Am Mittag sprach Klaus Allofs über Sebastian Prödl. „Wenn wir uns auf alle Dinge geeinigt haben, dann werden wir das verkünden“, sagte der Manager zur Vertragssache Prödl. Eine Entscheidung war immer noch offen und war längst überfällig. Am letzten Dienstag schon hatte der Verteidiger aus Österreich gesagt, sie sei gefallen und es werde „keine paar Tage“ mehr dauern bis zur Bekanntgabe.
Am Abend kam sie. Offenbar haben Spieler und Manager am Nachmittag ordentlich gefeilt am Vertragswerk. „Wir sind froh, dass Sebastian diesen Schritt mit uns geht. Er ist für uns ein wichtiger Spieler bei der Weiterentwicklung des Teams. Mit seinem Potenzial könnte er einer der Eckpfeiler unserer Mannschaft werden“, zitierte eine Pressemitteilung des Vereins nun Klaus Allofs. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte Trainer Thomas Schaaf zur Vertragsverlängerung um drei Jahre. Der Innenverteidiger, 24 Jahre alt und bereits seit 2008 im Verein, habe sich sehr gut entwickelt und „vor allem im letzten Jahr trotz seines Verletzungspechs einen großen Sprung nach vorn gemacht“.
Er wolle Gas geben, sich weiterentwickeln und Verantwortung übernehmen, sagte der Spieler selbst. Werder sei für ihn „zu einer Herzensangelegenheit geworden“. Und dann kam noch eine Ansage, die der gebeutelte Klub, der in diesen Monaten ganz schön durchhängt, gerne hören wird. „Wir werden wieder durchstarten“, sagte Prödl in der Pressemitteilung.
Am Telefon ergänzte er das. „Ich will mithelfen, Werder wieder in die Regionen zu führen, in die Werder gehört“, sagte er. Und zwar an vorderer Front. Derzeit stehen die Innenverteidiger Naldo und Sokratis in der inoffiziellen Rangfolge vor ihm. „Mit der nötigen Fitness bin ich ein starker Konkurrent für die beiden“, sagte Prödl. Ob Naldo und/oder Sokratis trotz gültiger Verträge tatsächlich in Bremen bleiben, ist von Klubseite gewollt, aber nicht gesichert. Treueschwüre hat bislang keiner von beiden abgelegt. Im Sommer wolle er in aller Ruhe mit Klaus Allofs reden, sagte Naldo gestern. Prödl verriet noch, dass auch andere Bundesligisten mit ihm interessante Gespräche geführt hätten. Der VfL Wolfsburg sei aber nicht darunter gewesen.
Rosenberg: Es riecht nach Abschied
Auch mit dem Stürmer Markus Rosenberg könnte Klaus Allofs gestern ein klärendes Gespräch geführt haben. Es sah nämlich recht symbolträchtig aus, wie Tim Borowski und Markus Rosenberg am Mittwoch gemeinsam aus den Geschäftsräumen ihres Arbeitgebers kamen. Tim Borowski, der am gestrigen Mittwoch 32 Jahre alt wurde, wird keinen neuen Vertrag erhalten. Das wurde in der vergangenen Woche bekannt gegeben.
Markus Rosenberg, der in diesem Jahr 30 wird und dessen Kontraktim Sommer ausläuft, wird wahrscheinlich auch keinen erhalten. Stimmt das? Man solle das Klaus Allofs fragen, sagte der Schwede. Den Manager zu fragen, war aber nicht mehr möglich, beziehungsweise hat dieser ja oft genug verkündet, es werde erst etwas verkündet, wenn es etwas zu verkünden gebe. Werder verkündete gestern in dieser Sache nichts. Es ließ sich nur konstatieren: Eine zufriedene Miene sieht anders aus als die von Markus Rosenberg gestern. Es riecht nach Abschied.
Boenisch wartet auf das Angebot
Am 9. Mai will Sebastian Boenisch mit der polnischen Nationalmannschaft ins Regenerations-Trainingslager in die Türkei reisen. Eine Woche später soll in Österreich die heiße Phase der EM-Vorbereitung beginnen. Ob er nach der EM wieder nach Bremen zurückkehrt, weiß der Außenverteidiger nicht. Klaus Allofs habe ihm gesagt, er würde ein Vertragsangebot vorbereiten. Vor rund einem Monat hatten Manager und Spieler ausführlich gesprochen. „Aber ich habe keines gekriegt bislang“, sagte Boenisch und zuckte die Schultern. Erster Ansprechpartner bleibe Werder, aber schaue er sich „natürlich um“, sagte er – und zuckte erneut mit den Schultern.





















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