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Werder-Chef Filbry im Interview "Schwarze Zahlen unwahrscheinlich"

Herr Filbry, Sie hatten noch in Bremen zu tun?

Klaus Filbry: Ich habe am Mittwoch noch Thomas Eichin getroffen, weil ich vorher dazu nicht die Möglichkeit hatte.

Wie war der erste Eindruck?

Sehr angenehm, sehr geradlinig. Ich glaube, dass er für den Job brennt – was ich als sehr gut erachte. Und er hat aufgrund seiner 13-jährigen Erfahrung bei den Kölner Haien das Geschäft von der Pike auf gelernt. Deshalb bringt er viel mit, was ihn hoffentlich auch erfolgreich machen wird.

Wie ist Werder auf den Eishockey-Manager Thomas Eichin gekommen?

Das müssen Sie Willi Lemke fragen. Der Aufsichtsrat beruft die Geschäftsführer.

Ihr Aufsichtsratschef ist aber nicht hier. Deshalb fragen wir Sie...

Er war irgendwann auf der Liste.

War das der Tipp von außen, von dem Herr Lemke gesprochen hat?

Da ist sicherlich von außen eine Empfehlung gekommen. Man hat sich daraufhin mit ihm befasst – dann war schnell klar, dass er zur engeren Wahl zählen würde.

Wie gestaltet sich der Fahrplan bis zum Einstieg von Herrn Eichin bei Werder?

Er hat einen Fulltime-Job bei den Kölner Haien, den er zu 100 Prozent ausüben wird. Darüber hinaus wird er versuchen, in regelmäßigen Abständen in Bremen zu sein. Und es gibt ja noch Telefon und E-Mail.

Es wird wohl April werden, denn die Haie sind auf dem Weg in die Playoffs...

Das hat ja auch etwas mit seiner Nachfolgeregelung in Köln zu tun. Wenn die Kölner Haie einen Nachfolger für ihn finden, kann es auch schneller gehen.

Wird er mit einbezogen in sämtliche Fragen, die die nächste Saison betreffen?

Wir führen Gespräche – und über die Gespräche ist er zu 100 Prozent informiert.

Ist er auch involviert?

Das ist etwas schwieriger, weil er natürlich nicht mal eben an einer dreistündigen Diskussion teilnehmen kann. Er ist zu 100 Prozent informiert, aber er kann aufgrund seiner jetzigen Aufgabe noch nicht zu 100 Prozent involviert sein.

Fotostrecke: Tag sieben: Werder und Zwolle spielen unentschieden

Thomas Eichin, Thomas Schaaf und Frank Baumann stehen für die sportliche Kompetenz – und Sie als Vorsitzender der Geschäftsführung thronen darüber...

...nein...

...und vertreten die wirtschaftliche Kompetenz?

Genau. Aber ich throne nicht obendrüber. Der Vorsitzende der Geschäftsführung ist bei uns ein primus inter pares, also ein Erster unter Gleichen. Aber am Ende des Tages vertrete ich als Vorsitzender natürlich gewisse Themen nach außen, aber auch nach innen, unter anderem gegenüber dem Aufsichtsrat.

Dann sind Sie demnächst in der Rolle, in der Willi Lemke vor anderthalb Jahren war. Sie müssen den Daumen senken, wenn ein Transfer zu teuer wird.

Wir haben einen Budgetrahmen, der mit dem Aufsichtsrat abgestimmt ist. Wenn ein Transfer machbar war, habe ich auch zuvor schon den Daumen gehoben. Wenn er finanziell nicht machbar war, haben wir gesagt: Es geht nicht.

Was sagt der Budgetrahmen für die kommende Saison?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem, ob man ins internationale Geschäft kommt. Aber eigentlich haben wir es ja schon mit Mateo Pavlovic gezeigt: Wir sind handlungsfähig. Wir werden die Mannschaft dort, wo es notwendig ist, punktuell verstärken.

Auch jetzt im Winter, falls der Trainer Bedarf anmeldet?

Wir haben mit Thomas Schaaf gesprochen und er hat das uns gegenüber nicht geäußert. Also gehe ich davon aus, dass wir im Winter nichts mehr machen werden.

Ist abzusehen, ob Werder in diesem Geschäftsjahr wieder einen Verlust ausweisen wird?

