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Von der AG Weser zur Waterfront

18.06.2018

AG Weser (1872 bis 1983)

(Brockmöller)

Ab 1872 wurde das Gelände im heutigen Ortsteil Industriehäfen von der Schiffswerft AG Weser genutzt – gegründet von 18 Bremer Kaufleuten und Unternehmern. Bis zum Zweiten Weltkrieg arbeitete die AG sowohl für den zivilen als auch für den militärischen Schiffbau. Nach dem Krieg wurde die Werft zerlegt und große Teile des Maschinenparks gingen als Reparationszahlung an die Sowjetunion. Die Gründung der Bremer ­Maschinenbau und Dock­betrieb GmbH, kurz Bremer Dock, konnte unterdessen einen wichtigen Teil der Belegschaft zusammenhalten. 1951 kam die Genehmigung für weitere Schiffsneubauten und die AG Weser nahm ihren Betrieb wieder auf. Im Lauf der Firmenhistorie entstanden rund 1400 Schiffe. Zuletzt spezialisierte sich die Aktiengesellschaft auf den Bau von Großtankern, doch nach der Ölkrise 1973 brachen die Tankeraufträge ein. Auf dem Höhepunkt der folgenden Werftenkrise wurde die AG nach langen Verhandlungen und einer Besetzung der Werft durch ihre Arbeiter am 31. Dezember 1983 geschlossen.

Space Park (2004)

(Frank Thomas Koch)

Mit dem Space Park Bremen eröffnete am 12. Februar 2004 der erste überdachte Freizeitpark Deutschlands, Hauptthema: Raumfahrt – mit angeschlossenem Shoppingcenter. So der Plan. Denn traurige Tatsache war: Das Projekt scheiterte an seiner Umsetzung. Bis zur Eröffnung gelang es nicht, Mieter für den großzügig angelegten Einzelhandelsbereich zu finden. So stand die Verkaufsfläche von mehr als 40 000 Quadratmetern leer. Aufgrund der eingeschränkten Nutzung, der hohen Eintrittspreise und der mangelnden gastronomischen Infrastruktur blieben die Besucher aus. Die Folge: Nur rund sieben Monate nach seiner Eröffnung schloss der Space Park am 26. September 2004 seine Tore. Einzig das bis heute ansässige Multiplexkino ­CINESPACE erhielt den Betrieb aufrecht. Das letzte Highlight unter dem ­Namen Space Park: 2005 diente der Bau als Schauplatz für den Bremer Tatort „Requiem“.

Waterfront (2008 bis heute)

(ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG)

Nach etlichen gescheiterten Verhandlungen und unzähligen Gerüchten übernahm der irische Finanzdienstleister LNC Property Group das Anwesen im März 2006 für eine Summe von 50 Millionen Euro. Das Konzept Raumfahrt wurde gegen das der maritimen Waterfront getauscht und die Fahrgeschäfte des einstigen Space Parks mussten weichen. Nachfolgend wurde die Fläche der Shoppingmall auf rund 44 000 Quadratmeter erweitert und am 12. September 2008 eröffnet. Mieter der ersten Stunde waren unter anderem Müller, ­Tenter’s ­Backhaus, H&M, Tommy ­Hilfiger, New Yorker, Deichmann, Intersport ­Voswinkel, dm, Douglas, Apollo Optik, Thalia, Alex und Starbucks. Im Mai 2009 bezog der britisch-irische Textilhändler Primark in der ­Waterfront seine bundesweit erste Niederlassung – und fungiert seither als weiterer Besuchermagnet. Im Jahr 2015 wurde die ­Waterfront ­schließlich für 212 Millionen Euro verkauft – mit ­anschließendem Betreiberwechsel. (Katharina Schwarz)


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