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Restaurantbesprechung
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Die italienische Art des Genießens

Marcel Auermann 16.05.2019 0 Kommentare

Antonio Scialdone, Inhaber des Restaurants, verwöhnt seine Gäste mit köstlichen Gerichten.
Antonio Scialdone, Inhaber des Restaurants, verwöhnt seine Gäste mit köstlichen Gerichten. (Kuhaupt)

Was liegt das La Villa schön direkt neben dem Theater mit Blick in die Parkanlagen hinter der Kunsthalle. Ein kleiner verschlungener Weg führte uns durch einen idyllischen Vorgarten zur Eingangstür. Wir traten hinein und befanden uns in einem muckeligen Restaurant, das kleine, schöne, intime Räume bietet, die vom Boden bis zur Decke gekachelt sind. Was schön anzusehen ist, ist zugleich aber auch das Manko. Da teilweise mehrere Tische in einem Abteil stehen, führt der hallische Klang zu einer unangenehmen Lautstärke, die den Gast zwingt, mitzuhören, was am Nachbartisch gesprochen wird.

Aber auch irritierend bei den eigenen Gesprächen wirkt. So schraubten sich an diesem Abend die Pegel teilweise höher und höher, sodass wir immer mal wieder am besten für einige Minuten gleich ganz den Mund hielten und einfach nur das – so viel sei schon jetzt verraten – grandiose Essen genossen. Inhaber Antonio Scialdone umsorgte uns sehr, war stets für uns da. Eben mit der typischen italienischen Art. Wir genossen das sehr. Zwar brachte er uns die Karte, doch das, was er uns zusätzlich anbot, klang noch viel besser. Die Liste, die er uns aufzählte, hörte fast nicht mehr auf. 

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Bis zur Vorspeise genossen wir das edle Ambiente: weiß eingedeckte Tische mit Stoffserviette, Tafelsilber und die Rose nicht zu vergessen. Als Gruß aus der Küche gab es verschiedene Pizza- und Brotsorten. Ich bevorzugte vor allem das Feigenbrot. Dazu reichte Scialdone einen Quark mit Gurken sowie ein grünes und rotes Pesto. Alle drei Dips besaßen einen kräftigen, würzigen Geschmack.

So ließ sich die Zeit gut verbringen. Als Vorspeise entschied sich meine Begleitung für eine Honigmelone mit Schinken (14 Euro). Nun nicht gerade ein Höhepunkt der italienischen Küche. Doch wenn als Schinken ein hauchdünn geschnittener San Daniele über der Frucht liegt, sieht die Sache anders aus. Ich entschied mich für einen cremigen Burrata (14 Euro), der mit am Stängel gebratenen Tomaten, grünem Spargel und einem unglaublich frischen Salat präsentiert wurde. Köstlich.

Als Hauptspeise wählte mein Gegenüber das Wildschwein (26,50 Euro), das zart auf der Zunge zerging. Die darüber gestreuten verschiedenen Pilze sorgten für eine interessante Note. Den noch herrlich knackigen Blattspinat servierte der Koch natürlich mit einigen Parmesanspänen.

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Daneben lagen Rosmarinkartöffelchen mit Schale. Insgesamt ein rundes Gericht. Urplötzlich kam allerdings noch Antonio Scialdone an den Tisch und reichte uns als kleinen Probierhappen vier selbst gemachte Gnocchi. Und wir kamen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Diese kleinen Dinger waren locker, luftig, ein Hauch von nichts und schmolzen wie Butter auf der Zunge. Einen kräftigen Geschmacksschub verlieh Salbei. 

Für mich gab es Teigtaschen, gefüllt mit Lammfleisch (14 Euro). So wie ich es sich gehört, streute der Koch für das herzhafte Aroma ordentlich Parmesankäse darüber. Einige kleine Lammfleischschnitzel, eine kräftige Soße und warme orange Tomaten komplettierten das tolle Gericht. Zu den Hauptgerichten wählten wir einen Cannonau di Sardegna (0,2 Liter für 8,50 Euro), der mit seinem fülligen Eichenfassbouquet ideal zu beiden Speisen passte. Der Wein stand auf der Karte der offenen Weine, die schon reichhaltig ist. Scialdone meinte allerdings, dass er den ein oder anderen Tropfen der Flaschenweine sicher auch als Glas parat hätte. Ja, es war diese Flexibilität und dieses Alles-Möglich-Machen, die uns im La Villa begeisterte.

