Rund 450 Menschen leben in Strom. "Es ist schön hier, aber ein bisschen ländlich", sagt Hilda Schwarz. Das Verhältnis zu den Nachbarn sei sehr kameradschaftlich, gemeinsames Kaffeetrinken und Einladungen zu großen Festen selbstverständlich. Die 75-Jährige lebt an der Stromer Landstraße zusammen mit ihrer Tochter und deren Mann. Die haben es jetzt nicht mehr weit zur Arbeit. Hilda Schwarz fährt mit Bus und Straßenbahn mehr als eine Stunde, bis sie bei Freunden in Osterholz ist. Aber das macht ihr nichts aus. "Ich will ja nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen", sagt die 75-Jährige. "Und ich hab' ja Zeit."
Die Bushaltestelle könnte allerdings näher am Haus sein, findet die Rentnerin. Mehr als 500 Meter läuft sie zu dem Holzhäuschen, in dem sie auf die Buslinie 61 oder den Taxibus wartet. Auch, dass sie fast jedes Mal anrufen muss, wenn sie nach Sandhausen oder in die Stadt will, ist ein bisschen lästig. In der Regel komme der sogenannte Taxibus, der je nach Anzahl der Fahrgäste ein normales Taxi oder Großraumtaxi ist, dann auch. Zweimal ist Hilda Schwarz aber auch schon vergessen worden. "Wenn man dann kein Telefon dabei hat, muss man ganz zurück nach Hause laufen und nochmal anrufen", erzählt sie. "Außerdem verpasst man dann ja auch den Anschluss."
In Woltmershausen steigt die 75-Jährige in die Buslinie 24 um. Danach geht es je nach Lust und Laune an die Waterfront, in den Weserpark oder zum Roland Center. Im Sommer trifft sie sich mit Freunden und Bekannten auch gerne im Bürgerpark oder in der Innenstadt. Auch zum Einkaufen und zum Arzt fährt Hilda Schwarz mit dem Bus. "Bei uns kann man ja nicht mal ein Pfund Mehl kaufen", sagt sie.
Drei- bis viermal ruft Hilda Schwarz in der Woche den Taxibus an. Seit dem vergangenen Jahr ersetzt er die Buslinie 61. Auch auf der Buslinie 81 und in Borgfeld seien die Fahrer des Taxirufs Bremen im Einsatz, sagt dessen stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Verbeek. "Das gibt es bundesweit", erklärt er, "immer dort, wo der Kartenverkauf die Kosten für Personal und Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr nicht annähernd deckt." Dass sich sowohl Fahrgäste als auch Taxi-Fahrer erstmal an das neue System gewöhnen müssten, sei normal. Wer beispielsweise jeden Morgen zur gleichen Zeit fahre, könne auch einen Dauerauftrag einrichten. Wenn eine Kohlgruppe das letzte Stück zum Lokal nicht zu Fuß schafft, kommen eben ein paar mehr Taxen auf einmal. "Da könnte es allerdings sein, dass gerade nicht genug Wagen in der Nähe sind", räumt Wolfgang Verbeek ein.
Wer nicht wie Hilda Schwarz eine Monatskarte hat, bekommt den Fahrschein vom Taxifahrer. "Die Fahrer kennen uns schon alle", sagt die Rentnerin. "Viele kenne ich auch schon mit Namen." Mit Menschen aus dem Ort in einem Taxi zu sitzen, auch wenn man sich nicht gut kenne, sei oft interessant. "Jeder hat etwas zu erzählen." Zwar habe sie den Bus eigentlich besser gefunden. "Aber wenn alles so bleibt, geht es auch."











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