Inserieren

Werder Bremens neuer Außenstürmer Elia bleibt beim Training außen vor

Von

Im "Strandhotel Georgshöhe", Werders Mannschaftsquartier während des Trainingslagers von Norderney, herrschte gestern einige Betriebsamkeit. Weitere Gäste, die im besten Fall schon für Sonntag erwartet worden waren, komplettierten den Bremer Tross: Sportchef Klaus Allofs, der in den vergangenen Tagen über den Transfer von Eljero Elia zu Werder verhandelt hatte; Mannschaftsarzt Götz Dimanski, bei dem Elia den obligatorischen Gesundheitscheck absolviert hatte; Elia selbst. Zur Mittagszeit trafen sie aus Bremen ein, und das bedeutete für den Wunschtransfer sowie die Mannschaft: erst einmal nichts. Denn das Warten geht weiter.

Elia, das stand dann nach einem Nachmittag an dem der Flügelstürmer eigentlich als Neuzugang vorgestellt werden sollte, stattdessen aber vor allem sehr viel hin- und hertelefoniert wurde, ist offiziell immer noch kein Werder-Profi. Zwar mittendrin, aber nur bedingt dabei. Juventus Turin, der italienische Meister und sein bisheriger Verein, hat zwar zugestimmt, dass Elia schon mal nach Norderney darf – doch mehr auch nicht. Trainieren darf der Niederländer mit der Mannschaft, die er fortan verstärken soll, schon mal gar nicht. Zumindest solange nicht, bis die letzten Fragen zur Vertragsauflösung geklärt sind. Und genau dort hakt es nun noch: Werder ist sich mit Elia über einen Vierjahresvertrag einig, und Werder ist sich mit Juve über die Ablösesumme einig, die irgendwo im Bereich zwischen fünf und sechs Millionen Euro liegen dürfte (wir berichteten). Aber Elia ist sich nicht mit Juve einig. Und das ist dann ein Problem.

Vor allem ist es ein Problem, dessen Lösung nicht in Werders Hand liegt. "Wir haben in den vergangenen Stunden nichts anderes getan, als in der Vermittlerrolle zwischen den beiden Parteien ständig zu telefonieren", sagte Allofs über das, was im "Strandhotel Georgshöhe" nach seiner Ankunft erst so richtig an Betriebsamkeit einsetzte. "Wenn ein bestehender Vertrag aufgelöst werden muss, dann kann es auch um materielle Dinge gehen – und das muss ausgestanden werden", versuchte sich Allofs an einer diplomatischen Formulierung. Juventus, dazu gehört nicht viel Phantasie, wird bei Elias Verpflichtung vom Hamburger SV erst vor einem Jahr nicht gegeizt haben. Dass ein Spieler den finanziellen Rahm aus einem gut dotierten Vertrag auch abschöpfen will, mag angesichts der mangelnden sportlichen Perspektiven, die Elia in Turin noch hat, verwerflich erscheinen. Menschlich dagegen ist es allemal nachvollziehbar.

Allofs: Attraktive Konditionen

Fakt ist: Es bestehen noch Differenzen. "Ob die unüberwindlich sind oder nicht, das vermag ich nicht zu sagen", erklärte Allofs. Doch sie scheinen wohl zu jenen Differenzen zu gehören, die zu überwinden sind. Weil Allofs nach wie vor dann sprach, dass die Vorzeichen auf eine alsbaldige Einigung stehen. Und weil er – wenn auch aus Sicherheitsgründen immer mit dem Zusatz "Sollte es denn klappen..." versehen – gestern Abend schon über Details des Geschäfts und die Folgen sprach.

Etwa darüber, dass Werder sich viel lieber tatsächlich ein Leihgeschäft mit Kaufoption vorgestellt hätte. "Das hatten wir, so wie vor einem Jahr bei Sokratis, angestrebt", sagte Allofs, "und das wäre das Schönste gewesen." Unzufrieden, dass es nun nur die zweitschönste Lösung geworden ist, ist er dennoch nicht. Weil sich der Kauf zu "attraktiven Konditionen" habe realisieren lassen – unter dem Strich jedenfalls attraktiver als das, was sich Juventus bei einem Bremer Leihgeschäft vorgestellt hätte.

Und auch bei der Frage nach möglichen weiteren Neuzugängen für den personell ausgedünnten Angriff gehörte Elia bereits zu Allofs’ Aufzählung. "Wir haben Nils Petersen und ihn geholt", resümierte er gestern, "von daher muss nicht zwingend noch etwas geschehen. Aber ich will es nicht ausschließen – bis Ende August ist noch viel Zeit." Dann endet bekanntlich die Transferphase.

Werder-Trainer Thomas Schaaf dürfte das im Augenblick erst einmal ziemlich egal sein. Er möchte, wohl auch mit Blick auf die Veränderungen für das Spielsystem, die sich durch den Elia-Transfer ergeben würden, vor allem endlich mit dem neuen Spieler arbeiten können. "Es ist ja schön, dass er auf der Insel ist – aber das nützt uns herzlich wenig, wenn er nicht mittrainieren kann", sagte Schaaf dann auch. "Es geht jetzt darum, dass Klarheit geschaffen wird – und das schnellstmöglich." Heute ist ja auch noch ein Tag.



Bisher 0 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben »

Anzeige
Werder-Umfrage
Robin Dutt soll neuer Werder-Trainer werden. Ist das eine gute Lösung?
bremen4u-Liveblog

Zu jedem Werder-Spiel gibt es bei bremen4u einen ausführlichen Vorbericht und einen aktuellen Liveblog. 

Aktuelle Werder-Fotostrecken

Fotostrecke
Sokratis verabschiedet sich von Werder
Anzeige

Leserkommentare
MNienstedt am 23.05.2013 21:22

Schade. Alles Gute, denn ohne Sokratis wäre Werder aller Voraussicht nach abgestiegen. Mit den Einnahmen müsste aber was zu finden sein. Ob ...

MNienstedt am 23.05.2013 20:47
1. Eine optimale, wenn nicht die beste Lösung.

2. Robin Dutt hat sich in der Vergangenheit stets sehr positiv über Werder geäußert, ...
WESER-KURIER Kundenservice
 
Fünf-Euro-Note in Bremen
Ärger mit neuen Scheinen
Polizei Bremen
Fünf Drogentote in kurzer Zeit
Interaktive Karte
Videoüberwachung in Bremen
Residenz-Gruppe schrumpft
20 Bremer Pflegeheime vor Verkauf
Streit um Schulwegbegleitung in ...
Ömer soll alleine fahren
 
Streit um Besoldung
Polizeigewerkschaft sagt Senatsempfang ...
Ehemaliger Bremer Fleischwarenfabrikant ...
Karl Könecke gestorben
Statistik für 2012
16 Tote bei Verkehrsunfällen
Findorffer beobachten voller Interesse ...
Otwiaska: Alltag kehrt zurück
Ungarn
Orban brüskiert Deutschland mit ...