
Schon vor dem Anpfiff waren Tim Wiese, Tim Borowski, Marko Marin, Mikael Silvestre, Markus Rosenberg und Lennart Thy offiziell verabschiedet worden. Sie alle verlassen Bremen, mehr oder weniger freiwillig und glücklich. Für alle gab es Umarmungen von Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer und Sportdirektor Klaus Allofs, dazu einen Strauß Blumen und eine gerahmte Fotocollage. Und natürlich den letzten Applaus der Fans. Der fiel bei den scheidenden Profis recht unterschiedlich aus.
Tim Wiese:Nach sieben Jahren und 294 Bundesliga-Spielen für Bremen verlässt Wiese den Verein und wechselt nach Hoffenheim. Davon, dass seine Vereinswahl vom Großteil der Fans kritisch begleitetworden war, war am Sonnabend nichts zu spüren. Für den Keeper, der es bei Werder zum Publikumsliebling gebracht hat, gab es den größten Applaus und die obligatorischen "Wiese, Wiese"-Rufe aus der Ostkurve. Nach Abpfiff verabschiedete sich der Keeper gemeinsam mit Tochter und Ehefrau von seinen Fans.
Tim Borowski:Vor Sonnabend hatte der Routinier in dieser Saison noch keine Sekunde für Werder gespielt, etwas überraschend tauchte er gegen Schalke dann in der Startelf auf. Ein Abschiedsgeschenk für den 31-Jährigen, der elf Spielzeiten die Raute auf dem Trikot trug? Nein, sagt Klaus Allofs: "Er hat gut trainiert und sich das verdient". Insgesamt bilanziert der Werder-Boss die letzten beiden Jahre von Borowski in Bremen nüchtern: "Wir haben ihn mit großen Erwartung aus München zurückgeholt, die konnte er wegen seiner vielen Verletzungen aber nicht erfüllen." Nach Spielende wurde Borowski von seinen Emotionen überwältigt und ließ seinen Tränen freien Lauf. Wie es für den Mittelfeldspieler weitergeht, ist noch unklar.
Marko Marin:Artig winkte Marin in die Fankurve, er zieht nach drei Jahren weiter Richtung FC Chelsea und bringt Werder immerhin eine ordentliche Ablösesumme ein. Der Applaus für den derzeit verletzten Spielmacher war ähnlich durchwachsen wie dessen letzte beiden Spielzeiten. Irgendwie, so scheint es, ist Marin nie wirklich bei Werder angekommen.
Markus Rosenberg:Werders zweitbester Torschütze der Saison konnte nach Abpfiff noch lachen, als sich mit seiner Tochter auf dem Arm von den Fans verabschiedete. Dennoch wäre der Schwede gerne in Bremen geblieben, wo er viereinhalb überwiegend schöne Jahre erlebt hat. Mit einem Tor konnte er sich nicht verabschieden, gegen Schalke ließ er eine Großchance liegen.
Mikael Silvestre:"Es war keine Erfolgsgeschichte", hatte Allofs die zwei Jahre des Franzosen bei Werder analysiert. Trainer Thomas Schaaf umarmte den Routinier aber sehr lange und intensiv, gab diesem noch ein paar warme Worte mit auf den Weg zur Tribüne - denn dort erlebte Silvestre seinen Abschied. Sportlich spielte er die komplette Saison bereits keine Rolle mehr.
Keine Blumen gab es am Sonnabend für Claudio Pizarro, doch ist auch die Zukunft des Torjägersnach wie vor unklar. Es könnte das letzte Spiel im Werder-Trikot gewesen sein. Dann hätte er sich mit seinen Werder-Toren Nummer 88 und 89 von den Fans gebührend verabschiedet. Damit hat er dann auch seinen Kumpel Ailton (88 Tore) in der vereinsinternen Torjägerliste überholt. (bb)




















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