
Erst machte ihn die nicht ausgeheilte Sturzverletzung von Marquez bereits am Samstag vorzeitig zum Champion, dann rutschte er am Sonntag im Rennen in der fünften Runde aus und konnte den letzten Saisonlauf nicht beenden. Hätte Marquez das Rennen gewonnen und Bradl wäre ausgeschieden, wäre der Spanier Weltmeister geworden. So aber krönte sich der 21-jährige Bradl als erster Deutscher seit Dirk Raudies 1993 zum Motorrad-Weltmeister.
"Ich hätte die Entscheidung lieber im Rennen gehabt, aber so ist es natürlich auch sehr schön", hatte der neue Champion schon vorher gesagt. Zur Siegerehrung kam der Zahlinger mit einer Fahne: "Dieser Titel ist für Super Sic" stand darauf. Damit würdigte Bradl den vor zwei Wochen beim Grand Prix von Malaysia tödlich verunglückten Italiener Marco Simoncelli, der 2008 in dieser Klasse Weltmeister geworden war. Dessen Teamkollege Michele Pirro gewann das letzte Saisonrennen und widmete dem toten Landsmann seinen ersten Sieg.
Erst von US-Millionärin Paris Hilton in der Startaufstellung zum WM-Sieg beglückwünscht, dann ausgerutscht: Bradl und der Kurs in Valencia werden wohl keine Freunde mehr. Seit 2007 kam der Champion auf dem Kurs nicht mehr ins Ziel. Dabei wollte er unbedingt gewinnen, doch auch das Wetter spielte Bradl übel mit. Kurze Regenschauer machten die Piste gefährlich rutschig. "Mit dem Rennen bin ich nicht so glücklich. Ich bin mit den Witterungsbedingungen nicht klar gekommen. Ich bin aber okay und das ist das Wichtigste", sagte Bradl, ehe er die Weltmeister-Feierlichkeiten begann.
Platz drei und damit einen Fix-Startplatz für die Moto2 in der nächsten Saison warf Sandro Cortese im letzten Achtelliter-Rennen der WM-Geschichte zwölf Runden vor dem Ende in den Kies. Bis dahin hatte er sich einen erbitterten Fight mit Viñales geliefert. Und das, obwohl der Start alles andere als gut war. Doch das Paket, das Corteses Techniker geschnürt hatten, passte. Bis zu jenem Moment, als der Italo-Schwabe wegrutschte. "Es ist extrem ärgerlich, mit dem einzigen Ausfall in der Saison den dritten Platz noch zu verlieren. Ich habe es versucht, aber Viñales war extrem stark und ich weiß nicht, ob ich ihn heute hätte bezwingen können", meinte der Aprilia-Pilot.
So war Jonas Folger aus Schwindegg bester Deutscher. Der Aprilia-Pilot hielt bis zur Halbzeit des Rennens gut mit, war vorübergehend sogar Zweiter. Dann musste er die Spitze ziehen lassen. (dpa)





















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