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Die Zahl der Lebensmittelfachgeschäfte sinkt seit Jahren ‒ Supermärkte und Discounter machen den Läden zu schaffen
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Leises Sterben

19.03.20170 Kommentare
Schließung Fachgeschäft
Auf diese ehemalige Bäckerei weist nur noch eine Pappfigur im Schaufenster hin. (Jonas Güttler, dpa)

Einer der Hauptgründe für das Sterben der kleinen Fachgeschäfte ist die Konkurrenz der großen Handelsketten von Aldi bis Edeka. „Bäcker, Metzger, aber auch Parfümerien können mit den entsprechenden Angeboten der Supermärkte, der Discounter und der Drogeriemärkte kaum noch mithalten“, heißt es in einer aktuellen Marktstudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Wirklich konkurrenzfähig seien die Fachhändler eigentlich nur noch vor den großen Feiertagen, „wenn etwas ganz Besonderes auf den Tisch soll“.

Besonders dramatisch war die Entwicklung zuletzt bei den Fleischern. Versorgten vor zwölf Jahren noch mehr als 17 000 Metzgermeister in ihren Läden die Bundesbürger mit Leberwurst und Schnitzel, sind es jetzt nur noch rund 11 000. Und auch die Zahl der Verkaufsstätten sank deutlich. Dabei ist die Konkurrenz der großen Handelsketten nicht das einzige und vielleicht nicht einmal das größte Problem, das den Fachbetrieben zu schaffen macht. „Das Hauptproblem ist der Nachwuchsmangel“, meint Gero Jentzsch vom Deutschen Fleischer-Verband. Wenn ein Fleischereibetrieb schließe, liege es heute meist nicht an den schlechten Geschäften. Grund sei viel häufiger, dass Familienbetriebe nach dem Ausscheiden der Inhaber nicht weitergeführt würden. Außerdem leide die Branche an einem „dramatischen Rückgang“ der Zahl der Auszubildenden. „Der Pool, aus dem zukünftige Fleischermeister rekrutiert werden können, wird immer kleiner“, sagt Jentzsch.

Auch die selbstständigen Bäcker müssen kämpfen. Ihre Zahl verringerte sich seit 2009 von rund 15 000 auf etwa 12 000. Etliche einst selbstständige Bäckereien werden inzwischen als Filialgeschäfte von Konkurrenten weitergeführt. Der Trend gehe vermehrt zu zentralen Produktionsstätten mit einem regionalen Netz von Verkaufsstellen, berichtet der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. Das Problem sind vor allem die Preisunterschiede. „Die Brotpreise in Bäckereien liegen ungefähr doppelt so hoch wie die Preise der Lebensmitteldiscounter", räumt der Verband selbst in seinem Jahresbericht ein. Und warnt gleichzeitig vor dem Versuch, die Billiganbieter mit ihren eigenen Waffen schlagen zu wollen. Angesichts der unterschiedlichen Kostenstrukturen bei Handwerksbäckereien und der industriellen Produktion sei ein Einstieg in den Preiswettbewerb keine sinnvolle Option.

Immer mehr Bäcker setzen auf Qualität, Regionalität und traditionelles Handwerk, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bäckerverbandes, Daniel Schneider. Und sie schaffen sich mit Snacks zum Vor-Ort-Verzehr und kleinen Mitnehm-Mahlzeiten ein zweites Standbein. Schneider zufolge ist das deutsche Bäckerhandwerk inzwischen Marktführer in der deutschen Schnellgastronomie. Fleischer-Sprecher Jentzsch betont: „Die Betriebe werden in der Zahl weniger, aber für sich gesehen leistungsfähiger.“ Und Schneider vom Bäckerverband hofft sogar darauf, dass der Abwärtstrend allmählich „zum Stillstand kommt“.


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Leserkommentare
Pikaya am 18.08.2017 10:08
Die besten und günstigsten Weihnachtsbäume werden am 24.12 Vormittag gekauft.
suziwolf am 18.08.2017 09:59
Waren Sie auch 'mal in finnischen Gewässern ;-) ?

Die Deutschen sind (auch) in Suomi ,hoch angesehen' ob ihrer
Tugenden und ob mit ...
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