Wetter: Regen, 12 bis 21 °C
Der TV-Journalist und Islamkenner Constantin Schreiber hat sich für sein neues Buch in 13 muslimische Gebetshäuser begeben
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Was in Moscheen gepredigt wird

30.03.20170 Kommentare
Buchvorstellung "Inside Islam"
Constantin Schreiber (BRITTA PEDERSEN, ZB)

Dafür erhielt er auch einen Grimme-Preis. Doch in seinem neuen Buch „Inside Islam: Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird“, das er in Berlin vorstellte, widmet sich der Journalist einer problematischen Seite des Islams in Deutschland: Imamen, die in den deutschen Moscheen die Abschottung der Muslime von der westlichen Welt predigen.

Die Vorgeschichte beginnt an einem Freitagabend, als Schreiber mit einem Kamerateam die Schwelle der Wilmersdorfer Moschee im Westen Berlins betritt. Der Termin ist längst vereinbart, der Imam ist auf den Besuch vorbereitet. Er hält eine Predigt über die Barmherzigkeit und die Liebe Gottes und preist die Weltoffenheit seiner Gemeinde. Was Schreiber stutzig macht, so wird er später erzählen, sind Broschüren, die auf einem Tisch im Gebetsraum liegen. Darin entdeckt Schreiber die Schriften eines verurteilten französischen Holocaust-Leugners, die für einen islamischen Staat plädieren und gegen die westliche Demokratie hetzen. Auch ein Gespräch mit einem Moscheebesucher läuft nicht wie gedacht: Der junge Mann zeigt sich anderen Religionen gegenüber wenig offen. Schreiber beschließt zu recherchieren, was in den deutschen Moscheen tatsächlich gepredigt wird.

Was er in den 13 Moscheen, die er in ganz Deutschland besucht hat, erlebte, hat ihn enttäuscht. Mehrere Predigten seien „irgendwie aus der Zeit gefallen“, schilderte er seine Erfahrungen im Magazin Stern.  Auch viele Imame seien in Deutschland „konservativer als bei sich zu Hause“. Das hätten auch syrische Flüchtlinge bemerkt, mit denen Schreiber sich nach der Predigt unterhalten hat. Sie seien überrascht gewesen, „wie konservativ das hier ist.“

Schreiber hat sich absichtlich Moscheen ausgesucht, die nicht im Visier des Verfassungsschutzes standen. Es habe auch keinen Gewaltaufruf gegeben, erklärt der Journalist. Allerdings sei die Weltanschauung, die propagiert wurde, alles anderes als weltoffen. Ein Prediger habe den Gläubigen empfohlen, sich ausschließlich mit Muslimen zu befreunden. Ein anderer habe vor den Gefahren einer Umgebung gewarnt, die auf den Gläubigen einwirke und ihre Werte ersetze. Damit sei offenbar die deutsche Gesellschaft gemeint gewesen. Auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), die wegen der Bespitzelung-Affäre von in Deutschland lebenden Türken gerade negative Schlagzeilen macht, kommt in dem Buch vor. Ihre Prediger würden oft die Politik beim Gebet nicht scheuen: Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei warnte ein Ditib-Imam etwa vor den „internen sowie externen Bösen“ sowie vor der „amoklaufenden Junta“.

Der Journalist erzählt, es sei nicht einfach gewesen, Experten zu finden, die die Predigten analysieren wollten. Auch unter den Akademikern sei die Furcht groß, zu einer Spaltung der Gesellschaft sowie Fremdenfeindlichkeit beizutragen. Doch auch über die Art, wie das Muslimsein in einigen Gemeinden gelehrt wird, müsse man reden. Er sei optimistisch, dass sein Buch Material für die Debatte über Integration in Deutschland liefert.


Bisher 0 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben »
Gecheckt!

"Gecheckt!" ist das neue Erklärformat des WESER-KURIER, das wöchentlich erscheint. In einer animierten Grafik erklärt die Künstlerin Kerstin Meier jeweils einen Begriff, der uns im täglichen Leben oft begegnet, dessen genaue Bedeutung vielen jedoch unklar ist.

Entdecken Sie das historische Bremen

Ob Bahnhof, Marktplatz, Weserstadion oder Schlachte: Das Bremer Stadtbild hat sich im Laufe der Zeit erheblich verändert. Wir berichten über vergessene Bauten, alte Geschichten und historische Ereignisse.

Bremer Mittagessen im Test

Schwachhausen? Viertel? Oder doch lieber Bremen-Nord? Wir haben den Mittagstisch in Bremer Restaurants getestet.

Talk-Reihe WESER-Strand

WESER-Strand heißt das Talk-Format des WESER-KURIER aus dem Café Sand. An jedem ersten Freitag im Monat hat Moderator Axel Brüggemann einen prominenten Gast. Alle Artikel und Videos dazu finden Sie hier.

Wohnungen und Häuser mieten, vermieten, kaufen und verkaufen.
Hier finden Sie die Immobilien-Angebote aus Bremen und der Region.

So wohnt Bremen

In einer Serie beschäftigt sich der WESER-KURIER mit den Fragen: Wie wohnt Bremen? In welchen Stadtteilen und wo ist Bewegung im Wohnungsmarkt? Mehr zu dem Thema lesen Sie in unserem Dossier.

Community-Regeln des WESER-KURIER

Um eine anregende, sachliche und für alle Parteien angenehme Diskussion auf www.weser-kurier.de sowie auf Facebook zu ermöglichen, haben wir folgende Richtlinien entwickelt, um deren Einhaltung wir Sie bitten möchten. 

Anzeige
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Der WESER-KURIER bei Twitter

Das Leben ist schön. Aber es bietet auch viele Dinge, über die man sich herrlich aufregen kann. Findet unser Kolumnist Michael Rabba. Und deshalb heißt es bei ihm immer mal wieder: "Rabba regt sich auf". Jetzt neu: über falsche Urlaubsparadiese.

14 politische Cartoons
Leserkommentare
Pikaya am 18.08.2017 10:08
Die besten und günstigsten Weihnachtsbäume werden am 24.12 Vormittag gekauft.
suziwolf am 18.08.2017 09:59
Waren Sie auch 'mal in finnischen Gewässern ;-) ?

Die Deutschen sind (auch) in Suomi ,hoch angesehen' ob ihrer
Tugenden und ob mit ...
WESER-KURIER Kundenservice
Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 21 °C / 12 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Das Wetter wird präsentiert von
Veranstaltungstipps für Bremen