Wetter: Regen, 11 bis 22 °C
Senihad Sator erzählt von seinen Erfahrungen im Jugendparlament und motiviert andere zum Mitmachen
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

„Man kann was reißen!“

30.03.20170 Kommentare
WES Das Jugendparlament Gröpelingen Senihad Sator
Senihad Sator tourt gerade durch die Schulen und Jugendeinrichtungen des Stadtteils, um Heranwachsende zu motivieren, bei den Wahlen für das Gröpelinger Jugendparlament mitzumachen. (Roland Scheitz)

Schon seit sechs Jahren setzen sich Jugendliche aus dem Stadtteil über das Jugendparlament bei der Politik für die Interessen ihrer Altersgenossen ein, haben engen Kontakt zu den gewählten Ortspolitikern und sind auch regelmäßig bei den Sitzungen des Erwachsenen-Stadtteilbeirats dabei. Im März 2011 wurde in der Gesamtschule West (GSW) das erste Gröpelinger Jugendparlament gewählt – und Anfang April soll dieses Forum nun also in die vierte Runde gehen: Vom 3. bis zum 6. April werden in Schulen und Freizis die Wahlurnen aufgebaut.

Die frisch gewählten Jugendvertreter unternehmen anschließend erst einmal eine gemeinsame Kennenlernfahrt nach Hamburg. „Dort wollen wir den Jugendlichen ein paar Grundlagen zu den Rechten und Pflichten und zur Satzung des Jugendparlaments vermitteln. Das klingt vielleicht ein bisschen trocken, aber wir werden auch gemeinsam etwas unternehmen und zum Beispiel ins ‚Jump House’ oder zum Bowlen gehen“, erzählt Senihad Sator. Der 21-Jährige war selbst mehrere Jahre im Jugendparlament aktiv und betreut das Gremium seit Anfang Januar vom Freizi Oslebshausen aus.

Auf der Suche nach Kandidaten

Seit einiger Zeit schon ist der Jura-Student nun gemeinsam mit Jugendvertreter Hüseyin Demir in Schulen und Jugendeinrichtungen im Stadtteil unterwegs, um möglichst viele Jugendliche zum Mitmachen zu motivieren. Dabei geht es einerseits darum, dass sie mitwählen. Und andererseits darum, dass sie sich als Kandidaten aufstellen lassen, um sich anschließend im Jugendparlament für die Belange junger Menschen starkzumachen.

„Ich versuche, den Jugendlichen erst einmal die Angst davor zu nehmen, dass das Jugendparlament eine langweilige Veranstaltung ist“, erzählt Senihad Sator, „denn viele denken, dass dort lange Diskussionen geführt werden und am Ende nichts dabei herumkommt. Das ist aber nicht der Fall. Wir haben zum Beispiel ein Budget von rund 7000 Euro, das wir einsetzen können. Das ist viel Geld, mit dem man auch innerhalb kurzer Zeit ein Projekt aus dem Boden stampfen kann. Wir haben davon zum Beispiel schon mal ein Fußballturnier organisiert, das sehr gut ankam: Erwartet hatten wir im Vorfeld so etwa fünf bis sechs Mannschaften, am Ende waren es zehn Teams und wir haben gesehen: Man kann was reißen!“

Damit sich die auf zwei Jahre gewählten Jugendvertreter hauptsächlich auf das Inhaltliche konzentrieren können, werde er das Jugendparlament vor allem bei organisatorischen Fragen und Verwaltungstätigkeiten unterstützen, erzählt Senihad Sator: „Ich könnte zum Beispiel bei Bedarf klären, wie man eine Turnhalle mieten kann oder mich um die Einladungen zu geplanten Veranstaltungen kümmern.“

Außerdem würde er gerne ein regelmäßiges Jugendforum einrichten, über das Wünsche gesammelt und kanalisiert werden könnten. Manche Projekte seien leider durchaus langwierig, weiß Senihad Sator aus eigener Erfahrung – zum Beispiel habe das Jugendparlament sich für eine Beleuchtung am Bolzplatz bei der Grundschule Auf den Heuen stark gemacht: „Wir hatten schon Vertreter von der SWB da, die einen Kostenvoranschlag gemacht haben. Es gab mehrere Unterstützer und wir waren damit im Controlling-Ausschuss. Es ist letztlich an Fragen nach der Versicherung und Wartung gescheitert. Aber wir haben es weit geschafft, und da kann man vielleicht irgendwann mal wieder ansetzen.“

