze fungierte, toll antizipierte und aggressiv zu Werke ging, muss Seefeld indes noch eine Lösung finden.
Neben den drei Abgängen bangt das Team noch um den Verbleib von Lena Hedtke und Femke Bornhorn. Die beiden jungen Leistungsträgerinnen können noch nicht sagen, wie es beruflich mit ihnen weitergeht. Da ist also Abwarten angesagt. Dafür freut sich Seefeld schon auf den SCT-Nachwuchs. "Aus der A-Jugend kommen viele tolle, talentierte Spielerinnen dazu", schwärmt sie. Der Blick gehe aber auch weiter. "Wir suchen Verstärkungen. Daher wird alles, was aus der Landesliga absteigt, auch befragt", sagt sie schmunzelnd.





















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