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Werder Bremen Der Umbruch und die Folgen

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Werders (von links) Kevin De Bruyne, Sokratis und Clemens Fritz kämpfen gegen Stuttgarts Shinji Okazaki um den Ball.

Vier Spiele, vier Punkte: Das sind die nackten Zahlen in Bremen. Vier Spiele, drei Punkte: Das sind die nackten Zahlen in Hamburg und Hoffenheim. Rein rechnerisch ist der Unterschied zwischen den Standorten marginal – emotional dagegen liegen Welten dazwischen. An der Elbe und im Kraichgau herrschte bis zum vergangenen Wochenende schon Untergangsstimmung, an der Weser regierte die Zuversicht. Das Lob der vergangenen Wochen, das für grün-weiße Aufbruchstimmung sorgte, hat sich seit dem 2:2 gegen den VfB Stuttgart relativiert – nicht nur wegen der geringen Punkte-Ausbeute. Der Bremer Umbruch zeigte erstmals seine Folgen.

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"Wir können auf eine Mannschaft schauen, die einen guten Weg geht", sagte Thomas Schaaf gestern, etwa 15 Stunden nach Abpfiff der Partie gegen die Schwaben. Wie lang der Weg ist, sagte er allerdings nicht – vermutlich ist die Frage auch gar nicht zu beantworten, denn die Entwicklung einer Mannschaft ist praktisch ein Projekt mit offenem Ende. Sie lernt dazu, mit jedem Spiel, mit jedem Tor, mit jedem Gegentor. Oder anders gesagt: Sie lernt nie aus. Dennoch hat das 2:2 gegen Stuttgart etwas gezeigt: Dass die Ansprüche, die man an Werder 2012 anlegt, nicht in den Himmel wachsen sollten. "Wir wissen, dass es eine sehr junge Mannschaft ist, die ihre Fehler macht", sagte Schaaf, "und wir werden es auch über die ganze Saison erleben." Es muss erst noch zusammenwachsen, was zusammengehört.

Es ist ein Geduldsspiel, auf das sich Fans, die Medien, aber auch die Verantwortlichen bei Werder werden einlassen müssen. Auch Spieler haben schon darüber gesprochen, meist im Vertrauen, dass die öffentliche Erwartungshaltung nur nicht ins Uferlose wachsen dürfe. Schaaf warnte am Sonntagabend ebenso davor: "Das, was wir am meisten haben, ist Ungeduld. Wir wollen alles sofort haben. Aber wir wissen, dass wir noch ein Stück Arbeit vor uns haben."

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Das ist einerseits verständlich. Andererseits ist die Bundesliga ein Tagesgeschäft mit darwinistischen Zügen: Der Stärkere gewinnt. Für Werder ist der Umbruch deshalb – das wurde den Fans mit dem Stuttgart-Spiel vor Augen geführt – eine Gratwanderung. Natürlich braucht die Mannschaft Zeit, die sie allerdings nicht hat. Was ist, wenn es morgen Abend in Freiburg keinen Sieg gibt? Und dann am Sonnabend die Bayern nach Bremen kommen? Läuft es übel für Grün-Weiß, steht Werder am Ende dieser Woche sogar auf einem Abstiegsplatz.

Klaus Allofs lehnt deshalb die Geduldsprobe ab. "Man muss schnell dazulernen", fordert der Werder-Chef, es sei doch so, "dass wir hier nicht einen Fünfjahresplan machen können". Erfolge müssen her, sprich: Punkte. Schließlich "ist das keine Versuchsanordnung hier", sagt Allofs: "Wir haben die Mannschaft zusammengestellt, um erfolgreich zu sein." Und: Das relativ geringe Durchschnittsalter sieht er keineswegs als Entschuldigung. Es ist "nur ein Merkmal dieser Mannschaft".

Auch Clemens Fritz weiß um das Problem. "Wir machen noch viele Fehler, wir haben noch einige Arbeit vor uns. Sicherlich braucht man noch Geduld", ahnt der Kapitän, "aber wenn man erst mal unten drinsteckt, wird es immer schwieriger." Nun droht Werder diese Gefahr eher, als es den Bremern lieb sein kann.

In Freiburg steht Werder morgen Abend deshalb ein Stück unter Zugzwang, um einer möglichen tabellarischen Eskalation der eigenen Lage vorzubeugen. "Aber eigentlich", sagt Clemens Fritz auch, "stehen wir in jedem Spiel unter Zugzwang. Mir wäre es lieber, auch einmal ein Scheißspiel zu gewinnen."



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Leserkommentare
l.milde am 19.05.2013 13:52
Ich finde es ganz erstaunlich wie ein Mann wie Kevin de Bruyne hochgejubelt wird. Warum schießt denn ein Petersen keine Tore mehr, weil unser lieber ...
gvl825 am 19.05.2013 13:44
Ich kann ja verstehen, dass hier jetzt gefordert wird, dass Lemke, Fischer, Trainerstab und sogar Eichin gehen sollen. Aber das wäre des Guten doch ...
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