Ankündigung von Innensenator Mäurer

100 Polizisten weniger für Bremen

Bremen. Bremen wird voraussichtlich mit 100 Polizisten weniger auskommen müssen. Wie Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) mitteilte, könnte die Zielzahl der Bremer Polizei von 2600 auf 2500 herunter gesetzt werden. Das könnte laut Gewerkschaft das Aus für die KOPs bedeuten.
12.05.2010, 08:14
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Von Rose Gerdts-Schiffler
100 Polizisten weniger für Bremen

Bremens gefährlichste Ecken

Sarah Rauch

Bremen. Bremen wird voraussichtlich mit 100 Polizisten weniger auskommen müssen. Wie Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) mitteilte, könnte die Zielzahl der Bremer Polizei von 2600 auf 2500 herunter gesetzt werden. Das könnte laut Gewerkschaft das Aus für die KOPs bedeuten.

„Ich bin mehr als sauer.“ Der erst kürzlich im Amt bestätigte Bremer Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Horst Göbel, machte am Dienstag aus seiner Verärgerung keinen Hehl. Grund war die jüngste Personalversammlung der Polizei, auf der Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) auf Nachfrage erklärte, dass die vieldiskutierte Zielzahl von 2600 Beamten in Bremen nicht gehalten werden könne. Die Polizei müsse voraussichtlich mit 2500 Stellen auskommen. Polizeipräsident Holger Münch hatte in der Vergangenheit stets betont, dass 2600 Stellen das Mindestmaß darstellten, um die bisherigen Standards in der Polizeiarbeit zu gewährleisten.

„Das wird Folgen für die Bürgerinnen und Bürger haben“, sagte Göbel am Dienstag. Der Innensenator mache den Eindruck, bei diesem Thema resigniert zu haben. „Aber wer bei dieser Diskussion nachgibt, ist schnell bei 2400 Beamten und bei privaten Sicherheitsdiensten.“ Das Erfolgsmodell der Kontaktbeamten, aber auch die bisherige Anzahl der Reviere oder die Flexible Ermittlungsgruppe (FEGG) stünden zur Disposition. „Für uns ist mit dieser Aussage die Polizeireform gescheitert“, so Göbel.

4000 unbearbeitete Fälle

Kritisch äußerte sich auch Polizeipräsident Holger Münch zu der aktuellen Entwicklung. „Wir werden ganz klar Standards einschränken müssen.“ Bereits aktuell lägen 4000 unbearbeitete Betrugsdelikte bei der Kripo auf den Tischen. Im Bremer Süden werde das Ziel, in 80 Prozent der gemeldeten Notfälle innerhalb von acht Minuten vor Ort zu sein, bereits jetzt nicht mehr eingehalten. In Huchting schafften dies aufgrund von Personalmangel nur 63 Prozent der eingesetzten Schutzpolizisten, sagte Münch gestern auf Nachfrage. Nicht viel besser sehe es in Woltmershausen und in Oslebshausen aus. Auch die unterbesetzte Abteilung, die sich um Wirtschaftskriminalität kümmere, könne bei diesen Vorgaben nicht verstärkt werden.

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