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Klepp: Einwohner von Kiritbati werden Opfer des Klimawandels

22.08.20130 Kommentare
Die Ethnologin Silja Klepp schildert die Auswirkungen des Klimawandels am Beispiel von Kiribati.
Die Ethnologin Silja Klepp schildert die Auswirkungen des Klimawandels am Beispiel von Kiribati. (Scheitz)

Das hatte vermutlich auch mit dem Thema zu tun: die sogenannte Klimagerechtigkeit. Denn während in Europa große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt werden, zwingt der Klimawandel Inselvölker im Pazifik zum Auswandern. Am Beispiel von Kiribati, einem aus 32 Atollinseln bestehenden Inselstaat zwischen Hawaii und Australien, beschrieb Silja Klepp die Auswirkungen des Klimawandels in dieser Region.

Nach Prognosen wird Kiribati in ungefähr 20 Jahren wegen des stetig ansteigenden Wasserspiegels nicht mehr bewohnbar sein. Und die umliegende Pazifikregion wird heimgesucht von Sturmfluten, die Küsten werden erodieren, die Süßwasservorräte und Äcker bei Überschwemmungen mit Salzwasser überspült.

Kiribati, so erklärte die Ethnologin ihr spezielles Forschungsgebiet, lebt von Tourismus, Handwerk, Fischerei und dem Verkauf von Fischereirechten sowie dem Export von Kokosnussfleisch. Der Inselstaat mit seinen 110000 Einwohnern war bis 1979 britische Kolonie.

Durch Missionierung gehört der Großteil der Bevölkerung dem evangelischen oder katholischen Glauben an, auch die Pfingstler sind dort vertreten. "Eine Minderheit ist noch ihrer traditionellen Mythologie verhaftet, die zum Beispiel Kiribati für den Mittelpunkt der Welt hält", führte Silja Klepp aus.

Die Regierung Kiribatis ist westlich-präsidial geprägt und plant aufgrund der Umweltprognosen für das Land langfristig einen Auszug der Einwohnerinnen und Einwohner. "Wichtig bei dieser Planung ist," und damit setzt die Referentin einen Akzent, "dass die Devise für die Emigration lautet, sie solle in Würde stattfinden. Mit viel Selbstbestimmung und dem Erhalt der Bürgerrechte."

Doch an dieser Stelle gebe es noch viele Probleme. In möglichen Aufnahmeländern wie Neuseeland oder Australien gebe es zwar schon – oft saisonal bedingte – Arbeitsprogramme wie zum Beispiel bei der Erntehilfe. Auch mit anderen Ländern werde verhandelt über Stellen im Bereich Dienstleistung und Tourismus.

Bis dahin gebe es rechtlich jedoch noch viele ungelöste Fragen. Ein weiteres Problem sei der sogenannte "Brain drain", der Abzug junger, gut ausgebildeter Menschen, die dem Land, aus dem sie kommen, in den noch verbleibenden 20 Jahren fehlen.

In Kiribati gibt es eine international bekannte Trainings- und Ausbildungsstätte für Seefahrer. Einheimische, die diese Schule besucht haben, überweisen oft ihren Verdienst an ihre Familien und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Wohl des noch bestehenden Inselstaates. Ein Beweis, dass auch die Selbsthilfe funktionieren kann.

Durch das konkrete Beispiel des Inselstaates Kiribati, das sie mit Fotos illustrierte, veranschaulichte Silja Klepp ihren Zuhörerinnen und Zuhörern eine Bedeutung der täglichen Nachrichten über den Klimawandel und dessen Folgen im Pazifik eindrucksvoll.


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Leserkommentare
Pikaya am 18.08.2017 10:08
Die besten und günstigsten Weihnachtsbäume werden am 24.12 Vormittag gekauft.
suziwolf am 18.08.2017 09:59
Waren Sie auch 'mal in finnischen Gewässern ;-) ?

Die Deutschen sind (auch) in Suomi ,hoch angesehen' ob ihrer
Tugenden und ob mit ...
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