
Zwölf Israelis zwischen 17 und 30 Jahren sprechen mit gleichaltrigen Bremern über ihre Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit im Fußball. Ein brisantes Thema in einem Land wie Israel, in dem sowohl Juden als auch arabisch-stämmige Menschen leben und der Krieg mit Palästina sogar im Sport allgegenwärtig ist. Sagi Duhan, der aus dem Städtchen Netanja kommt und jüdischen Glaubens ist, sagt: 'Wir leben in einem Land und gehören zusammen. Da ist die Herkunft doch egal.'
Die Idee zum deutsch-israelischen Austausch hatte Thomas Hafke bei einem Besuch in Israel vor einigen Jahren. Der Diplom-Sozialwissenschaftler wurde dort von einem Kollegen auf sein jahrelanges soziales Engagement bei Werder Bremen angesprochen. Schließlich setzt sich das Fan- Projekt Bremen für Jugendliche ein und macht sich für einen gewaltfreien Fußball stark. Eine Idee, die auch die Israelis teilen: 'Unsere Heimatstädte Jerusalem, Netanja und Sachnin sind problematisch', meint Zorhan Milchgrub. Alle drei Orte hätten hohe Kriminalitätsraten zu verzeichnen. Sport könne bei der Bewältigung sozialer Probleme entscheidend helfen, indem man die Menschen zusammenbringe, findet der 30-jährige Dolmetscher.
Die Begegnung mit Israel sei ein wichtiger Schritt für gegenseitiges Verständnis, findet auch der 22- jährige Werder-Fan Boris Stimmer*. So könne man auf beiden Seiten Vorurteile abbauen. Stimmer selbst, der sich seit sechs Jahren für das Fan-Projekt einsetzt, wusste bis zu seinem ersten Austausch nicht, dass auch Palästineser in Israel leben und diese Tatsache gegenseitiges Misstrauen zutage bringt. 'Dort spiegeln sich auch im Fußball politische Konflikte wider', sagt der Student. 'Dagegen wirkt die Rivalität zwischen Werder Bremen und dem HSV minimal.' Diese Konkurrenz sei lediglich sportlicher Art.
Doch auch in Bremen habe man mit Rechtsextremen zu kämpfen, die sich unter die Fußball-Fans mischten. Deshalb wird heute beim Heimspiel gegen Freiburg die Aktion 'Für Vielfalt - Gegen Diskriminierung' initiiert, bei der die israelischen Gäste an die 40000 Flugblätter verteilen und bei der Ausrichtung mithelfen. Zudem ist für den Aufenthalt in Deutschland ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen und in Berlin geplant. Hafke und seine Mitstreiter sind zufrieden mit ihrer Idee des internationalen Fanaustauschs. Zohar Milchgrub begründet den Eifer seines Engagements: 'Wir wollen einen friedlichen und toleranten Fußball, so dass man gerne seine Frau und seine Kinder zu den Spielen mitnimmt, ohne Angst haben zu müssen.' (*Name geändert)






















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