Blumenthaler gibt aus der privaten Schatulle eine Starthilfe / Förderverein informiert mit Festival der Vereine über das Projekt 10 000 Euro für die Bürgerstiftung

Das Startkapital für die geplante Bürgerstiftung Blumenthal wächst. Beim Festival der Vereine am Sonnabend im Freibad Blumenthal wurde die erste private Zustiftung vertraglich unter Dach und Fach gebracht. Der Blumenthaler Heinrich Blecher stellt 10000 Euro bereit.
17.09.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller

Das Startkapital für die geplante Bürgerstiftung Blumenthal wächst. Beim Festival der Vereine am Sonnabend im Freibad Blumenthal wurde die erste private Zustiftung vertraglich unter Dach und Fach gebracht. Der Blumenthaler Heinrich Blecher stellt 10000 Euro bereit.

Blumenthal. "Die Bürgerstiftung ist ein gutes Modell. Alle sollten helfen, damit Blumenthal nicht untergeht", meint Heinrich Blecher. Als "alter Blumenthaler" wolle er mit gutem Beispiel vorangehen. Für die geplante Bürgerstiftung Blumenthal hat er 10000 Euro aus eigener Tasche locker gemacht. Zur Freude des Fördervereins, der seit zwei Jahren Startkapital für die Stiftung sammelt. "Heinrich Blecher ist unser erster privater Stifter", sagte der Vorsitzende, Peter Nowack, am Sonnabend bei der Vertragsunterzeichnung im Freibad Blumenthal.

Dort hatte der Förderverein zu einem Festival der Vereine geladen, um für die Bürgerstiftung zu werben. Rund 15 Vereine und Einrichtungen – vom Imker- und Rassegeflügel-Züchter bis zum Dokumentationszentrum und zur Bücherei – nutzten die Gelegenheit, sich öffentlich vorzustellen. Die meiste Zeit blieben die Akteure aber unter sich, nur wenige Bürger ließen sich blicken.

"Wir wollen uns und die Idee der Stiftung bekannt machen", sagte Nowack. Seit August 2010 gibt es den Förderverein. Sein vorrangiges Ziel: Geld zu sammeln für die Stiftung. 50000 Euro braucht der Verein, um sie aus der Taufe heben zu können. Den Grundstein legte im Frühjahr die GDF Suez AG, die das Kraftwerk Farge betreibt. Jeweils 25000 Euro für den Kapitalstock der Stiftung und für laufende Projekte des Fördervereins stellte das Unternehmen, das auch das Festival finanziert hat, bereit. Mit der privaten Zustiftung von Heinrich Blecher sind jetzt 35000 Euro im Stiftungstopf.

Bis spätestens Ende 2013 sollen 50000 Euro als Gründungskapital bereitstehen. Die ehrgeizige Zielvorgabe des Fördervereins: Bis zum Jahr 2020 will er bei Unternehmen und Privatleuten insgesamt 500000 Euro sammeln. Mit den Zinsen sollen gemeinnützige Projekte im Stadtteil Blumenthal finanziert werden. "Die Stiftung will Projekte unterstützen, die das soziale, kulturelle und demokratische Miteinander fördern", sagte Nowack. Wie das konkret aussehen könnte? Ein Tennisverein könnte mit Schulen kooperieren, um benachteiligte Jugendliche an den "weißen Sport" heranzuführen, nannte Nowack ein Beispiel. Die Stiftung könnte Tennisschläger oder Trainerstunden finanzieren. "Unser Kernziel ist, das Image des Stadtteils nachhaltig zu verbessern." Blumenthal soll keine Negativ-Schlagzeilen mehr liefern. "Prävention ist eine der wichtigsten Aufgaben", so Nowack.

Perspektiven für Jugendliche

Der Förderverein will das nicht allein der Stiftung überlassen, sondern sich auch mit eigenen Initiativen einbringen. Ein erstes Projekt hat er gemeinsam mit dem Präventionsrat Bremen-Nord auf den Weg gebracht: In Blumenthal rollen Polizisten mit Segways gezielt Treffpunkte von Jugendlichen an, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Für den Förderverein schwebt dem Ortsamtsleiter ein weiteres Projekt vor. Die Idee hat er in Holland abgeguckt. Dort spielen junge Migranten "das Spiel ihres Lebens". Wer sich bei Praktika in Unternehmen bewährt, dem winkt nicht nur ein Ausbildungsplatz. "Die besten Jugendlichen treten gegen eine Traditionsmannschaft von Ajax Amsterdam an." Für Blumenthal sollen es die Altprofis von Werder sein. "Ich habe schon Gespräche mit Werder geführt, die würden mitmachen."

Noch ist das Zukunftsmusik. Erstmal gilt es, Geld für die Stiftung zu sammeln. Die hat, obwohl noch nicht gegründet, schon einen Vorsitzenden: Der Anwalt Oliver Berger ist seit April im Amt. Ein Logo für die Stiftung sucht der Förderverein auch. Beim Festival der Vereine konnten Besucher unter 16 Vorschläge wählen, die ein Kunst- und Designkursus vom Schulzentrum Blumenthal gestaltet hatte.

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