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Woltmershauser und Seehauser Beiratsmitglieder von Wirtschaftsbehörde enttäuscht
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Ärger über Flugboot-Erlaubnis

29.09.20160 Kommentare
SÜD / Ultra-Leicht-Flugzeug Lankenauer Höft /Start und Landung
Ein Ultra-Leicht-Flugzeug über der Weser. In Woltmershausen und Seehausen sind Stadtteilparlamentarier nicht einverstanden mit der Entscheidung der Wirtschaftsbehörde, die Flugzeuge auf dem Wasser landen zu lassen. (Walter Gerbracht)

Die Wirtschaftsbehörde hat nach Auswertung der Messdaten eine Start- und Landeerlaubnis für die „fliegenden Wale“ erteilt.

„Wir fragen uns, wozu wir gemeinsam mit so vielen Behörden- und Pressevertretern, dem Flugbootbetreiber und Beiratsmitgliedern aus zwei Stadtteilen diesen Aufwand der Hörprobe vor Ort betrieben haben, wenn unsere Einwände am Ende keinen interessieren“, zeigt sich der Seehauser Ortsamtsleiter Gerd Aumund frustriert. Er nehme zwar zur Kenntnis, dass der Firma zahlreiche Auflagen auferlegt wurden, um die Belastung zu minimieren. „Aber die gehen nicht weit genug.“ Die Beiratsmitglieder lehnen den Flugbootbetrieb an dieser Stelle ab. „Unser Ortsteil ist durch den bereits vorhandenen Lärm durch die Häfen, Stahlwerke, Windkraftanlagen und die Baggergutdeponie bereits über seine Grenzen hinaus belastet. Kommen jetzt noch die Flugboote besonders an Wochenenden oder zur Mittagszeit hinzu, leidet die Lebensqualität noch mehr“, argumentiert der Ortsamtsleiter.

Besonders die Ruhe an den Wochenenden und in der Mittagszeit ist den Lokalpolitikern in Woltmershausen wichtig: „Aber nun darf an zehn Sonntagen im Jahr geflogen werden. Das ist zwischen März und September fast jeder zweite Sonntag“, rechnet Beiratssprecherin Edith Wangenheim (SPD) vor. Für die Zeit von Anfang September bis Ende März hat die Naturschutzbehörde eine Art Veto-Recht eingeräumt bekommen, um die zahlreichen Wasservögel, die im Winter auf der benachbarten Vogelschutzinsel rasten, angemessen zu schützen. Es ist anzunehmen, dass der Flugbetrieb sich in dieser Zeit in Grenzen hält.

Wangenheim ist aber auch verärgert, weil aus ihrer Sicht der politische Entscheidungsprozess von der zuständigen Behörde behindert wurde. „Wir hatten einen langen Katalog mit offenen Fragen an die Wirtschaftsbehörde geschickt, aber nie Antworten darauf erhalten“, sagt die Sozialdemokratin. Stattdessen sei die Start- und Landeerlaubnis erteilt und das Schreiben auch an die Beiräte geschickt worden. „Ohne die Antworten konnten wir uns kein Bild von den Auswirkungen machen und daher auch keinen Beschluss dazu fassen."

Ein Vorwurf, der in der Wirtschaftsbehörde auf Unverständnis stößt. „Wir haben keine gesetzliche Bringschuld gegenüber den Beiräten, aber wir haben selbstverständlich die Fragen als Einwände aufgenommen, die wir bei der Entscheidung berücksichtigt haben“, sagt Nadja Niestädt. Die persönliche Referentin des Wirtschaftssenators verweist darauf, dass ausführliche Erklärungen der Behörde mitgeschickt worden seien, die auf die Stellungnahmen der Beiräte eingingen. „Besonders mit den Beschränkungen haben wir einen Mittelweg zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner einerseits und dem Betriebsinteresse der Antragstellerin andererseits gefunden“, meint Niestädt und verweist auf zeitliche Begrenzungen. So ist der Flugbetrieb montags bis sonnabends nur von 8 bis 20 Uhr gestattet. Frühestens dürfen die Flieger mit Sonnenaufgang starten, spätestens bei Sonnenuntergang müssen sie gelandet sein. Die als besonders laut geltenden unmittelbar aufeinander folgenden Starts und Landungen einer Maschine, Platzrundenflüge, sind nur montags bis freitags zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr erlaubt. Und noch eine Änderung gibt es im Vergleich zum Probeflug im Mai: Anstatt in der Nähe von Wohnhäusern in Seehausen und über dem Vogelschutzgebiet sollen die Sportflieger nun im Wesentlichen über Industrieanlagen des Kalihafens und des Neustädter Hafens kreisen. Letztlich werden die weiteren Lärmmessungen, die das Unternehmen Flywhale auf Anweisung der Luftfahrtbehörde bis Mitte August 2017 machen muss, zeigen, wie laut die Flugboote im Alltag tatsächlich sind. Die Beiräte von Seehausen und Woltmershausen werden hören, ob die Lärmschutz-Regeln ausreichen.

Das Unternehmen Flywhale Aircraft war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.


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Leserkommentare
djhg am 18.08.2017 07:27
@Werderland: Ich denke eher, dass Nouri und Baumann auch ihren Aussagen aus der letzten Saison gelernt haben und es deshalb eher intern ...
abrakadabra am 18.08.2017 07:26
Der Betrag ist ja wohl lächerlich ... Warum gibts da nicht wenigstens einen Punkt in Flensburg? Für Taxifahrer als angebliche Profis darf es auch ...
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