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Bremer Reederei US-Hedgefonds will Mehrheit an Beluga

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Die Bremer Reederei Beluga Shipping steht vor der Übernahme durch einen US-Investor.
Die Bremer Reederei Beluga Shipping steht vor der Übernahme durch einen US-Investor.

Jetzt will er offenbar auch die Mehrheit übernehmen. Beim Bundeskartellamt wurde ein entsprechender Antrag für das genehmigungspflichtige Vorhaben gestellt. Niels Stolberg, bis Sommer vergangenen Jahres Alleinbesitzer der 1995 gegründeten und auf gut eine halbe Milliarde Euro taxierten Reederei, bleibt künftig vielleicht nur noch die Rolle des Juniorpartners.

Ursprünglich hatte Stolberg wohl andere Vorstellungen. Als Oaktree vor acht Monaten an Bord kam, war noch von einem neuen Modell der Schiffsfinanzierung die Rede. Da im Zuge der Krise viele Banken und Emissionshäuser als Investoren weggefallen waren, sollte der US-Fonds mit einer Kapitalspritze in Höhe von 175 Millionen Euro den ambitionierten Flottenausbau finanziell absichern. So hatte es der Reeder damals erklärt - und ein Drittel seiner Anteile abgegeben. Denn Stolberg wollte zusätzlich zu den derzeit 72 Beluga-Schiffen weitere Schwergutfrachter einer neuen Generation in Dienst stellen, dazu Installationsschiffe und Kabelleger für die Offshore-Windindustrie. Wie es mit der Reederei und Stolberg jetzt weitergeht, ist unklar.

Beluga Shipping hatte seit 1995 einen steilen Aufstieg bis zum Weltmarktführer in der Schwergutschifffahrt genommen. Das Unternehmen weist einen Jahresumsatz von rund 415 Millionen Euro aus, beschäftigt derzeit 500 Mitarbeiter an Land, vor allem in Bremen, sowie rund 1500 Seeleute auf den Schiffen. Stolberg kümmerte sich aber auch um soziale Projekte wie den Bremer Fonds oder ein Waisendorf in Thailand und um die Ausbildung des seemännischen Nachwuchses. So finanziert Beluga den Maritimen Campus an der Seefahrtschule in Elsfleth und zwei Stiftungsprofessuren an der Hochschule Bremen. Mit der Wirtschafts- und Schifffahrtskrise vor zwei Jahren gab es allerdings erste Dämpfer.

Finanzielle Engpässe

Fakt ist, dass Beluga darunter gelitten hat, wenn auch weniger stark als andere Reedereien. Der operative Gewinn war im Krisenjahr 2009 von 70 auf 20 Millionen Euro gefallen. Auch finanzielle Engpässe soll es gegeben haben. Noch bis Ende 2011 sehen Experten eher bescheidene Marktaussichten für die Schwergut- und Projektschifffahrt, was Kreditdienst und Neubaufinanzierung nicht eben erleichtert.

In jüngster Zeit hat Beluga zudem mit weiteren Kostenfaktoren zu kämpfen: mit den Folgen der Piraterie, die erhebliche Summen für Schutzmaßnahmen, steigende Versicherungsprämien und höhere Schiffsbetriebskosten durch längere Fahrten fordern. Stolberg hatte die Kosten auf bis zu 60 Millionen Euro im Jahr beziffert. Auch Naturereignisse wie das Hochwasser in Australien schlagen ins Kontor, weil die Bautätigkeit zum Erliegen gekommen ist und etliche lukrative Aufträge von Beluga nicht abgewickelt werden konnten. Vorstellbar, dass jetzt Oaktree gebraucht wird, um neue Finanzlücken zu stopfen.

Das Unternehmen aus Los Angeles ist eine in Finanzkreisen bekannte Größe: Der weltweit tätige US-Investor verwaltet ein Anlagevermögen von mehr als 82 Milliarden US-Dollar und hält in Deutschland unter anderem Beteiligungen an Nordenia (Verpackungen), Bavaria (Jachtbau) und Roncadin (Eiscreme). Vom Immobilien-Engagement bei der börsennotierten Deutsche Wohnen trennte man sich kürzlich.

Erstes Engagement eines Finanzfonds

Beluga war das erste Engagement eines Finanzfonds bei einer deutschen Reederei. Typischerweise übernehmen solche Investoren entweder Kredite angeschlagener Unternehmen zu einem für sie günstigen Preis, um daraus hohe Zinsen zu erzielen oder die Schulden später in Anteile an dem Unternehmen umzuwandeln. So geschehen bei Bavaria. Oder sie steigen direkt ein und erhöhen ihre Anteile sukzessive bis zur Mehrheit. Wie offenbar bei Beluga.

Auf einem Finanzforum in Hamburg Ende vergangenen Jahres hatte Oaktrees Deutschlandchef Hermann Dambach ein klares Ziel ausgegeben: Man erwarte von Beluga eine Rendite von bis zu 20 Prozent, verkündete der ehemalige Morgan-Stanley-Banker. Wie so etwas geht, zeigt das Beispiel Nordenia. Nachdem der geplante Verkauf an einem zu hohen Preis (600 Millionen Euro) gescheitert war, musste der westfälische Folienverpackungshersteller im vergangenen Sommer seinem Eigner Oaktree eine Dividende in Höhe von fast 200 Millionen Euro überweisen - finanziert aus Schuldverschreibungen.

Was Oaktree mit Beluga vorhat, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Der Prozess sei noch nicht abgeschlossen, hieß es gestern bei der Bremer Reederei. "Beide Seiten haben vereinbart, vorerst keine Details bekanntzugeben", sagte eine Oaktree-Sprecherin.



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tommi24 am 19.06.2013 09:22
Richter??? Viellkeicht sollten sie sich einmal um die bekannte Bremer Abzockerclique kümmern
lehn am 19.06.2013 09:10
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