Neben dem Einsatz für die Belange von Jugendlichen und der Arbeit an konkreten Projekten im Stadtteil gehe es beim Jugendparlament übrigens auch um andere Aktivitäten, erzählt der 21-Jährige: „Man fährt zum Beispiel gemeinsam nach Berlin oder Brüssel und trifft sich regelmäßig mit den anderen Bremer Jugendbeiräten. Das ist immer cool, es gibt Kekse oder wir gehen zusammen ins Kino, zum Minigolf oder Bowlen.“

Ihm selbst habe die Zeit im Jugendparlament viel gebracht, erzählt der ehemalige Jugendvertreter, der seit vorigem Jahr Vorsitzender des Bremer Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt ist: „Ich bin dadurch in Kontakt mit dem Beirat, mit meiner Partei, mit der Arbeiterwohlfahrt und dem Awo-Jugendwerk gekommen, das außerschulische Jugendbildungsarbeit macht und regelmäßig Familienfreizeiten und politische Seminare anbietet. Ohne das Jugendparlament wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin!“

Das Jugendparlament Gröpelingen-Oslebshausen kann am Montag, 3. April, in der Oberschule Ohlenhof, am Dienstag, 4. April, in der Oberschule im Park und am Mittwoch, 5. April, in der Gesamtschule West gewählt werden. An allen drei Tagen stehen Wahlurnen in den beiden Freizis Gröpelingen und Oslebshausen. Der Termin für die Neue Oberschule Gröpelingen stand bei Redaktionsschluss nicht fest.

Bisher 0 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben »
Gecheckt!

"Gecheckt!" ist das neue Erklärformat des WESER-KURIER, das wöchentlich erscheint. In einer animierten Grafik erklärt die Künstlerin Kerstin Meier jeweils einen Begriff, der uns im täglichen Leben oft begegnet, dessen genaue Bedeutung vielen jedoch unklar ist.

Entdecken Sie das historische Bremen

Ob Bahnhof, Marktplatz, Weserstadion oder Schlachte: Das Bremer Stadtbild hat sich im Laufe der Zeit erheblich verändert. Wir berichten über vergessene Bauten, alte Geschichten und historische Ereignisse.

Bremer Mittagessen im Test

Schwachhausen? Viertel? Oder doch lieber Bremen-Nord? Wir haben den Mittagstisch in Bremer Restaurants getestet.

Talk-Reihe WESER-Strand

WESER-Strand heißt das Talk-Format des WESER-KURIER aus dem Café Sand. An jedem ersten Freitag im Monat hat Moderator Axel Brüggemann einen prominenten Gast. Alle Artikel und Videos dazu finden Sie hier.

Wohnungen und Häuser mieten, vermieten, kaufen und verkaufen.
Hier finden Sie die Immobilien-Angebote aus Bremen und der Region.

So wohnt Bremen

In einer Serie beschäftigt sich der WESER-KURIER mit den Fragen: Wie wohnt Bremen? In welchen Stadtteilen und wo ist Bewegung im Wohnungsmarkt? Mehr zu dem Thema lesen Sie in unserem Dossier.

Community-Regeln des WESER-KURIER

Um eine anregende, sachliche und für alle Parteien angenehme Diskussion auf www.weser-kurier.de sowie auf Facebook zu ermöglichen, haben wir folgende Richtlinien entwickelt, um deren Einhaltung wir Sie bitten möchten. 

Anzeige
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Der WESER-KURIER bei Twitter

Das Leben ist schön. Aber es bietet auch viele Dinge, über die man sich herrlich aufregen kann. Findet unser Kolumnist Michael Rabba. Und deshalb heißt es bei ihm immer mal wieder: "Rabba regt sich auf". Jetzt neu: über falsche Urlaubsparadiese.

14 politische Cartoons
Leserkommentare
djhg am 18.08.2017 07:27
@Werderland: Ich denke eher, dass Nouri und Baumann auch ihren Aussagen aus der letzten Saison gelernt haben und es deshalb eher intern ...
abrakadabra am 18.08.2017 07:26
Der Betrag ist ja wohl lächerlich ... Warum gibts da nicht wenigstens einen Punkt in Flensburg? Für Taxifahrer als angebliche Profis darf es auch ...
WESER-KURIER Kundenservice
Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 22 °C / 11 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Das Wetter wird präsentiert von
Veranstaltungstipps für Bremen