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Die französische Philosophin Catherine Colliot-Thélène diskutiert in der Bremischen Bürgerschaft mögliche Antworten auf den politischen Populismus
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Gegen die Gefahr

19.03.20170 Kommentare
Catherine Colliot-Thélène
Die französische Philosophin Catherine Colliot-Thélène ist am kommenden Mittwoch zu Gast in der bremischen Bürgerschaft. (FR)

Und auch im deutschen Bundestagswahlkampf will die AfD mit ähnlichen Positionen punkten.

„Was tun gegen politischen Populismus?“ Unter diesem Titel soll am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr in der Bremischen Bürgerschaft der Frage nachgegangen werden, wie die repräsentative Demokratie wieder attraktiver werden kann. Wie sie sich vor den Gefahren des Populismus schützen lässt. Und wie sich das Vertrauen der Bürger in die Staatsform zurückgewinnen lässt. Zur Diskussion geladen ist neben Martin Nonhoff, Professor für politische Theorie an der Universität Bremen, auch Catherine Colliot-Thélène, eine der renommiertesten Stimmen der europäischen Sozialphilosophie. Dabei lehnt die Französin den Begriff Populismus eigentlich ab.

Die Lage ist ernst, glaubt Colliot-Thélène, zu ernst, um unterschiedliche Phänome in unterschiedlichen Ländern in einem unscharfen, diffusen Begriff zu bündeln. Sie benennt die Probleme lieber konkret. „Der identitäre Nationalismus und das Missachten der Prinzipen des Rechtsstaats stellen für die Demokratie schwere Gefahren dar“, sagt Colliot-Thélène. „Selbst, wenn das Verfahren der demokratischen Wahl unangetastet bleibt.“

Seit einiger Zeit schon beschäftigt sich Colliot-Thélène mit diesen Gefahren, fragt, wo ihr Ursprung liegt, wie ihnen begegnet, ja, entgegen getreten werden kann. Die Professorin für Philosophie an der Universität Rennes scheut sich nicht vor den ganz großen Themen. In ihrem Werk „Demokratie ohne Volk“, das 2012 erschienen ist, geht sie der Frage nach, ob die Demokratie durch die Globalisierung in eine Sackgasse geraten ist. Einfache Antworten liefert sie dabei nicht.

„Die Erosion des Nationalstaats durch juristische und politische Globalisierung ist nicht mehr aufzuhalten“, schreibt Colliot-Thélène. Denn die Bürger gingen zwar zu nationalen Wahlen, die Regeln aber, die letztlich ihr Leben bestimmten, würden woanders gemacht, zum Beispiel in der Europäischen Kommission. Die demokratischen Bürgerrechte schienen zwar zu bröckeln, der Handlungsspielraum der nationalen Politik zu schrumpfen, das bedeute aber nicht das Ende der Demokratie, meint Colliot-Thélène.

Sie glaubt, dass die Art und Weise veraltet ist, in der heute über Demokratien nachgedacht wird. Sie will das Verständnis von Demokratie öffnen. Anstatt der Demokratien vergangener Tage nachzutrauern oder sich, wie es die Philosophin formuliert, „mit einem Demokratie-Torso in den Grenzen der eingeschränkten Macht des Nationalstaats zu begnügen“, möchte sie Demokratie globaler denken, sie so wieder attraktiver und weniger anfällig gegenüber den Gefahren des Populismus machen. Einfache Antworten auf große Fragen gibt es eben bei anderen, nicht bei Catherine Colliot-Thélène.


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Leserkommentare
djhg am 18.08.2017 07:27
@Werderland: Ich denke eher, dass Nouri und Baumann auch ihren Aussagen aus der letzten Saison gelernt haben und es deshalb eher intern ...
abrakadabra am 18.08.2017 07:26
Der Betrag ist ja wohl lächerlich ... Warum gibts da nicht wenigstens einen Punkt in Flensburg? Für Taxifahrer als angebliche Profis darf es auch ...
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