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Restaurantbesprechung: Allegria
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Marcel Auermann 21.02.2019 0 Kommentare

Geschäftsführer Stefan Schröder gewährt einen Blick aufs Fleisch.
Geschäftsführer Stefan Schröder gewährt einen Blick aufs Fleisch. (Koch)

Das Allegria ist nicht so leicht zu finden, obwohl es in einer Nebenstraße der Schwachhauser Heerstraße liegt. Es hat sich seit nun einigen Jahren in einem Souterrain eines ehemaligen Bäckereibetriebs eingenistet, wo sich der Gast wohlfühlt. Die Räume versprühen einen toskanischen Charme, was nicht zuletzt an den gedämpften Pastell- und Terrakottafarben liegt. Blickfang ist ganz sicher der Kerzenständer, der in der Mitte auf einem Holzfass steht. Eine ordentliche Portion Wachs überzieht die einzelnen Arme. Spektakulär.

Das Konzept sieht vor, dass die Gäste tagsüber in einem Art Deli sitzen, das sich gleich am Eingang befindet. Abends, wenn’s gemütlicher werden soll, nimmt man unten an den schön gedeckten Tischen Platz. Dass zur Ausstattung Stofftischdecken und -servietten, ein kleines Blumengesteck und gutes Besteck gehören, muss fast nicht erwähnt werden. Das indirekte Licht tut sein Übriges, um sich für einen Abend lang kommod einzurichten. Neben einem aufmerksamen, zurückhaltenden Serviceteam lässt sich auch immer wieder Geschäftsführer Stefan Schröder blicken, der sich um das Wohl der Gäste kümmert, gerne die grandios angerichteten Teller präsentiert oder das marmorierte Stück Fleisch auf einem Brettchen zeigt, ehe es in der Pfanne landet.

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Da ich mich für das viergängige Menü (69 Euro) entschied, begann mein Abend mit einem Cassis-Spritz, zu dem die Küche uns beide mit einer Geflügelpraline auf einem Art Rösti grüßen ließ. Zuvor gab es schon kleine Brötchen mit einer Paprikakräuterbutter. Für mich folgten Carabineros. Die zwei roten Riesengarnelen lagen schön drapiert in einem tiefen Teller mit einem Zitronenschaum, bedeckt mit einem Käsegitter, das uns an diesem Abend noch mehrmals begegnete.

Eine Wohltat für den Gaumen und auch fürs Auge

Meine Begleitung stieg zu meinem zweiten Gang ein: hausgemachte Spaghettini mit Trüffel (15,50 Euro). Sie waren Bestandteil meines Menüs. Da sie als „Muss bei uns“ in der Karte angepriesen wurden, wollte sich das meine Begleitung nicht entgehen lassen. In der Tat schmeckte die selbst gemachte Pasta einwandfrei und schön buttrig. Darüber hobelte der Koch in kleinen Krümeln eine ordentliche Portion schwarzen Trüffel, der aber hätte durchaus noch kräftiger hervortreten dürfen. Dennoch: eine tolle Sache. Und eben immer wieder die Präsentation. Es handelt sich oft nur um weiße Teller, aber eben in den verschiedensten Formen. So wie darauf die einzelnen Komponenten verteilt werden, macht es die Gerichte nicht nur zu einer Wohltat für den Gaumen, sondern auch fürs Auge.

Als Hauptspeise wählte meine Begleitung das Filet vom Skrei (26 Euro), das bei der kleinsten Berührung auseinander fiel, weil es auf den Punkt glasig gebraten war. Das Kartoffel-Senfpüree klang auf der Karte recht abenteuerlich, schmeckte aber herrlich. Der Senf verlieh einer einfachen Beilage Pep. Ein Trick, den man sich für zu Hause merken sollte. Blattspinat, Parmesan und Granatapfel sorgten für weitere Geschmacksrichtungen im Zusammenspiel mit dem Fisch. Meine Hauptspeise des Menüs bestand aus einem zarten, aromatischen US-Prime-Rinderfilet, das mir – wie erwähnt – Stefan Schröder zuerst zeigte, bevor ich es dann auf meinem Teller wieder fand.

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Grundsätzlich gefiel mir die Interaktion mit dem Gast an diesem Abend sehr gut. So stellte mir der Hausherr auch noch eine Trüffelmayonnaise neben den Teller, obwohl diese gar nicht auf der Karte stand. Aber das war schon ein feiner Dip zu dem sehr guten, rosa gebratenen Fleisch, das sich auf einem cremigen Blattspinat und einem Stampf befand.

Weil wir gut gesättigt waren, naschten wir zusammen von meinem Nachtisch: ein traumhaft luftiges weißes Schokosoufflé, das einen flüssigen Kern besaß und über das es Cookiecrumble regnete. Eine Kugel Himbeersorbet rundete diesen geschmacklich tollen Abend ab. 


Fazit:
Das ist viel wert. Die Gesamtheit hebt das Allegria an die Spitze der Restaurants in Bremen.


Allegria, Lortzingstraße 1, 28209 Bremen, Telefon: 04 21 69 65 48 96, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr und von Dienstag bis Sonnabend von 18 bis 0 Uhr, teilweise barrierefrei, Internet: www.allegria-bremen.de


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...
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