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Maisanbau mit langer Tradition

02.12.20160 Kommentare
KINA - Genmais: An dieser Pflanze wurde getrickst
Mais ist heute eine der wichtigsten Getreidearten. In einem Jahr werden weltweit gut eine Milliarde Tonnen geerntet. (Norbert Försterling, dpa)

Ungefähr 35 Prozent der globalen Getreideernte werden nach Angaben der Vereinten Nationen an Nutztiere verfüttert. Hierin sehen viele Fachleute ein Problem. So findet sich in der wissenschaftlichen Literatur der Hinweis, dass das geerntete Getreide normalerweise ausreichen müsste, um die Menschheit zu ernähren. Schon vor einigen Jahrtausenden haben Menschen Getreide für ihre eigene Ernährung angebaut. Der angebaute Mais war bereits vor mehr als 5000 Jahren dem heutigen Mais ähnlicher als der Wildpflanze, von der er abstammt, wie eine neue Studie zeigt.

Nathan Wales von der Universität Kopenhagen und seine Kollegen haben einen Maiskolben untersucht, der bereits in den 1960er-Jahren im Tehuacán-Tal im mexikanischen Bundesstaat Puebla in einer Höhle gefunden worden war. Die Ergebnisse ihrer genetischen Analysen stellen sie im Fachjournal „Current Biology“ vor. „Vor etwa 9000 Jahren begannen auf dem Gebiet Mexikos Menschen damit, das Wildgras Teosinte zu sammeln und zu essen“, erläutert Wales. Über die Jahrtausende habe die Auswahl des Menschen zu erheblichen Veränderungen bei dem Gras geführt und „die unproduktive Pflanze in den modernen Mais verwandelt“. Die Forscher bestimmten das Alter des untersuchten Maiskolbens mit der Radiokarbonmethode auf etwa 5310 Jahre. Der Kolben ist weniger als zwei Zentimeter lang und hat nur rund ein Zehntel der Größe heutiger Maiskolben.

Die genetischen Analysen haben auch gezeigt, dass der Mensch die Pflanze schon damals stark verändert hatte. Die Ausprägungen der Gene, die die Bildung der Schale der Körner steuern, stimmen bereits mit denen beim modernen Mais überein. Die Körner waren also schon weich und nicht von einer harten Schale umgeben, wie es beim Wildgras Teosinte der Fall ist. Auch die Zeit der Blüte entspricht der von Mais und nicht der von Teosinte.

Überrascht waren die Wissenschaftler nach ihren eigenen Angaben von der Erkenntnis, dass die Pflanze dem genetischen Code zufolge ihre Körner verlor, sobald diese reif waren. Beim modernen Mais bleiben die Körner am Kolben, was die Ernte für den Menschen erheblich erleichtert. Die Forschergruppe um Wales hatte angenommen, dass diese Eigenschaft des Maises schon früher in der Züchtungsgeschichte zum Tragen gekommen sein müsste. Weitere genetische Vergleiche mit Wildpflanzen, Landsorten und modernen Züchtungen zeigten, dass der Mais aus der Höhle kein direkter Vorfahr der heutigen Sorten ist, sondern eher eine Seitenlinie darstellt. Jazmín Ramos Madrigal von der Universität Kopenhagen weist darauf hin, dass die Menschen auf dem amerikanischen Kontinent vor 5000 Jahren hauptsächlich wilde Tiere und Pflanzen gegessen hätten. Der Mais sei nur ergänzend angebaut worden. „Erst in späteren Perioden mit einer größeren Bevölkerungszahl und Gesellschaften mit sozialen Schichten wurde Mais zum Grundnahrungsmittel“, erklärt sie. Deshalb seien wichtige Eigenschaften des heutigen Maises womöglich erst bei den Olmeken (vor rund 3200 Jahren) und den Maya (vor 2200 bis 1000 Jahren) durch weitere Züchtungen entstanden.


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Leserkommentare
djhg am 18.08.2017 07:27
@Werderland: Ich denke eher, dass Nouri und Baumann auch ihren Aussagen aus der letzten Saison gelernt haben und es deshalb eher intern ...
abrakadabra am 18.08.2017 07:26
Der Betrag ist ja wohl lächerlich ... Warum gibts da nicht wenigstens einen Punkt in Flensburg? Für Taxifahrer als angebliche Profis darf es auch ...
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