UND MONIKA FELSING
Östliche Vorstadt. Wer in unmittelbarer Nähe des Weserstadions wohnt und ein Auto hat, sollte jetzt seine Ausnahmegenehmigung für die Anwohnerschutzzone verlängern lassen. Darauf hat das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) in einem Rundschreiben hingewiesen – weil noch gut 2000 Anträge ausstehen und die Zeit bis zum Saisonbeginn knapp wird. Die Genehmigungen laufen am 31. Juli aus.
Seit 2007 bleiben vor und nach Heimspielen im Weserstadion – früher auch bei Konzerten – der Osterdeich zwischen Sielwall und Stader Straße, der Peterswerder und das südliche Hulsbergviertel für Autos gesperrt. In diese Zone darf nur hineinfahren, wer eine Ausnahmegenehmigung hat: Bewohner der Schutzzone und Gewerbetreibende. Taxen, Motorräder, Rettungsdienste und Lieferanten kommen ebenfalls durch.
Die Schutzzone wurde eingerichtet, um zu verhindern, dass Stadionbesucher in Massen durch den Peterswerder fahren und dort Parkplätze in Beschlag nehmen. Das Verkehrskonzept war die Voraussetzung dafür, dass die Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt dem Ausbau des Weserstadions von 42000 auf die geplanten 50000 Plätze zugestimmt haben. Vor Großveranstaltungen im Stadion werden die Wohnstraßen ab der Stader bis einschließlich Lüneburger und Heidelberger Straße und vom Schwarzen Meer/Hulsberg bis einschließlich Osterdeich etwa zweieinhalb Stunden gesperrt. Der Osterdeich ist zwischen Sielwall und Stader Straße bis etwa anderthalb Stunden nach Ende eines Werderspiels für Autos und Lastwagen ohne Ausnahmegenehmigung tabu. Busse und Taxen parken dort. Auch Anwohner des Osterdeichs können nach Auskunft der Behörde deshalb eine Lizenz zum Durchfahren beantragen – ab Hausnummer 57. Die Straßen Am Schwarzen Meer und Am Hulsberg, die Stader und die Lübecker Straße (bis Osterdeich) aber bleiben befahrbar und zählen damit nicht zur Schutzzone.
Die Polizei und ein privater Sicherheitsdienst kontrollieren im Schutzzonenrandgebiet die Zufahrten. Die Fähre setzt die Fans über, die am Kuhhirten parken, und die BSAG befördert mit 30 bis 40 Sonderbussen nach offiziellen Angaben 12 000 Zuschauer an Heimspieltagen. Fast 6000 kostenlose Park-and-Ride-Plätze stehen zur Verfügung, 2300 Parkplätze am Stadion sind reserviert. Die Stadt und Werder Bremen teilen sich die Kosten – was unter anderem in Berlin als Beispiel für ein "Public Private Partnership" gehandelt wurde.
Erst 1470 Scheine beantragt
Das Amt für Straßen und Verkehr hat rund 3400 Sondergenehmigungen ausgestellt. Lediglich 1470 sind verlängert oder neu beantragt worden, obwohl die Behörde im April schriftlich daran erinnert hat. "Wir hatten im letzten Vierteljahr Extra-Kapazitäten für die Verlängerungsanträge vorgehalten", sagt Martin Stellmann. Der Ansturm aber blieb aus. "Wer jetzt gleich die Verlängerung beantragt, bekommt die Genehmigung noch im Juli", sagt der Behördensprecher. "Ab August könnten bei uns personelle Engpässe entstehen, und dann werden die Wartezeiten länger."
Wer an Heimspieltagen im Peterswerder Gäste erwartet, warnt sie sicherheitshalber vor. Bewohner der benachbarten, nach wie vor von Fußballfans zugeparkten Quartiere bekommen keine Passierscheine, ihre Autos werden von den Sicherheitskräften an den Grenzen der Schutzzone nicht durchgelassen. Vor allem Bewohner des südlichen Steintors werden gezwungen, größere Umwege zu fahren, wenn sie an Werderheimspieltagen nach Hause kommen – nach Hause in die Umweltzone.
Es sei nicht daran gedacht, die Anwohnerschutzzone beispielsweise auf das Steintor oder Fesenfeld auszudehnen, sagt Martin Stellmann auf Nachfrage. "Sie hat sich bewährt, so wie sie ist." Die Schutzzone über die Georg-Bitter-Straße hinaus auf Hastedt auszuweiten, bis zur Maler- und Stresemannstraße, wie es die Hemelinger Grünen 2006 gefordert hatten, sei aktuell auch nicht mehr im Gespräch, sagt der Hemelinger Ortsamtsleiter Ullrich Höft. "Ich habe aus der Bevölkerung lange keine großartigen Beschwerden gehört. Also nehme ich an, dass sich die Menschen mit der Situation arrangiert haben."
Zwar habe es zu Beginn aus der Georg-Bitter-Straße Klagen gegeben, dass Stadionbesucher Hastedter Grünflächen oder Fuß- und Radwege zuparkten, aber auch das habe sich beruhigt, sagt Höft. Der "Park & Ride"-Service vom Hemelinger Hafen aus habe sich etabliert.
Für alle im Peterswerder, die keinen Werderkalender zu Hause haben, kündigt das Amt für Straßen und Verkehr in seiner Presseerklärung das erste Heimspiel der neuen Saison an: Am 1. September werden die neuen Scheine spätestens gebraucht.
Anwohner und Gewerbetreibende der Schutzzone, die ihren Namen und ein Kfz-Kennzeichen angeben, können ihre Ausnahmegenehmigungen von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr beim Amt für Straßen und Verkehr im Herdentorsteinweg 49/50 verlängern lassen. Der Antrag steht auch auf www.asv.bremen.de in der Rubrik "Service". Näheres unter Telefon 361- 6945. Die Verlängerung ist kostenlos, die Sondergenehmigungen gelten für drei Jahre.











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