
Als Bremer Funktionär kann es Ihnen nicht gefallen, dass nun ein weiterer Werderaner nicht mitfährt zur EM, oder?Jurij Zigon:
Natürlich finde ich es schade, dass von ursprünglich drei Bremern keiner übrig geblieben ist. Man muss aber einfach auch akzeptieren, dass junge Spieler extremen Formschwankungen unterliegen können. Es ist natürlich bitter, dass es ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt so ist – wo man das Ziel, für das man zwei Jahre gearbeitet hat, so dicht vor den Augen hatte. Was Leon betrifft, muss man akzeptieren, dass die Absage laut Werder aus schulischen Gründen erfolgte.
Sie sind Mitglied der DFB-Delegation und bis zum 6. Mai, bis DFB-Vize Hans-Dieter Drewitz anreist, sogar Delegationsleiter. Haben Sie sich über die Eliterunde, die Sie in Bremen maßgeblich organisiert hatten, für diese Aufgabe qualifiziert?
Nein, ich habe die Mannschaft ja schon im Februar 2011 als Delegationsmitglied betreut und war danach auch bei Maßnahmen in Rotenburg und Stade dabei. Ich zähle also schon länger zu den Begleitern dieser Mannschaft.
Wie kommt’s?
Einerseits sicher durch meinen guten Draht zu Hans-Dieter Drewitz, den DFB-Vizepräsidenten für Jugend. Zum anderen ist es Usus, dass jeder Jugendobmann der Landesverbände die Maßnahmen begleitet.
Sie haben neben der deutschen auch die slowenische Staatsangehörigkeit. Das dürfte auch eine Art Qualifikation zur Europameisterschaft sein...
Es hat sicher nicht geschadet. Aber eine Selbstverständlichkeit ist meine Teilnahme deshalb auch nicht. Eigentlich reisen nur der Vizepräsident und Teilnehmer des DFB-Jugendausschusses zu einer so großen Veranstaltung. In jedem Fall ist diese Reise eine sehr emotionale Angelegenheit für mich. Slowenien ist meine zweite Heimat, und ich werde dort viel Kontakt zu meiner Familie haben.
Neben privaten Terminen gibt es vermutlich aber auch etwas zu tun. Wie sehen Ihre Aufgaben bei der EM aus?
Mein Bremer Präsident Björn Fecker sagt immer: Hände schütteln und Pokale überreichen. Es gibt tatsächlich einige offizielle Anlässe, Repräsentationstermine also. Ich bin aber auch Ansprechpartner für viele Dinge, etwa wenn es um Auskünfte rund um das Team oder die Organisation geht. Zudem gibt es bei einem solchen Turnier natürlich auch zahlreiche sportpolitische Angelegenheiten, mit denen sich die Delegation befassen muss.
Insgesamt nehmen nur acht Teams an der Endrunde teil, in der deutschen Gruppe stehen Georgien, Frankreich und Island. Wie schätzen Sie die Chancen ein?
Deutschland ist neben Frankreich und den Niederlanden immer Favorit bei Turnieren dieser Art. Aber im Jugendbereich sind die Leistungen eben schwankend. Das ist normal, und deshalb kommt es immer auch auf die Tagesform an. Und dann darf man nicht vergessen, dass sich etwa eine Mannschaft wie Georgien in der Qualifikation gegen England und Spanien durchgesetzt hat. Jede Mannschaft, die eine Endrunde mit acht Teams erreicht, ist stark.
Die U17-Nationalelf wohnt in den besten Hotels und wird von einem Betreuerstab mit rund 20 Mitarbeitern begleitet, die Delegation nicht mit eingerechnet. Hand aufs Herz: Ist dieser Aufwand für eine B-Jugendmannschaft nicht übertrieben?
Ich glaube, der Aufwand ist an einer Grenze angekommen. Einerseits von der organisatorischen Seite her, andererseits auch angesichts der Fehlzeiten in der Schule. Man muss aber trotzdem festhalten, dass sich der Aufwand lohnt, da sich sehr erfolgreiche Spieler entwickeln.
Wären die Spieler denn weniger erfolgreich, wenn ihre "Betreuung" nicht ganz so umfangreich ausgestaltet wäre?
Man versucht das letzte Prozent herauszuholen, und die Wahrscheinlichkeit ist unter optimalen Bedingungen die größte.










Niederschlagswahrscheinlichkeit: 


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