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Aller Anfang ist schwer Kimbra veröffentlicht ihr Debütalbum "Vows"

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Weltweit bekannt durch ihren Auftritt im Gotye-Hit "Somebody That I Used To Know": Jetzt legt Kimbra ihr Debütalbum "Vow
Weltweit bekannt durch ihren Auftritt im Gotye-Hit "Somebody That I Used To Know": Jetzt legt Kimbra ihr Debütalbum "Vow

Schwarzer Bob, rote Lippen, Spitzenbluse, Jacke im Leopardenmuster: Kimbra erscheint zum Interview im Partylook der 50er-Jahre. Und nicht nur modisch mag es die 22-jährige Neuseeländerin auffällig. Auch die Musik auf ihrem Debütalbum "Vows" ist frischer, detailverliebter und vor allem bunter Pop. Nach ihrem Gastauftritt bei der weltweiten Hitsingle "Somebody That I Used To Know" des Australiers Gotye erscheint "Vows" nun - mit einiger Verzögerung - auch hierzulande. Ein Gespräch über einen gut geplanten Karrierestart.

teleschau: Es heißt, Ihre Gesangskarriere begann mit einer Leihgabe an Ihrer Schule ...

Keine Märchenprinzessin: Kimbra arbeitete hart an ihrer Musikerkarriere, schrieb ihre ersten Songs mit acht Jahren.
Keine Märchenprinzessin: Kimbra arbeitete hart an ihrer Musikerkarriere, schrieb ihre ersten Songs mit acht Jahren.

Kimbra: Ich schrieb schon mit acht Jahren erste Songs, kleine Blödeleien, weil ich mich dadurch ganz gut ausdrücken konnte. Mit 13 fing ich an, Gitarre zu lernen, besonders im Jazz-Bereich, den ich damals schon sehr reizvoll fand. Und zwei Jahre später lieh ich mir dann tatsächlich einen 8-Spur-Rekorder aus dem Musikraum meiner High School, um meine ersten Songs aufzunehmen.

teleschau: Was waren das für Aufnahmen?

Kimbra erschafft sich ihre eigene Welt: "Ich will, dass meine Musik und meine Shows für die Leute eine Möglichkeit zur F
Kimbra erschafft sich ihre eigene Welt: "Ich will, dass meine Musik und meine Shows für die Leute eine Möglichkeit zur F

Kimbra: Reine A-cappella-Stücke. Später legte ich auch noch ein paar Synthesizer drunter. Damals entstand zum Beispiel der Song "Settle Down". Eigentlich nur eine Spielerei, ich war ja gerade mal 16.

teleschau: Hatten Sie trotzdem das Gefühl, dass Songs wie "Settle Down" eines Tages einem großen Publikum gefallen könnten?

Die Hit-Single mit Gotye soll Kimbra als Sprungbrett dienen: "Jetzt ist es schön, denen, die mich durch die Single kenne
Die Hit-Single mit Gotye soll Kimbra als Sprungbrett dienen: "Jetzt ist es schön, denen, die mich durch die Single kenne

Kimbra: Ich schrieb damals eher einfache Singer/Songwriter-Sachen, interessierte mich aber gleichzeitig sehr für Bands wie The Mars Volta, Nine Inch Nails und Björk. Deren Musik war so komplex, fast irritierend vielschichtig. Das fand ich spannend, und das wollte ich auch machen. Ich wusste, dass ich es mit meinen Gitarrenkünsten sicher nicht schaffen würde, aber vielleicht mit meiner Stimme, wenn ich anfange, sie als Instrument zu benutzen und mit ihr wiederum andere Instrumente zu imitieren. Ich hatte zu der Zeit auch einen guten Gesangslehrer, der mir half, meine Stimme zu finden und richtig einzusetzen.

teleschau: Waren Sie damals sehr ehrgeizig?

Kimbra: Ich war auf jeden Fall sehr entschlossen, meinen Weg zu gehen. Ich hatte meinen Sound noch nicht ganz gefunden, aber schon einen Plan und feste Ziele. Also fing ich an, erste Songs online hochzuladen, einige davon liefen bald auch im Radio. Damals machte ich noch alles alleine.

teleschau: Bis Sie mit 17 Ihren Manager kennenlernten ...

Kimbra: Er hatte meine Musik auf Myspace gehört und kam daraufhin nach Neuseeland, um sich eine Show von mir anzusehen. Dann hat er mir angeboten, zu ihm nach Melbourne zu kommen, um dort ein komplettes Album aufzunehmen, mit richtigen Produzenten.

teleschau: Was hat sich mit Ihrem Umzug nach Melbourne verändert?

Kimbra: Der Umzug war der Wendepunkt, plötzlich war alles anders. Ich war raus aus meinem warmen Nest, weg von meiner Familie, das erste Mal wohnte ich alleine. Ich war gerade erst mit der High School fertig, hatte keinen festen Job. In dieser Zeit lernte ich, Risiken einzugehen, um meine Ziele erreichen zu können. Ich habe all meine Zeit in dieses Album investiert.

teleschau: Und Melbourne? Wie haben Sie die Stadt als 17-Jährige erlebt?

Kimbra: Als riesigen Einfluss! Allein schon, weil ich dort viel mehr Dingen ausgesetzt war als zu Hause in Neuseeland.

teleschau: Hatten Sie neben der Karriereplanung auch noch Zeit für normale Teenagerhobbys wie Ausgehen, Tanzen, Feiern?

Kimbra: Ich hatte eigentlich total viel Zeit, nutzte sie aber nicht, um auf Partys zu gehen. Ich besuchte Galerien, um mich inspirieren zu lassen. Ansonsten war ich zu Hause und arbeitete, feilte an meinen Lyrics, und ging dann einmal in der Woche mit meinem Produzenten ins Studio. Ich wollte damals unbedingt, dass es los geht!

teleschau: Waren Sie ungeduldig?

Kimbra: Die Leute um mich herum meinten immer: Alles muss sich erst mal entwickeln. Entwickeln, entwickeln, entwickeln - ich habe das Wort gehasst! Ich wollte, dass es jetzt passiert. Ich musste mich schon ein bisschen zur Zurückhaltung zwingen. Es ist ja auch gar nicht so leicht, wenn man so jung und ambitioniert ist, wenn man einfach alles rauslassen möchte, es aber noch nicht kann.

teleschau: Wären Ihre Songs denn schon gut genug gewesen?

Kimbra: Rückblickend würde ich sagen, dass meine Musik damals vielleicht noch nicht die Tiefe hatte, die sie heute hat. Ich hatte ja auch noch nicht die Lebenserfahrung, um bestimmte Songs schreiben zu können. Man muss durch schwierige Zeiten gegangen sein, Frustrationen erlebt haben, um auch wirklich davon erzählen zu können. Und wer weiß: Wenn ich damals schon rausgekommen wäre, hätte ich vielleicht auch die Gotye-Single später nicht gemacht.

teleschau: Die Gotye-Single, "Somebody That I Used To Know", erschien im selben Jahr wie Ihr Debütalbum in Neuseeland und Australien. Und der Song, der ein weltweiter Hit war, klang so gar nicht nach ihrer eigenen Musik. Haben Sie damals womöglich zweimal überlegt, ob Sie diese Art Pop mitmachen wollen?

Kimbra: Ich war schon seit einigen Jahren Fan von Gotye, deshalb fand ich es natürlich toll, mit ihm arbeiten zu können. Es stimmt schon: Diese Ballade ist anders als das, was ich eigentlich mache. Aber ich will vor anderen Musikstilen nicht verschlossen sein. Interaktionen wie diese helfen mir ja auch auf eine Weise, meinen eigenen Sound zu festigen. Und jetzt ist es schön, denen, die mich durch die Single kennengelernt haben, mehr von meiner eigenen Musik zeigen zu können.

teleschau: Ihre eigene Musik ist sehr verspielt, collagenhaft, teils radiofreundlich, teils chaotisch. Dazu passend: der typische Kimbra-Look, die knallige 50er-Jahre-Fashion. Steckt ein Konzept dahinter - oder kam einfach alles unbewusst zusammen?

Kimbra: Ich glaube, wenn ich versucht hätte, irgendein bestimmtes Image zu kreieren, hätte es nicht funktioniert. Ich versuche einfach nur, mich mit meinen Mitteln auszudrücken. Mich so darzustellen, wie ich bin. Und ich bin eben sehr verspielt und mag es, mit verschiedenen Designern zusammenzuarbeiten und so eine kleine Welt um die Musik herum zu erschaffen. Ich will, dass meine Musik und meine Shows für die Leute eine Möglichkeit zur Flucht sind. So wie es bestimmte Musik, Literatur, Kunst und Mode auch für mich ist. Eine Flucht heraus dem Alltag.

teleschau: Und wohin würden Sie mit Ihrer Musik selbst gerne mal flüchten? Stellen Sie sich vor, Sie dürften sich einen Ort aussuchen, der am besten zu Ihnen und Ihrem ersten Album passt, und dort auftreten. Wo wäre das?

Kimbra: Ich hatte diese Idee, dass ich in einer Art vertrocknetem Wald auftrete, aus dem erst nur eine einzelne Blume, mit der Zeit aber immer mehr Leben und Farben heraussprießen. Ich mag diese Vorstellung, weil sie die dunkle, mysteriöse und melancholische Seite des Albums genauso widerspiegelt wie die bunte, wunderschöne, Garten-Eden-ähnliche. Ach, warum nicht gleich dort: Ich mache meine Show im Garten Eden!



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Leserkommentare
gkepp am 25.05.2013 14:52
Den Stanislawski find ich auch gut.Schade,dass er nicht will.Bei Sankt Pauli und Köln hat er meiner Meinung nach sehr gut gearbeitet.
gkepp am 25.05.2013 14:44
er(Hr Dutt) hat sich wirklich schon bewährt-2006 den HSV geschlagen mit den Stuttgarter Kickers
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