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Kirchengemeinde hat über die Nachfolge von Pastor Evert Brink entschieden – und für Dittmar Schütt gestimmt Die Wahl von Rönnebeck-Farge

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Es hatte etwas von Bundestagswahl: Am Vormittag pilgerten zahlreiche Frauen und Männer zum Gemeindehaus. Der Wahlvorstand kontrollierte die Zugehörigkeit, es gab einen Stimmzettel mit geheimer Wahl in der Kabine. Große Politik indes wurde hier nicht gemacht, im Gegenteil. Die Menschen waren darauf bedacht, dass ein für sie durchaus wichtiger Teil ihres Zusammenlebens wieder vollständig wird: Die Glieder der reformierten Kirchengemeinde Rönnebeck-Farge wählten einen neuen Pastor.

Im Vorfeld hatte es, wie berichtet, fünf Bewerbungen gegeben, ein Aspirant war aber bereits im Vorfeld ausgeschieden. Also präsentierte der Kirchenrat den Christen im Bremer Norden vier Kandidaten: Jutta Bartling, Birgit Locnikar, Miriam Richter und Dittmar Schütt. Letzterer machte am Ende das Rennen, und das gleich mit 52 Prozent der Stimmen derjenigen, die sich an der Wahl beteiligten. Aufgerufen dazu waren 1681 Wahlberechtigte.

Dass die Angehörigen einer Kirchengemeinde ihren Hirten selbst wählen, ist selbst in Kreisen der als liberal geltenden Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) ungewöhnlich. „Das entspricht aber unserem Selbstverständnis“, sagte Gerd Isenberg, Vorsitzender des Kirchenrats. Mit dieser Sicht der Dinge befand er sich auf einer Linie mit denen, die von der Möglichkeit des Urnengangs Gebrauch machten.

„Ich finde es wichtig, dass wir einen passenden Pastor haben“, betonte zum Beispiel Maren Klawitter aus Rönnebeck. Dass sie die Möglichkeit habe, selbst mit über den künftigen Geistlichen zu bestimmen, sei für sie „etwas ganz Besonderes“, merkte auch Ute Thamm aus Farge an – und das umso mehr, als sie mit ihrer Familie gerade im Juni ins Einzugsgebiet der Kirchengemeinde gezogen war. Kirche und Religion bedeuteten ihnen sehr viel, ließen Maren Klawitter und Ute Thamm durchblicken. Unter anderem deshalb war es auch anderen Gemeindegliedern wichtig, von ihrem Recht auf Mitbestimmung Gebrauch zu machen, so zum Beispiel Gabriele Pretzlaff.

Wohl am meisten mit ihrer Entscheidung zu kämpfen hatte Ingrid Albrecht. „Mir gefallen alle gleich gut“, ließ sie durchblicken, nachdem sie ihr Kreuz gemacht hatte. Entschieden indes habe sie sich erst in der Wahlkabine – und das laut vernehmbar denkend: „Erst hatten wir nur einen Pastor, jetzt haben wir gleich vier zur Auswahl. Das ist aber schwer.“ Am Ende ließ sie ihrer Intuition freien Lauf.

Ingrid Albrecht hoffte, mit ihrer Spontan-Entscheidung das Richtige getan zu haben. Ihr wie auch den anderen Wahlberechtigten war klar, dass Schütt in große Fußstapfen treten wird. Denn sein Vorgänger Evert Brink hatte bis zu seiner Pensionierung zum 1. August 2012 in rund 30 Dienstjahren einiges auf die Beine gestellt. „Er hat uns positiv inspiriert“, brachte es unter anderem Ingrid Albrecht auf den Punkt. Maren Klawitter schlug in die gleiche Kerbe: „Evert Brink hat viel ins Laufen gebracht.“

Nicht nur von der jungen Frau war am Sonntagnachmittag zu hören, wie wichtig die Kirchengemeinde für das soziale Leben in Rönnebeck und Farge-Rekum sei. Einer derjenigen, für die nicht nur die Institution selbst, sondern auch die Religion „nicht unwichtig“ sind, ist Helmut Kronenberg. Ein Leben ohne reformierte Gemeinde, so war herauszuhören, könne er sich nicht vorstellen.

Einer reformierten Gemeinde anzugehören und den Geistlichen mitwählen zu können, ist für Bernd Vogelsang genauso wichtig. „Die Reformierten sind progressiver als die Lutheraner“, war er überzeugt. Und: „Das ist so meine Richtung.“

Jetzt ist es an Dittmar Schütt, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Zunächst aber haben die kirchlichen Instanzen das Wort: Am Montag hat der Gemeindekirchenrat das Ergebnis offiziell festgestellt, jetzt wird es in den Medien und im Gottesdienst bekannt gegeben. Die Gemeindeglieder haben die Möglichkeit, innerhalb von einer Woche Einspruch zu erheben. Und zu guter Letzt muss dann der BEK-Kirchenausschuss prüfen, ob bei der Wahl von Dittmar Schütt alles mit rechten Dingen zugegangen ist.



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