
Es war im März 1976, als engagierte Bürger aus Huchting, Grolland, der Neustadt und Stuhr den Verein "Park links der Weser" gründeten und damit ein Zeichen setzten: für die Umgestaltung des Wiesengeländes beiderseits der Bundesstraße75, gegen den seit 1967 geplanten Bau einer Autobahn. "Ursprünglich war das eine Abwehrmaßnahme, mit wilden Pflanzaktionen", erinnert sich der 67-jährige Heinrich Welke an die Anfänge.
Damals war er Gründungsmitglied. Heute ist er der Vorsitzende des längst ordentlich eingetragenen Trägervereins mit inzwischen 930 Mitgliedern und einem zu pflegenden Gelände von rund 200 Hektar, was der Größe des Bürgerparks Bremen entspricht.
Im Fall des "Park links der Weser" handelt es sich um den Landschaftspark zwischen Huchting und Grolland. Wiesen und Weiden, Gräben, Teiche und Flachwasserzonen prägen das Areal. Ein weiteres wesentliches Kennzeichen ist die naturnah gestaltete, im Zusammenhang mit der Flughafen-Erweiterung verlegte Ochtum mit breitem Flussbett, mit Deichen und Aue-Gehölzen.
Seitdem der Verein aus der Taufe gehoben wurde, sind in den Randbereichen des Parks "umfangreiche Pflanzungen" erfolgt, sind Teiche und Flachwasserzonen sowie ein Rad- und Wanderwegenetz mit einer Gesamtlänge von 15 Kilometern entstanden. "Es waren praktisch null Meter, als wir anfingen. Es gab nur den Heulandsweg, für die landwirtschaftliche Nutzung", sagt der Grollander Welke, seit zwei Jahren an der Spitze des ehrenamtlich tätigen Vereinsvorstands.
Rund 80 Prozent des Parkgeländes gehörten der Stadtgemeinde, 20 Prozent befänden sich in privater Hand, so Welke weiter. Im Jahr 1991 sei vertraglich vereinbart worden, dass der Verein die bremischen Flächen zur Nutzung erhält, die Pflege und den weiteren Ausbau des Naherholungsgebiets übernimmt. "Wir erhalten keine Mittel aus dem laufenden Haushalt", betont Welke.
Stattdessen stütze sich der Verein auf Mitgliedsbeiträge (Einzelpersonen zahlen 11 Euro pro Jahr, Paare und Familien 16 Euro), Spenden ("Park links der Weser", Konto 1115500 bei der Sparkasse Bremen, BLZ 29050101) und auf Zuwendungen der Stiftung Wohnliche Stadt, der Hinrich-Löhmann-Stiftung und Teilerlöse der Bürgerpark-Tombola.
Eine andere Finanzierungsform zeichnet sich beim "Naturerlebnisbereich Huchtinger Fleet" ab: Der erste Bauabschnitt mit voraussichtlichen Kosten von 220000 Euro könnte durch Mittel aus der Abwasserabgabe gedeckt werden, berichtet Welke von Gesprächen mit dem Umweltressort. Der "Bremische Deichverband am linken Weserufer" als Projektträger reiche die Unterlagen demnächst ein.
Folgt grünes Licht, sollen die Erdarbeiten in einem halben Jahr starten. Das Projekt sehe vor, das Huchtinger Fleet zwischen Landesgrenze und Heulandsweg zu renaturieren, nachdem das Gewässer bislang als Ableitung für Regenwasser aus Stuhr gedient habe, erläutert Welke.
Der Naturerlebnisbereich soll auch das Anlegen von Teichen, Flachwasserzonen und Dünen umfassen, die Schaffung spezieller Biotope und Exponate für den Naturlehrpfad, die Herstellung von Wegen und Stegen. Zudem sind eine Fußgängerbrücke über das Huchtinger Fleet sowie Infotafeln eingeplant.
Für 2012 seien 100000 Euro für die Wegeverbindungen bei der Stiftung Wohnliche Stadt beantragt. Die restlichen Mittel wolle der Verein unter anderem aus Wett- und Beiratstöpfen generieren. Die Manfred-Hermsen-Stiftung habe bereits einen Betrag überwiesen, so Welke, in den 1990er-Jahren Chef der FDP-Bürgerschaftsfraktion.
Hütten, Gräben und Gehölze
Mag der Naturerlebnisbereich ein Großprojekt sein: Der Verein "Park links der Weser" hat für 2011 noch mehr auf dem Zettel. Schon sind Bagger angerückt, die das Grabensystem am Heulandsweg aufweiten und funktionsfähig machen. Für die Gehölze, die der Lärmschutzwand an der B75 zum Opfer fallen, erfolgt eine Neupflanzung von rund 80 Bäumen und Sträuchern, darunter 42 Eschen sowie Ulmen, Eichen und Erlen, Birken, Kirschen.
Im Bereich Hohehorst sollen zwei Schutzhütten errichtet, bei Rottlande und Hohehorst zwei gestiftete Bänke aufgestellt werden. Das Ziel sei die Kombination von Landschaftserhalt und Naherholung, so Heinrich Welke, "der Erhalt von Fauna und Flora in ihrem traditionellem Bild".
Unter www.parklinksderweser.de finden sich weitere Informationen. Eine Gelegenheit, den Park selbst in Augenschein zu nehmen, bietet sich am Sonnabend, 1. Januar, wenn der Wanderverein Bremen zur "Neujahrswanderung durch die Ochtumniederung" aufbricht. Treffpunkt ist um 9.50 Uhr die Endhaltestelle der Straßenbahnen 1 und 8 am Roland-Center. Die Rückkehr ist für 16 Uhr vorgesehen, eine Abkürzung ist möglich. Infos unter Telefon 586178.










Niederschlagswahrscheinlichkeit: 


Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »