
„Unser Ziel ist es, möglichst alle Angebote in den vereinseigenen Hallen auszutragen“, sagt Sebastian Stern. 17 hat Bremen 1860 auf dem Vereinsgelände, nur sporadisch werden noch Turnhallen benachbarter Schulen genutzt.
7000 Mitglieder hat der Verein im Herzen Schwachhausens, rund 1000 davon sind im klubeigenen Fitnessstudio aktiv. Die Goldgrube und das Herzstück ist aber das Kinderbewegungszentrum, das etwa 3000 Vereinsmitglieder nutzen. „Das ist ein in ganz Deutschland einzigartiges Projekt“, schwärmt Stern über die drei modernen Hallen und das dazugehörige innovative Unterrichtskonzept.
Zwei Effekte hat die populäre Bewegungsschule vor Eltern und Kinder: Zum einen bringt sie Bremen 1860 Mitglieder weit über die Stadtteil- und sogar Stadtgrenzen hinaus, zum anderen prägt sie auch die Altersstruktur im Verein. Viele Kleinkinder und Familien gehen zu Bremen 1860, auch bei den Rentner, für die vor kurzen extra ein Gesundheitszentrum gebaut wurde, ist der Verein gut bestückt. „Eine Lücke klafft bei den Sechs- bis Vierzehnjährigen“, sagt Sebastian Stern. Wer zu alt für das Kinderturnen ist, bleibt nicht immer im Verein. Sorgen bereitet dies Stern aber nicht: „Es kommen ja immer genug Kinder von unten nach.“
„Wir sehen uns als Breitensportverein, aber ganz ohne den Leistungsbereich geht es nicht“, beschreibt Stern die Ausrichtung des Vereins. Denn neben dem Kinderturnen ist Bremen 1860 vor allem für Rhythmische Sportgymnastik bekannt. In dieser Randsportart ist der Verein sogar Bundesstützpunkt. „Keine Frage, das ist unsere erfolgreichste Sparte“, weiß auch Stern um die landesweite Wirkung der Gymnastinnen. Aber auch im Volleyball und Rugby stellt der Verein Regionalliga-Teams, zudem ist die Taekwondo-Abteilung mit rund 400 Mitgliedern die größte in Norddeutschland.
Fußball hingegen spielt nur eine kleine Nebenrolle im Verein. Union 60 trägt seine Spiele zudem in der Pauliner Marsch und nicht in Schwachhausen aus. Auch wenn Fußball in der gut 150-Jährigen Geschichte von Bremen 1860 eine wichtige Rolle gespielt hat, lebt der Verein heute gut ohne hin. „Traditionen sind wichtig, solange sie die Entwicklung des Vereins nicht behindern“, sagt Sebastian Stern und verweist darauf, dass 1860 zu einem klassischen Hallenverein geworden ist. Nur für das Rugbyteam, das der Verein mittelfristig in der Bundesliga etablieren will, gibt es auf der Vereinsanlage einen Rasenplatz.
Die Pflege der Anlage, der vielen Umbauten und der Ankauf neuer Flächen kostet Geld, und so müssen die Mitglieder neben ihrer Mitgliedschaft für viele Sportarten wie Judo, Basketball, Volleyball oder Taekwondo noch Zusatzbeiträge zwischen 2 und 8,50 Euro zahlen. Neben Einzelmitgliedschaften (zwischen 6 und 17 Euro im Monat) bietet der Verein auch Familienmitgliedschaften und Ermäßigungen für Studenten, Azubis und Wehrpflichtige an. Bremen 1860 ist damit sicherlich nicht der preiswerteste Verein der Stadt, dafür sind die Hallen hochmodern und werden vom Klub selber gepflegt und regelmäßig überarbeitet.










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