Das Runken-Eck ist ein uriges, herrlich unspektakulär eingerichtetes Restaurant, das etwas versteckt an einer Seitenstraße mitten im Viertel liegt. Wem der Sinn nach herzhafter, deutscher Küche steht, ist hier goldrichtig: Die Karte bietet neben Braten, Wildgerichten, Schnitzeln, Steaks, Knödeln, Rotkohl und Rosenkohl auch saisonale Angebote beispielsweise zur Spargelzeit. Das Preis-Leistungsverhältnis ist top und das Essen köstlich, findet Redakteurin Lorena Faltermann.
 
Runken-Eck, In der Runken 1, 28203 Bremen, Telefon (0421) 706 826.
Unseren Redakteur Toni Nürnberg hat es einst in das sizilianische Restaurant La Locanda da Zionino veschlagen. Es hat ihm dort so gut geschmeckt, dass er immer wieder gerne hingehen würde. Die Speisen werden frisch zubereitet, und die Wartezeit wurde schon unserer Kollegin Karina Skwirblies beim Lokaltermin mit knusprigen Brötchen und einem Aufstrich aus Frischkäse, Lachs, Kräutern und Sardellen verkürzt. 
 
La Locanda da Zionino, Oberneulander Landstraße 42, 28355 Bremen, Telefon (0421) 6848  0138, barrierefrei.
Der kleine Roland bewacht den Neuen Markt in der Alten Neustadt. Dort steht er im Schatten unter einem Baum - und nebendran ist zu Sommerzeiten aufgestuhlt. Denn dann wird dort aufgetischt. Das Bistro am neuen Markt bietet die schönsten und größten Pizzen in der Neustadt an, findet Redakteur Klaas Mucke. Der Besitzer sei zwar nicht als Erster auf die Idee gekommen, eine Pizza mit Sauce Hollandaise und Brokkoli zu belegen - er habe diese spezielle Variante aber perfektioniert, ist Mucke überzeugt. Es gibt auch frisch zubereitete Tagesgerichte.
 
Bistro am neuen Markt, Kleine Annen Straße 35/36, 28199 Bremen, Telefon: (0421) 1669 6022.
Das Athen am Rande des Bremer Schnoors ist eines von zwei besonderen griechischen Restaurants in Bremen, findet unsere Redakteurin Ina Schulze. Sie geht regelmäßig sowohl ins Athen als auch ins Meos in Oberneuland. Das Personal ist freundlich, das Essen reichhaltig und lecker. Alles in allem kann hier ein gemütlicher Abend mit viel Tzatziki und Fleisch verbracht werden. Besonders empfehlen kann Ina Schulze den gemischten Vorspeisenteller mit frittierten Auberginen, Zucchini, gebackenem Feta und vielen anderen Leckereien. Die beiden Restaurants haben den gleichen Betreiber, und die Speisen-Angebote sind größtenteils identisch. 
 
Athen, Tiefer 8, 28195 Bremen, Telefon: (0421) 2436 6505. 
 
Fotostrecke: Unsere Tipps: Die besten Restaurants in Bremen

Die Nachspeisenkarte hielt das Übliche bereit: Tiramisu, Panna Cotta, Obstsalat. Viel interessanter wurde es wieder, als Antonio Scialdone vortrug, was seine Küche noch in petto hatte. Meine Begleitung entschied sich für eine hauchdünne Apfeltarte (6,50 Euro), die schön mit Zucker abgeschmeckt war. Dazu ein Vanilleeis, das schaumig auf der Zunge lag. Grandios.

Vor mir stand ein Champagnerglas voll mit einem Aperol-Spritz-Sorbet (7,50 Euro), das durch Orangenzesten, einem Minzblatt, Himbeeren und Erdbeeren wie ein tiefer Atemzug in einem Garten im Süden schmeckte. Herrlich. Passend dazu lieferte uns der Inhaber noch einen Limoncello aufs Haus. Dieser köstliche Tropfen, den seine Frau selbst herstellt, erinnerte ebenfalls an einen Spaziergang durch ein Feld voller Limonenbäume. So frisch, so fruchtig, so genial. 


Fazit:


Antonios La Villa, Goetheplatz 4, 28203 Bremen, Telefon: 0421 / 98 88 55 55, Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 12 bis 14 Uhr und ab 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag jeweils ab 18 Uhr, teilweise barrierefrei, Internet: www.antonios-lavilla-bremen.de


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...
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