Das können wir definitiv noch nicht sagen. Wir sind aber in der Lage, noch einmal ein Verlustjahr hinzunehmen. Und mit Blick auf unsere Eigenkapitalquote können wir sagen: Wir sind weiterhin handlungsfähig.

Fragen wir umgekehrt: Schwarze Zahlen wären denkbar?

Eher unwahrscheinlich. Aber es wird bei Weitem kein Minus geben wie zuletzt.

Da waren es knapp 14 Millionen Euro. Wie viele Jahre mit roten Zahlen könnte Werder verkraften?

Das hängt immer vom jeweiligen Verlustergebnis ab, aber wir sind weiterhin in einer sicheren Situation. Wir haben gesagt, dass der Umbruch, in dem wir stecken, nicht länger als zwei Jahre dauern soll. Länger wollen wir auch keine roten Zahlen schreiben.

Eine Einsparmaßnahme war es, die Zahl der teuren Verträge aus den Champions-League-Zeiten zurückzufahren.

Wenn man nicht international spielt, muss man einfach gucken, wie man auch die Kosten angleicht. Das war relativ schwierig, weil wir langfristig bestehende Verträge hatten. Im Sommer haben wir den Schnitt gemacht, einmal aufgrund der finanziellen Situation, aber natürlich haben wir uns auch aus sportlichen Gründen von Spielern getrennt.

Finanziell war das ein Erfolg. Und sportlich?

Ich glaube, dass die Mannschaft momentan nicht die Punkte hat, die sie haben könnte. Aber sie hat die Ansätze gezeigt, die wir uns erwartet haben. Von daher ist der Umbruch auf einem guten Weg – und er wird hoffentlich in der Rückrunde auch seine Früchte tragen.

Womit wären Sie am Saisonende sportlich zufrieden? Sagen Sie: Es zählt nur der internationale Wettbewerb – oder reicht es, dass die Mannschaft gut spielt?

Zunächst einmal sind wir mit der Entwicklung der Mannschaft in den letzten sechs Monaten zufrieden. Wir haben aber auch gesehen, dass die Mannschaft großes Potenzial hat – und dass sie in guten Spielen den Lohn nicht eingefahren hat. Das waren nicht die Ergebnisse, die wir uns vorgestellt haben. Wenn wir das in der Rückrunde drehen, wären wir zufrieden. Und wenn dann noch ein Platz im internationalen Geschäft herausspringt, umso mehr.

Sind Sie eigentlich froh, dass der VfL Wolfsburg einen neuen Trainer hat?

Ich freue mich für Klaus Allofs, dass er einen guten Trainer gefunden hat. Aber die Trainersuche in Wolfsburg war für mich nie ein Bedrohungsszenario, weil ich weiß, das Thomas Schaaf sich bei uns wohlfühlt.

Wie viel Zeit hat er, Werder wieder auf Kurs zu bringen?

Das ist das, was Werder auszeichnet: Dass wir Spielern – und auch Trainern – Zeit geben, das Potenzial auszuschöpfen und zu entwickeln. Deshalb bekommt auch Thomas Schaaf die Zeit, diese Elf zu entwickeln.

Er hat gesagt, dass er noch nicht daran denkt, seinen Vertrag zu verlängern. Hat Sie das enttäuscht?

Nein, ich habe die Diskussion auch nicht verstanden.

Die hat Herr Lemke angezettelt.

Ich denke, das war vom Aufsichtsrat einfach noch mal ein Ausdruck von Wertschätzung für Thomas Schaaf. Wir werden zum gegebenen Zeitpunkt mit dem Trainer die Gespräche führen – und dann wird auch Thomas Eichin mit am Tisch sitzen. Das wird aber ganz sicher nicht innerhalb der nächsten drei Monate passieren.



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Leserkommentare
OliverMeierBremen am 01.09.2014 19:00
Um einschätzen zu können, was eventuell auch auf Bremen zukommt, wenn der Staat nicht endlich klare Grenzen setzt, folgender YouTube-Beitrag, der ...
OliverMeierBremen am 01.09.2014 18:43
Um einschätzen zu können, was eventuell auch auf Bremen zukommt, wenn der Staat nicht endlich klare Grenzen setzt, folgender YouTube-Beitrag, der ...
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