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Die Band "Brushhead" entwickelt eigene Stücke im Jugendtonstudio / Erste CD ist auf dem Markt Musik - made in Hemelingen

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Hemelingen. Links hält Tobias das lange Ä und schrabbt voll über die Saiten, während Janosch über die Tom-Toms fegt und die Hi-Had martert, Elyars Hände fliegen über dicke Basssaiten, dass es in den Lautsprechern rumst, und Linus steht rechts auf den Tasten, um nach dem kraftvollen Teil die sanften Melodien des Titels mit Klavierklängen zu unterlegen. Auf der Bühne steht "Brushhead". Die vier Musiker haben im Tonstudio des Hauses für unsere Freundschaft erste fünf Stücke entwickelt, bearbeitet und jetzt auf CD aufgenommen und in den Handel gebracht. Das Label "Starfish Music" liefert die frische Platte über den Internet-Handel oder in Bremen bei Hot Shot Records an die Fans.

Eine eigene CD ist ein großer Schritt nach vorne und verbirgt oft den langen Weg vor dem großen Schritt. Das trifft auch auf Brushhead zu. 2005 formierte sich die Gruppe - wie sie heute auf der Bühne steht - erstmalig aus Schülern einer fünften und einer siebenten Klasse. Bei einem MahlZeit-Cup, einem Fußballwettbewerb, sollten Rapper auftreten, für die sich Cemal Kocas interessiert. Die Rapper ließen noch auf sich warten, als ein paar Jungs einfach losrocken und Cemal Kocas Aufmerksamkeit erregen. Kocas gibt ihnen seine Daten und lädt sie ein, sich in einem halben Jahr bei ihm zu melden, denn dann könne er ihnen ein Tonstudio bieten. "Klar", denken die Jungs, "der spinnt doch." Sie haben zu dem Zeitpunkt kein spielbares Programm, treten erstmals vor Publikum auf und da kommt einer und erzählt etwas von Tonstudio und Aufnahmen. "Die haben mir gleich gefallen. Die wirkten wie aus einem Guss, so zusammengehörig und übereinstimmend", sagt Kocas heute.

Die Besetzung der Band wechselte dann noch einige Male, es wird experimentiert und probiert. Die Instrumente wechseln auch. Janosch spielte Gitarre und Elyar das Schlagzeug. Heute ist es andersrum und heute ist es gut. Das Angebot von Kocas geriet in Vergessenheit, doch als die Wechsel vollzogen sind, erinnern sich die vier an ihren ersten Auftritt und diesen schrägen Typen. Ein Anruf verblüfft sie. Das Studio gibt es tatsächlich und die Einladung steht noch immer.

Der Verein "Ein Haus für unsere Freundschaft" und das Bremer Jugendtonstudio mit Cemal Kocas und Christiane Gruber in der Godehardstraße 21 sind Treffpunkte für junge Menschen und gleichzeitig ein Bremer Mekka für ambitionierte Laienmusiker und Halbprofis. Professionell ausgestattete Einspielräume für Gesang, Gitarre, Schlagzeug, Keyboard oder anderes, verbunden durch Sichtfenster, ausgestattet mit unterschiedlichen Lautsprechersystemen, mit Mischpulten und feinen Computern mit geeigneter Software für alle Tonbearbeitungen lassen Musikerherzen höher schlagen. Über das durch öffentliche Gelder unterstützte Projekt und den Verein "Ein Haus für unsere Freundschaft" sagte Senatorin Anja Stahmann: "Musik ist ein wichtiges Medium, damit junge Menschen in Kontakt kommen", und an anderer Stelle, die Band und das Studio haben "einen äußerst harmonischen Beitrag für das interkulturelle Zusammenwachsen der Stadt geleistet".

Das Studio zieht Interessierte aus allen Stadtteilen Bremens nach Hemelingen und Menschen aus vielen Kulturen an, die sich dort bei unterschiedlicher Musik begegnen.

Die Musiker von "Brushhead" beginnen regelmäßig im Studio zu arbeiten, entwickeln neue Songs und erleben die Kehrseite von Rockstar-Träumen. Drei arbeitsame Jahre vergehen, ehe sie sich selbst genügen, ehe sie sich gut genug für Aufnahmen erscheinen. Den einen Texter und einen Songwriter gibt es bei Brushhead nicht. Die Song-Ideen hat jeder der vier für sich zuhause entwickelt und konkretisiert und dann in die Gruppe gebracht. Dort nehmen die Bandkollegen Einfluss, die Vorschläge werden geschliffen. So entstehen Gemeinschaftsarbeiten. Im Musikstil wollen sie sich nicht in gängige Schubladen einordnen lassen und möchten für Elemente abseits des Mainstream offen bleiben. Funk-Rock oder Swing, Experimente gehören zur musikalischen Entwicklung von Brushhead. Markant zieht sich der Pianosound von Linus Beer durchs stark rythmisch geprägte Repertoire.

Natürlich spielt die Band alle aufgenommenen Songs wie "Lilly", "Music Is My Life" oder "Remember" auf ihrer Record-Release-Party. Den Gästen im vollen Kultursaal wird jedoch zuvor von "Citizen" mit Bassmann Anton und von "The Eternal Spirit" mit seinem Basskollegen Ben eingeheizt. Sofort wird getanzt, gewippt, ge-steppt und genippt im unbestuhlten Saal.

Während "Citizen" und "The Eternal Spirit" durchgängig harte, schnelle Rhythmen in den Saal krachen lassen, klingt "Brushhead" auch mal harmoniebetont. Besonders mit der Ankündigung von Tobias: "Nun kommt unsere Schnulze, auch noch auf deutsch. Wir wollten mal sehen wie das geht." Die Vielfalt ohne Schubladendenken wird umgesetzt. Das Publikum bedankt sich begeistert und wird mit dem ältesten "Brushhead"-Song von 2005 belohnt, den alle fleißig mitsingen.

Die Band "Brushhead" ist per E-Mail an

tobi-eichner@web.de zu erreichen, die Musiker Tobias Eichner, Gitarre/Gesang, Janosch Beer, Schlagzeug, Elyar Majmechi, Bass, und Linus Beer, Piano, geben Instrumentalunterricht. Ihre CD "Lilly beside the road" ist für fünf Euro per Internet oder bei Hot Shot Records zu bekommen. Das Bremer Jugendtonstudio im Haus für unsere Freundschaft, Godehardstraße 21, ist per E-Mail an mail@ehfuf.de zu erreichen.



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MNienstedt am 23.05.2013 20:47
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