Luise Nordhold erzählt im Brodelpott aus der NS-Zeit 16-Jährige rennt um ihr Leben

Walle·Gröpelingen. Luise Nordhold weiß, was es bedeutet, Todesangst zu haben. SS-Leute eröffneten im März 1933 auf Höhe des heutigen Walle-Centers das Feuer, als Teilnehmer einer SPD-Wahlveranstaltung aus der Innenstadt zurückkehrten. 2000 Menschen waren in der Altstadt versammelt gewesen. Die 16-jährige Gröpelingerin, die der Sozialistischen Jugend angehörte, geriet in das Feuer und lief um ihr Leben. Sie rannte und rannte, ohne stehenzubleiben, bis zur Lindenhofstraße.
04.04.2011, 05:00
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16-Jährige rennt um ihr Leben
Von Monika Felsing

Walle·Gröpelingen. Luise Nordhold weiß, was es bedeutet, Todesangst zu haben. SS-Leute eröffneten im März 1933 auf Höhe des heutigen Walle-Centers das Feuer, als Teilnehmer einer SPD-Wahlveranstaltung aus der Innenstadt zurückkehrten. 2000 Menschen waren in der Altstadt versammelt gewesen. Die 16-jährige Gröpelingerin, die der Sozialistischen Jugend angehörte, geriet in das Feuer und lief um ihr Leben. Sie rannte und rannte, ohne stehenzubleiben, bis zur Lindenhofstraße.

Als Zeitzeugin erzählt Luise Nordhold, die seit 80 Jahren in der SPD ist, am Mittwoch, 6. April, um 19 Uhr im Kulturzentrum Walle Brodelpott, Schleswiger Straße 4, unter anderem aus dieser Zeit. Tim Jesgarzewski hat das Buch "Das Leben der Luise Nordhold" geschrieben, das im Donat-Verlag erschienen ist und dann vorgestellt wird. Der ehemalige Bremer Bürgermeister Hans Koschnick (SPD), der seine Kindheit in Gröpelingen verbracht hat, wird gemeinsam mit Achim Saur vom Brodelpott, dem Verleger Helmut Donat und dem Autor das Programm gestalten. Der spätere Kommandant des KZ Mißler in der Walsroder Straße in Findorff habe den Überfall in Walle auf die Sozialdemokraten zu verantworten gehabt - und damit auch den Tod eines Angehörigen des Reichsbanners, schreibt Achim Saur. Für Luise Nordhold sei der Tag "das vorläufige Ende ihres legalen Engagements in der Arbeiterbewegung" gewesen. "Danach half sie den Familien der Inhaftierten, noch im Behelfsheim für die Ausgebombten baute sie nach 1945

in Ihlpohl eine Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt auf."

Das Buch gebe Einblick in ein Leben mit und für die Arbeiterbewegung, wie es nicht nur für den Bremer Westen typisch war, erklärt Saur. Der Vater, ein aus dem westfälischen Land 1911 zugewanderter Dreher bei der AG Weser, sei Kassierer für die Gewerkschaft und Partei gewesen. Er arbeitete für den sozialdemokratischen Konsum und meldete seine Tochter in der Kinderorganisation seiner Partei, bei den "Roten Falken", an.

Luise Nordhold, Jahrgang 1917, trat als Jugendliche der Arbeiterjugend bei, 1933 wurde sie Mitglied im Sportverein Tura Gröpelingen, wo sie Vertraute fand, und nahm nach 1945 die Arbeit für ihre Partei wieder auf.

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