Sie meinten nach der 1:2-Niederlage gegen Babelsberg, es sei zu wenig, was von Ihrer Mannschaft komme. Was macht Sie so sicher, dass es den Spielern nicht an der nötigen Qualität für die 3. Liga mangelt?
Thomas Wolter:Ich bin überzeugt, dass viele Spieler die Qualität haben. Aber es ist eben auch eine Qualität, sein Potenzial auszuschöpfen. Dazu gehört, dass man das Gefühl hat, dass jemand alles für seinen Beruf tut. Man ist stets gefordert, im Training wie im Spiel. Ich weiß allerdings auch, dass bei so vielen Wechseln wie am letzten Spieltag nicht jedes Rad ins andere greifen kann. Dann muss jeder alles dafür tun, dass es irgendwie funktioniert. Da ist gerade in unserer Situation, wo wir für alle bereits abgestiegen sind, mehr denn je der Charakter gefragt. Der Charakter ist übrigens auch eine Qualität, die zum Erfolg gehört.
Dann mangelt es Ihren Spielern also auch an der Erkenntnis, dass nur gute Leistungen bei Werder II den Weg in die Bundesliga verkürzen?
Thomas Schaaf saß am Sonntag auf der Tribüne. Mit welchen Erkenntnissen ist er nach Hause gefahren? Du musst ihm doch die Entscheidung, dich nicht in der Bundesliga spielen zu lassen, so schwer wie möglich machen. Egal, wo man bei Werder Bremen spielt, ob in der U19 oder bei uns. Wer jetzt bei Andreas Ernst mit Werder III in der Bremen-Liga spielt, muss auch beweisen, dass er eigentlich zu uns gehört. Das ist nicht immer einfach, das weiß ich selbst. Aber andere Berufe sind noch viel schwerer, verantwortungsbewusster und schlechter bezahlt.
Was tun Sie, um den Spielern die gewünschte Berufsauffassung zu vermitteln?
Das ist ein längerer Prozess. Wenn ich sonntags das Auftreten kritisiere, kann ich nicht davon ausgehen, dass montags alles läuft. Man fängt vielleicht mit sechs Jahren an, Fußball zu spielen. Zu uns kommen die Spieler, wenn sie um die 20 Jahre alt sind. Da ist es 14 Jahre nur geradeaus gelaufen. Mit einem Mal gilt es aber, viel zu bewältigen, kritische Trainer, starke Gegenspieler oder auch die Konkurrenz im eigenen Team. Es kann dauern, ehe ein Spieler damit klar- kommt. Manche entwickeln sich schnell, andere brauchen ihre Zeit und einige verstehen es gar nicht. Du kannst auch nicht ständig auf die Jungs einhauen. Es geht ja darum, sie voranzubringen, und das geht auch, indem man auf die vielen guten Dinge hinweist, die sie täglich anbieten. Nur muss man eben immer das Gefühl haben, dass die Jungs alles dafür geben, als Fußballer durchzustarten.
Nach schwachen Auftritten folgen in anderen Mannschaften schon mal ein paar Personalwechsel. Wird es sie auch beim Spiel Ihrer Mannschaft in Sandhausen geben?
Wir sind eine zweite Mannschaft, das darf man nie vergessen. Außerdem wird leicht vergessen, dass drei Spieler aus unserem Hinrunden-Kader (Trybull, Hartherz, Füllkrug; die Red.) jetzt bei den Profis spielen. Wir haben alles dafür zu tun, dass es der ersten Mannschaft gut geht. Das ist bei allem, was wir tun, das Wichtige. Ich muss also erstmal das Personal haben, und die Jungs sollen sich bei uns ja auch präsentieren und entwickeln. Personalwechsel nimmt man vor, wenn man eine erste Mannschaft hat.




















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