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Restaurantbesprechung
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Das Gesamtpaket in der Trattoria stimmt

Marcel Auermann 03.10.2019 0 Kommentare

Geschäftsführer Afrim Bytyqi sorgt für stimmige Gerichte.
Geschäftsführer Afrim Bytyqi sorgt für stimmige Gerichte. (Frank Thomas Koch)

Wir merkten schnell, dass sich hier viele Stammgäste an den Tischen befanden. Sie sprachen ziemlich vertraut mit dem Chef, den sie alle nur Giuseppe nannten. Sie hatten es sich bei einer Flasche oder einem Glas Wein in den eher nüchtern eingerichteten Räumen gemütlich gemacht. Aber, das ist nicht zu vernachlässigen, die Tische hatte das Personal gut eingedeckt: Stofftischdecke, Stoffserviette, Gläser, Brotteller, Besteck. Es fehlte an nichts. Und nach ersten Irritationen, wo man uns denn platzieren solle, obwohl wir reserviert hatten, durften wir zu zweit an einen geräumigen Vierertisch direkt an der Fensterfront mit Blick auf die Kornstraße, wo grundsätzlich einiges los ist und es dementsprechend etwas zu beobachten gibt.

Beim Blick in die Karte erwarteten wir neben den üblichen Pizza- und Pastagerichten vor allem mehr Auswahl beim Fleisch. Dort standen vier Varianten Schweinefiletmedaillons und zwei Varianten Rindersteak. Alles bodenständig und nicht sehr ausgefallen. Fisch kam bis auf zwei Gambas-Gerichte gar nicht vor. Dafür aber auf der Tageskarte. Von dieser Tafel wollte ich zuerst die Panzerotti ai Funghi Procini (14 Euro), also die gefüllte Pasta mit Steinpilzen, nehmen, die aber leider nicht mehr vorrätig waren. So etwas hätte die Kellnerin sagen müssen, wenn sie extra das Tagesangebot auf Tisch stellt. Also ging ich noch einmal in mich und wälzte ein weiteres Mal die Angebote, ehe ich mich für die Dorade (19,50 Euro) entschied. Meine Begleitung bestellte sich im Hauptgang Lasagne al forno (9,50 Euro).

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Doch von vorne. Etliche Scheiben knackiges Baguette mit einer Butter mit frischem, farbigem Pfeffer stellten den Gruß aus der Küche dar. Dazu tranken wir einen Merlot (0,5 Liter für 9,50 Euro) – ebenfalls wieder mangels Auswahl. Es gab drei verschiedene offene Rotweine: Hauswein, Lambrusco und Merlot. Der Merlot besaß eine gute Kraft auf der Zunge. Also für einen Italiener an der Ecke, was die Trattoria ist, alles bestens.

Vorweg bestellte sich meine Begleitung Vitello Tonnato (12 Euro). Die Kalbsfleischscheiben waren bedeckt mit einer ordentlichen Portion leckerer Tunfischsoße und Kapern, in die ich das Brot tunkte. Ich wählte eine Minestrone (5 Euro). Die Suppe enthielt viel Gemüse, der Brühe mangelte es aber an Geschmack.

Salat mit genügend Dressing

Die Lasagne al forno meiner Begleitung schmeckte herzhaft, wie sie sein muss und wie man sie von seinem Italiener an der Ecke bei einem Traditionsgericht erwarten kann. Zu meiner gut gewürzten, teils kross gebratenen und dennoch nicht zu trockenen Dorade legte der Koch kleine Kartoffeln und Gemüse. Kurz bevor die Kellnerin das Hauptgericht servierte, brachte sie mir einen gemischten Salat mit – und gerade daran wird ja meist gespart – genügend Dressing. Noch eine Prise Salz über die Tomaten und Gurken und er schmeckte sehr gut.

Obwohl die Portionen auf den großen Tellern gar nicht so üppig aussahen, sättigten sie. Dennoch wollten wir uns den Nachtisch nicht entgehen lassen. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Das Tiramisu (5 Euro) war sahnig, leicht und gehört zu den sehr guten, die es in Bremen gibt. Die Panna Cotta (5 Euro) überzeugte uns ebenfalls, weil sie mit einem kühlen Schmelz auf der Zunge zerging und eben nahezu auf die glibberige Gelatine verzichtete. Mit dem Beerenspiegel ergab sich ein tolles Dessert.

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Die Trattoria hat hier und da einige Schwächen. Doch als wir fragten „Könnten wir die Rechnung haben?“ und wir von hinter der Theke „Nur, wenn ich noch einen aufs Haus ausgeben darf“ zu hören bekamen, traten die in den Hintergrund. Der Sambuca mit Kaffeebohnen bildete einen charmanten Abschluss.

Fazit: In der Trattoria läuft es nicht völlig rund. Hier könnte der Service mal etwas aufmerksamer oder geschmeidiger sein. Da die Karte ein wenig mehr Auswahl bieten. Alles in allem handelt es sich aber um den sympathischen Italiener, dem man die ein oder andere Schwäche verzeiht. Das Gesamtpaket stimmt halt dann doch wieder.

Weitere Informationen

Trattoria, Kornstraße 69, 28201 Bremen, Telefon: 0421/8492084, Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 18 bis 23 Uhr, teilweise barrierefrei, Internet: www.gastronomia-trattoria.de


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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